ZooParc Beauval

Im Herbst 2009 war es das zweite Mal, dass wir den ZooParc Beauval besuchten, allerdings war unser letzter Besuch schon eine ganze her. Als wir unser Auto auf dem Parkplatz im Schatten eines Baumes abstellen, war der Parkplatz gut gefüllt, denn der ZooParc Beauval ist ein beliebtes Ziel für Touristen, Familien mit Kindern und Schulklassen. Über 400.000 Besucher erleben hier jedes Jahr einen „anderen Blick“ – „Un autre regard“ – auf die Artenvielfalt der Erde. Er ist mit seinen rund 4000 tierischen Bewohnern aus 450 Arten, die auf 23 ha leben, der artenreichste Zoo Frankreichs.

Kattas im Zoo Parc de Beauval

So stießen wir an der Kasse auch auf gleich zwei Schulklassen, die ihren Besuch im Zoo starten wollten und wir mussten etwas warten, bis ihre Lehrer für sie bezahlt hatten, und auch wir den recht hohen Eintrittspreis von 20 Euro pro Person entrichten konnten. Wir ließen zuerst die beiden Schulklassen den Weg wählen und entschieden uns dann dafür, um ihnen nicht zu folgen, uns zunächst die Affen anzuschauen, die in einer langen Reihe von Gehegen – einer Art von Volieren aus Maschendraht – gehalten werden. Die Kattas mit ihren langen geringelten Schwänzen konnten wir allerdings auf ihrer Insel ganz ohne optische Schranken fotografieren. Hier am Beginn der Rundwege durch den Park liegen die älteren Tieranlagen des Zoos, die im Gegensatz zu den in den letzten Jahren entstandenen Gehegen, teilweise recht klein, aber alle sehr abwechslungsreich gestaltet sind. Man beginnt am Fuß des schönen Tales, wie die Übersetzung des französischen Wortes Beauval lautet, und geht dann die bewaldeten Hänge hoch, wo die Anlagen der Raubkatzen liegen.

Halsband-Wehrvogel im Zoo Parc de Beauval

Begonnen hat die Geschichte des Zoos vor 40 Jahren, als die heutige Direktorin des Parks, Françoise Delord, als junge Absolventin des Conservatoire d’art dramatique de Paris, der Schauspielschule von Paris, die davon träumte an der Comédie-Française die Phädra in der gleichnamigen Tragödie von Racine zu spielen, in Paris am Quai de la Mégisserie einen Vogelkäfig mit zwei Prachtfinken kaufte. Hier gibt es viele Läden, in denen man Vögel und andere Haustiere kaufen kann und jeden Sonntag findet in der Nähe der Marché aux Fleurs et l’Oiseaux, der Blumen und Vogelmarkt statt. Françoise Delord entdeckte hier ihre Liebe zu den Vögeln und hatte von nun an einen neuen Traum.

Jungfernkranich im Zoo Parc de Beauval

Ein Jahr später besaß sie 34 Vögel, ein weiteres Jahr später nannte sie 80 und nach noch einem Jahr 300 ihr eigen. Ihr Sohn, der heute mit ihr zusammen den Zoo leitet, war damals sechs Jahre alt. Sie entwickelte sich schnell zur anerkannten Vogelexpertin und schrieb zwei Bücher, eines über die Aufzucht und Haltung von Papageien. Bald war ihre Pariser Wohnung zu klein und sie musste einen Platz für ihre Familie und die Vögel suchen. Den fand sie in Beauval nicht weit vom Loiret, wo sie geboren und aufgewachsen war.

Lachender Hans im Zoo Parc de Beauval

1980 eröffnete sie den Parc Ornithologique de Beauval, einen Vogelpark, in dem es zunächst 1500 exotische Vögel zu sehen gab. Mit der Zeit wuchs die Zahl auf über 2000 Vögel an. In den ersten 8 Jahren blieb es ein reiner Vogelpark, der im Jahr zwischen 40.000 und 50.000 Besucher anzog. 1989 kamen die ersten Hirsche, Affen und Raubkatzen hinzu und aus dem Parc Ornithologique wurde der ZooParc Beauval. 1991 zogen die ersten weißen Tiger Frankreichs in ein großzügiges Gehege ein. Gorby und Raissa kamen aus dem USA nach Beauval. Seitdem sind viele weiße Tigerbabys in Beauval geboren, die ihr Zuhause in anderen Europäischen Zoos gefunden haben.

Weiße Tiger Shere Khan im Zoo Parc de Beauval

So wartete auch für uns seine besonders niedliche Überraschung gleich hinter der 2007 eröffneten Anlage der Humboldt Pinguine auf uns, die eine große Kolonie von 70 Vögeln beheimatet. Man kann sie durch große Glasscheiben in ihrem 300 m² großen Becken bei ihrem „Flug“ unter Wasser beobachten. Wenn sie keine Lust zum Schwimmen haben, steht ihnen ein „Strand“ von 400 m² zur Verfügung.

Humboldt-Pinguin im Zoo Parc de Beauval

Gleich fünf süße weiße Tigerbabys, die am 3. Juni 2009 geboren wurden, schliefen im Vorraum der Innenkäfige der Raubkatzen in einer großen Holzkiste hinter einer Scheibe. Die bei unserem Besuch gerade 4 Monate alten Jungtiere wurden gut von ihrer Mutter Chili bewacht, die ein Stück entfernt vor den Innenkäfigen lag. Es sind zwei männliche Tiger: Ivan und Tomek und drei weibliche Tiere: Maya, Thalie und Sarah. Am liebsten hätte ich mir einen von den Wonneproppen ausgesucht und mitgenommen. Damit wäre aber die Mutter der Fünferbande sicher nicht einverstanden gewesen. Nicht nur wir waren entzückt von dem Anblick, auch die Schüler drückten sich an der Scheibe die Nasen platt, die von innen – durch die Spuren der Tigerbabys – und von außen – durch die Abdrücke unzähliger Kinderhände – ziemlich verschmiert war – was beim Fotografieren ziemlich störte.

Weiße Tiger im Zoo Parc de Beauval

Um den Ahs und Ohs der Kinder zu entgehen, spazierten wir zunächst an den Anlagen der Raubkatzen vorbei wieder zurück in Richtung Eingang, wo es weiteren Zoonachwuchs zu bewundern gab. In Beauval werden in jedem Jahr viele Jungtiere geboren. 2009 warb der Zoo in seiner Pressemitteilung damit, dass es im vergangenen Jahr über 350 Geburten im Park gegeben hatte.

Persischer Leopard im Zoo Parc de Beauval Persischer Leopard im Zoo Parc de Beauval

Die beiden männlichen Jungtiere der Persischen Leoparden, deren Anlage sich hinter der großen Außenanlage der weißen Tiger befindet, in der der Vater der Fünferbande, Shere Khan unruhig hin- und herlief, kletterten schon alleine durch das Außengehege. Sie wurden am 1. Mai 2009 geboren. Im Innenkäfig nebenan sonnte sich ein erwachsener Leopard hinter einer Scheibe.

Persischer Leopard im Zoo Parc de Beauval

Die Löwen des Zoos machten – wie sollte es auch anders sein – eine Siesta und auch die drei Braunbären, auf der anderen Seite des Weges hatten es sich gemütlich gemacht und würdigten uns keines Blickes. Die drei Pumas nebenan waren da schon mehr an den Zoobesuchern interessiert. Sie hatten sich zwar auch bequem hingelegt, schauten uns aber neugierig an.

Löwen im Zoo Parc de Beauval Braunbär im Zoo Parc de Beauval

Puma im Zoo Parc de Beauval Puma im Zoo Parc de Beauval

Wir gingen zurück zu den Tigerbabys, wo die Schulkinder mittlerweile verschwunden waren. Die Jungtiere wurden langsam wach und kletterten munter übereinander, bissen sich gegenseitig in Pfoten, Schwanz und Ohren und machten erste Körperpflegeversuche. Das nahm Chili zum Anlass, ihre Kinder eines nach dem anderen mit ihrer großen Zunge zu putzen, was die Kleinen eher widerwillig über sich ergehen ließen. All das fand in der sicheren Holzkiste statt. Keines der Jungtiere versuchte auch nur sie verlassen. Sie balancierten zwar über den Rand, aber trotz aller Balgerei und Geschmuse blieben die Tigerkinder in der Kiste. Ihre Mutter hatte sie scheinbar ganz gut erzogen.

Weißer Tiger im Zoo Parc de Beauval Weiße Tiger im Zoo Parc de Beauval

Weiße Tiger im Zoo Parc de Beauval Weiße Tiger Chili im Zoo Parc de Beauval

Es fiel uns nicht leicht, uns von den Fünfen loszureißen, aber auch die Jaguare auf der anderen Seite des Weges und die Servale ein Stück weiter durch den Wald den Hang hinauf, hatten unsere Aufmerksamkeit verdient. Auch hier hatte es vor einiger Zeit recht zahlreichen Nachwuchs gegeben. Zwei erwachsene Tiere teilten sich mit gleich fünf heranwachsenden Jungtieren die Anlage im Wald. Die Youngster lagen eng aneinander geschmiegt auf einer kleinen Holzplattform in der Sonne.

Jaguar im Zoo Parc de Beauval Jaguar im Zoo Parc de Beauval

Seval im Zoo Parc de Beauval Sevale im Zoo Parc de Beauval

Oben waren wir dann an der etwa 3 ha großen Afrika Savanne des Zoos angekommen.

Ihrer Sammelleidenschaft ist die Zoogründerin, Françoise Delord , treu geblieben. Der Tierbestand des Zoos vergrößerte sich seit den 1990er Jahren ständig, wobei man darauf achtete, dass für die Tiere artgerechte Anlagen errichtet wurden. Auch die Fläche des Zoos wurde kontinuierlich erweitert. 1992 wurde ein Tropenhaus für die Menschenaffen errichtet und eingeweiht, das damals einzigartig in Frankreich war, sowohl wegen seiner Größe als auch wegen seiner Gestaltung. Das zweite Tropenhaus wurde im Jahr 1994 errichtet. Es ist das Zuhause von über 600 exotischen Vögeln, die sich im Innern innerhalb einer tropischen Vegetation frei bewegen können. 1995 konnte eines der größten Becken für Seelöwen in Europa eröffnet werden. Und die Vorführungen der Seelöwen und frei fliegender Greifvögel wurde zu einem neuen Highlight des Zoos. 1996 zogen Kurzkrallenotter, Rote Pandas und Waschbären in abwechslungsreich gestaltete Gehege und 1997 wurde das 3. Tropenhaus eingeweiht, das Gorillas und Manatis beherbergt.

Tüpfelhyäne im Zoo Parc de Beauval

Seit 1998 leben in Beauval Tüpfel Hyänen und Afrikanische Wildhunde. Ihre Gehege liegen neben der ein Jahr später geschaffenen afrikanischen Savanne, auf der etwa 80 Tiere leben: Giraffen, Antilopen, Grevy Zebras, aber auch Ibisse oder Strauße. Im gleichen Jahr kam ein Paar weißer Löwen im ZooParc an. Im Jahr 2000 zogen dann auch drei Breitmaulnashörner auf die Afrika Savanne.

Breitmaulnashorn im Zoo Parc de Beauval

Die Sonne schien und das schien auch den Giraffen, Nashörnern und Antilopen zu gefallen. Die Springböcke, Buntböcke, Gnus und Rappenantilopen grasten friedlich nebeneinander oder lagen im Gras. Die Giraffen versuchten an die Blätter der Bäume zu gelangen und die Breitmaulnashörner ruhten im Schatten. Auch bei den Tüpfelhyänen, deren Anlage auf der anderen Seite des Rundweges um die Afrikasavanne liegt, war Schlafen angesagt. Obwohl ab und zu eines der Tiere einen Blick riskierte, wer denn da so alles heute in den Zoo gekommen war. Die sechs Giraffen des Zoos sind übrigens alles männliche Tiere. Der Zoo züchtet also nicht, sondern bietet überzähligen Bullen von Netz-, Rotschild und Hybridgiraffen ein artgerechtes Zuhause.

Buntbock im Zoo Parc de Beauval Springböcke im Zoo Parc de Beauval

Grevyzebra im Zoo Parc de Beauval Giraffen im Zoo Parc de Beauval

Die Erdmännchen hatten natürlich einen der ihren als Wache abgestellt, während die Löffelhunde nebenan die Sonne genossen.

Erdmännchen im Zoo Parc de Beauval Erdmännchen im Zoo Parc de Beauval Erdmännchen im Zoo Parc de Beauval

Wir wanderten an dem Gehege der weißen Löwen vorbei, deren Bewohner tief im Wald unter den Bäumen lagen, wieder hinunter ins Tal – natürlich mit einem weiteren Stopp bei den Tigerbabys, um uns dann in einem der Restaurants im Zoo einen Kaffee zu gönnen.

Löwe im Zoo Parc de Beauval

Dann ging es hinüber zu den beiden Menschenaffenhäusern des Zoos. Auf der einen Seite leben die Orang-Utans und eine große Schimpansengruppe in einem großen Tropenhaus mit großzügigen Innengehegen. Außerdem gibt es draußen auf verschiedenen Seiten des Hauses zwei Inseln für die Menschenaffen, die jeweils über 1000 m² groß sind. Seit 1993 befindet sich in dem Haus auch ein Vivarium, das 2004 vollständig neugestaltet wurde. Es beherbergt nun auf einer Fläche von 400 m², mehr als 250 Reptilien: Schlangen, Schildkröten, Leguane und mehr als 3 m große Krokodile.

Im Zoo Parc de Beauval

Auf der anderen Seite des Weges liegt das Haus der Gorillas und Manatis. Vor dem Haus liegt ebenfalls eine große Insel für die Gorillas, die sie mit Mantelaffen und Husarenaffen teilen.

Husarenaffe im Zoo Parc de Beauval

Mehrfach am Tag werden die Menschenaffen gefüttert, um ihren Tagesablauf so natürlich wie möglich zu gestalten. Denn in der Natur ist ihr ganzer Tag mit der Suche nach Futter ausgefüllt.

Weißhandgibbon im Zoo Parc de Beauval

Wenn man zwischen den beiden Menschenaffenhäusern steht kann man auf der einen Seite des Weges die Orang-Utans beobachten, die mit Weißhandgibbons vergesellschaftet sind, und auf der anderen den Gorillas zuschauen. Die Insel der Schimpansen liegt auf der anderen Seite ihres Tropenhauses. Gar keine so leichte Entscheidung, wo man sich zuerst hinwenden soll.

Orang-Utan Dayak im Zoo Parc de Beauval

Ein kleiner roter Irrwirsch, der sich an einen dicken Klettertau entlang hangelte zog dann als erster meine Aufmerksamkeit auf sich. Am 4. März 2009 wurde in Beauval ein kleiner Orang-Utan, Dayak, geboren. Wenn man sich meine Fotos anschaut sieht man genau, dass es ein männliches Jungtier ist. Er war eifrig dabei seine Insel zu erobern, bleib aber immer in der Nähe seiner Mutter Manis, die am 24. September 1990 in Jersey geboren wurde. Sein Vater Muda – er stammt aus dem Kölner Zoo – hielt sich auch während der Fütterung im Hintergrund der großen Insel auf.

Orang-Utans Manis und Dayak im Zoo Parc de Beauval

Während der Fütterung legte sich Manis ihren Sohn, wie einen Schal um ihren Hals. Dayak schien das aber nichts auszumachen. Neugierig schaute er zu, was da alles Interessantes auf die Orang Insel geworfen wurde und untersuchte ganz genau nach, was das war, das in Mamas Mund verschwand. Am 22. September 2009 zwei Tage vor unserem Besuch in Beauval wurde übrigens ein zweites Orang Utan Jungtier, Belayan, geboren, das aber noch nicht zu sehen war. Im Zoo von Beauval leben zwei Orang-Familien Gruppen.

Orang-Utans Manis und Dayak im Zoo Parc de Beauval Orang-Utans Manis und Dayak im Zoo Parc de Beauval

Orang-Utans Manis und Dayak im Zoo Parc de Beauval Orang-Utans Manis und Dayak im Zoo Parc de Beauval

Auf Borneo unterstützt der ZooParc de Beauval die Organisation Hutan, der Name bedeutet „Wald“, bei ihrer Arbeit. Seit mehr als 10 Jahren untersuchen dort zwei französische Tierärzte Isabelle und Marc Ancrenaz in Sabah wissenschaftlich wie die Orang-Utans ihr Leben in der Freiheit organisieren, wie sie auf die Zerstörung ihres Lebensraums reagieren und welche sozialen Kontakte sie untereinander haben, um Strategien entwickeln zu können, um ihrer Art dort zu helfen, damit die sanften „Waldmenschen“ nicht von unserem Planeten verschwinden. In Sabah gibt es viele Palmölplantagen, die genau in den Gebieten unterhalten werden, in denen früher die Orang Utans ihren Hauptlebensraum hatten. Innerhalb dieser Plantagen können die Tiere nicht überleben. Marc Ancrenaz erklärt das in einem Interview so: „Es wäre genauso, als würde man Menschen auffordern, nur noch Kartoffeln zu essen. Genauso wie die Menschen brauchen auch die Orang Utans für ihr Überleben und ihre Gesundheit eine vielfältige Ernährung.“ Im Laufe ihrer Untersuchung in Kinabatangan haben die Forscher herausgefunden, dass die Orang Utans mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten konsumieren. Es hat sich gezeigt, dass, wenn man genügend Korridore zwischen den übrig gebliebenen ursprünglichen Urwaldgebieten schafft, es möglich sein wird, den Menschenaffen einen genügend großen Lebensraum zu erhalten, um das Überleben der Art sicherzustellen. Wer sich genauer über die Arbeit von Marc Ancrenaz informieren, kann das hier tun.

Orang-Utans im Zoo Parc de Beauval

Auch auf der anderen Seite des Weges gab es einiges zu sehen. Es fand eine der kommentierten Fütterungen statt, bei der die Tierpflegerin alle Mitglieder der Gruppe vorstellte. Mitten auf der Insel hockte der beeindruckende Silberrücken Asato. Er bekam einen großen Anteil des Futters, das auf die Insel geworfen wurde, aber auch der Rest seiner Familie kam nicht zu kurz.

Westlicher Flachlandgorilla Asato im Zoo Parc de Beauval

Als im Juli 2005 zwei neue Gorillas im ZooParc de Beauval ankamen, lebten hier der Silberrücken Yangu mit seinen beiden Frauen Sheila und Inge und es hatte noch nie Nachwuchs gegeben. Inge wurde am 2. März 1980 im Zoo Frankfurt geboren und mit der Hand aufgezogen. Sie lebte von 1984 bis 1997 im Zoo Zürich. Während der Fütterung erfuhren wir, dass sie die Rangniedrigste in der Gruppe ist. Sheila erblickte am 18. Februar 1991 im Zoo in Rotterdam das Licht der Welt, auch sie ist eine Handaufzucht und kam nach diversen Umzügen 1997 nach Beauval. Auch der Mann der Gruppe Yangu wurde von Menschen aufgezogen, er wurde am 24. Mai 1983 in Stuttgart geboren und lebte von 1986 bis 1997 im Zoo Wuppertal. Die Neuankömmlinge Kabinda und Tamarilla wurden im Zoo Howletts in der Nähe von Canterbury in England geboren und haben dort in großen Gorilla Gruppen gelebt, den größten Europas. Hier wird sehr erfolgreich gezüchtet und die beiden haben zuschauen können, wie eine Gorilla Mutter mit ihrem Baby umgehen muss. Kabinda wurde am 10. Dezember 1982 in Howletts geboren und von ihrer Mutter aufgezogen. Tamarilla kam am 29 Juli 1986 zur Welt.

Westlicher Flachlandgorilla im Zoo Parc de Beauval

Ein Tagebuch auf den Internetseiten des Zoos schildert die Eingewöhnungszeit in die Gruppe in Beauval. Sie kamen am 29. Juni 2005 in Beauval an und wurden Schritt für Schritt an die drei anderen Gorillas herangeführt. Zuerst entdeckten sie alleine ein abgetrenntes Innengehege und konnten sich die anderen Gorillas durch ein Gitter und eine Glasscheibe im Nachbargehege anschauen. Nach zwei Wochen kam es dann zum ersten direkten Kontakt und schon nach wenigen Tagen hatte man den Eindruck, dass die Tiere sich schon immer gekannt hätten. Das nächste Abenteuer, war dann der Tag, als sie eine Woche später zum ersten Mal auf die 3000 m² große Gorilla Insel hinaus kamen. Die musste erst einmal erforscht und entdeckt werden. Es wurde dann noch einmal spannend, als sie zum ersten Mal Kontakt mit den Husarenaffen und Mantelaffen hatten, die in Beauval die Außenanlage mit den Gorillas teilen.

Husarenaffen im Zoo Parc de Beauval

Im Juni 2006 kam Asato, ein am 20. Oktober 1991 geborener Gorillamann aus Jersey zu der Gruppe hinzu, weil man mittlerweile festgestellt hatte, dass Yangu zeugungsunfähig war. Seit er auf der Gorilla Insel in Beauval lebt, klappt es auch mit dem Nachwuchs.

Westliche Flachlandgorillas im Zoo Parc de Beauval

Drei Jungtiere wuselten bei unserem Besuch über die Gorilla Insel, spielten Verstecken und Nachlaufen und zeigten nur wenig Respekt vor ihrem beeindruckenden Vater. Wie die meisten Silberrücken ist Asaoto ein fürsorglicher Vater, wie seinen Tierpflegerin uns erzählte. Khala wurde am 3 Juni 2007 geboren. Sie ist die Tochter von Kabinda. Am 21. Oktober 2007 brachte dann Inge Mayombe – auch ein Mädchen – zur Welt. Das jüngste Gorillababy wurde am 27. Februar 2008 von Sheila geboren. In Beauval hat man sich sehr über die kleine Maïcha, das dritte Mädchen innerhalb von sechs Monaten, gefreut Beim Spiel mit ihren beiden älteren Schwestern, hielt ich die Kleinste immer vorsichtig im Schutz ihrer Mutter auf. Auch das vierte Gorillaweibchen Tamarilla wurde von Asato erfolgreich gedeckt. Leider kam ihr Baby im Mai 2008 tot zur Welt. Man hofft im Zoo, dass es 2010 auch bei ihr mit dem Nachwuchs klappt.

Westlicher Flachlandgorilla Asato im Zoo Parc de Beauval

Auch in der Natur setzt sich der ZooParc de Beauval für den Schutz der Flachland Gorillas ein und unterstützt seit 2005 die John Aspinall Stiftung des Zoos Howletts finanziell, die sich seit 1987 in der Republik Kongo für verwaiste Gorilla Kinder in der Nähe von Brazzaville einsetzt. Die Westlichen Flachland Gorillas werden aufgezogen und in zwei geschützten Gebieten wieder ausgewildert. Bereits 38 Gorillas wurden so erfolgreich wieder ein Leben in Freiheit ermöglicht und es hat auch schon die ersten Geburten, von diesen Gorillas gegeben. Ein Erfolg für den Erhalt dieser bedrohten Art. Die in diesem Gebiet durch die Jagd schon ausgerottet war.

Westlicher Flachlandgorilla Asato im Zoo Parc de Beauval

Auch im benachbarten Gabun setzt sich die Stiftung dafür ein Flachlandgorillas wieder im Grenzgebiet zum Kongo in einem Naturreservat anzusiedeln. Auch hier werden verwaiste Tiere, deren Eltern Opfer der Jäger geworden sind, die die Menschenaffen töten, um sie als Bushmeat zu verkaufen, aufgezogen und zurück in die Freiheit gegeben. Auch Gorillas, die in Gefangenschaft in England in den beiden Zoos geboren wurden, die John Aspinall, ein Millionär, der sein Vermögen als Spieler gewonnen hatte, gegründet hat, Howletts und Port Lympne wurden 2002 hierhin gebracht, um zum ersten Mal den Versuch zu wagen, Gorillas, die in einem Zoo geboren wurden, auszuwildern. Die Zukunft wird zeigen, ob das Experiment gelingt. Denn für die Affen, die in Gefangenschaft geboren wurden, ist der Dschungel ein gefährlicher Ort voller unbekannter Geräusche und Gerüche. Hier sind zwei Artikel über die Arbeit der Stiftung in Gabun und im Kongo.

Husarenaffe im Zoo Parc de Beauval

Da es schon recht spät war und wir uns noch auf dem Erweiterungsgelände des Zoos umschauen wollten, haben wir uns das Gorillahaus von innen gar nicht angeschaut und so die Manatis verpasst. Am 31. Dezember 2001 gab es einen besonderen Grund zum Feiern in Beauval. Das erste Seekuhjungtier in Frankreich wurde geboren und wenig später – wie sollte man ihn auch anders nennen – Sylvester getauft. Er hat seit 2003 Gesellschaft von zwei weiteren Seekühen bekommen. Im November wurden Quito und Luna geboren, eine Zwillingsgeburt, die bei Seekühen sehr selten ist. So ist es besonders schade, dass wir uns die fünf Manatis des Zoos nicht gesehen haben.

Im Zoo Parc de Beauval

Wir gingen also über die Brücke hinüber zu dem Erweiterungsteil des Zoos. Schon neugierig darauf, was uns dort erwartete. Besonders gespannt war ich auf die Elefantenanlage, die hatten wir nämlich bei unserem letzten Besuch in Beauval 2005 nicht gesehen.

Im Zoo Parc de Beauval

2003 wurde der Park um 5 ha vergrößert, auf dieses Gelände zogen 5 Afrikanische Elefanten. Stolz wirbt der Zoo mit seiner großen Elefantenanlage. 5 ha für 5 Elefanten. In welchem anderen Zoo hat schon jeder Elefant 1 ha für sich zur Verfügung?

Okapi im Zoo Parc de Beauval

Aber bevor wir zu den Elefanten kamen, gingen wir an den Anlagen der Okapis vorbei, die seit 2005 zwischen der Elefantenanlage und dem Tropenhaus, das den Beuteltieren aus Australien und Neuguinea gewidmet ist, leben. Auch sie beeindrucken durch ihre Größe. Beauval ist der einzige private Zoo der Welt, in dem man Okapis beobachten kann. Am 22. März 2005 kam das erste Okapi in Begleitung seines Tierpflegers aus dem Zoo Antwerpen an, am 6. April 2005 folgte das zweite aus dem Marwell Zoo in der der Nähe von Winchester (Südengland).

Im Zoo Parc de Beauval

Auf sie wartete eine 6000 m² große Anlage mit drei Gehegen und einem Tierhaus, dessen Dach teilweise verglast ist und innen eine Temperatur von 28° C und 90% Luftfeuchtigkeit bietet. Man hat so gut es geht in den Gehegen den natürlichen Lebensraum der Okapis nachgebildet und sogar einen kleinen Bambuswald angepflanzt. Es gibt zwei Holzkioske auf dem Gelände mit Wärmelampen für kalte Tage und eine Nebelanlage, die im Sommer einen feinen Wassernebel erzeugt um für die richtige Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Allerdings sind die über 100 neu gepflanzten Bäume auf der Anlage noch recht klein und es wird noch einige Zeit dauern, bis die Waldgiraffen auch in ihren Gehegen einen kleinen Wald besitzen.

Okapi im Zoo Parc de Beauval

Im Mai 2009 kam ein Okapi aus dem Zoo Berlin nach Beauval, Bosi, der am 16. September 2007 geboren ist. Heute leben drei Okapis in Beauval, neben Bosi noch ein zweites männliches Tier, Dayo, der am 18. Oktober 2005 im Zoo Rotterdam geboren ist und seit Mai 2008 in Beauval lebt, und ein weibliches Tier. Als wir an den großzügigen Gehegen vorbei gingen, war eines der Tiere dabei, das Gras von dem Wall zu fressen, der das Gehege auf einer Seite begrenzt. Der Weg liegt auf dieser Seite etwas höher, als das Gehege. Was uns die Gelegenheit bot seinen Kopf aus nächster Nähe anzuschauen. Scheinbar schmeckt allen Tieren das Gras, das am schwersten zu erreichen ist, immer am besten.

Okapi im Zoo Parc de Beauval

Wie alle anderen Okapihalter in Europa und Nordamerika unterstützt auch der Zoo Beauval finanziell das von Gilman International Conservation betriebene Okapi-Schutzprojekt im Ituriwald in der Demokratische Republik Kongo. Die Réserve de Faune à Okapis, das Okapi-Naturreservat, gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO und ist etwa 13.700 km² groß. Seit 1997 gilt es als gefährdet, da aufgrund der politischen und ökonomischen Verhältnisse im Kongo die Finanzierung des Naturreservates nicht gesichert ist und es durch Brandrodung für die Landwirtschaft und die kommerzielle Jagd zum Verkauf von Wildfleisch bedroht ist. Auch der Abbau von Gold und Coltan stellt eine Gefährdung für das Reservat dar.

Okapi im Zoo Parc de Beauval Okapi im Zoo Parc de Beauval

Um eine Alternative zur traditionellen Jagd der Tiere in Urwald (Bushmeat) zu schaffen, wird unter Leitung des Okapi Conservation Projekts die Domestizierung der dort heimischen Rohrratten gefördert, die dort als Delikatesse gelten. Da diese Programme in der gesamten Region angenommen werden, haben sie geholfen, den Jagddruck auf die einheimische Tierwelt zu verringern. Außerdem unterstützt man die Landwirte bei der Verbesserung der Ernteerträge und Rückgewinnung von brachliegenden Feldern, um die Zerstörung des Regenwaldes zu verhindern. Wer mehr darüber wissen will, kann es auf den Internetseiten von Gilman International Conservation nachlesen, der Jahresbericht 2008 des Okapi Conservation Project listet u. a. auch auf, welche Zoos das Projekt mit welcher Summe unterstützt haben.

Im Zoo Parc de Beauval

Dann waren wir an der Anlage der Elefanten angekommen. Sie gliedert sich in zwei Teile, ein Gehege mit Sandboden und ein Gehege mit Grasboden, einer Matschkuhle und einem großen See für die Elefanten. Die Elefantenherde von Beauval besteht aus einem Bullen, Limbo, der am 13. Januar 2001 im Ramat Gan Zoo in Israel geboren wurde und vier Kühen – Marge, MBili, NDala und MKala. Marge wurde 1986 im Krüger Nationalpark in Zimbabwe geboren. Die anderen vier weiblichen Elefanten kamen 1989 in Namibia zur Welt. Bevor sie am 13. März 2003 nach Beauval kamen, lebten sie alle fünf Longleat Safari Park.

Afrikanischer Elefant Limbo im Zoo Parc de Beauval

Der Bulle war bei unserem Besuch alleine in dem Sandgehege untergebracht, während die vier Kühe gerade dabei waren sich im Schlammloch des anderen Geheges zu wälzen. Eine nach der anderen pflegte ihre Haut mit einer Schlammpackung. Dann zogen sie hinüber zum großen See und stillten ihren Durst, bevor sie eine große Runde über ihre Anlage machten.

Afrikanische Elefanten im Zoo Parc de Beauval

Auch das Elefantenhaus, in dem die Tiere die Nacht verbringen ist großzügig gestaltet. Die Zoobesucher können es sich anschauen, es hat eine Fläche von 1500 m². Es ist hat allerdings innen nur eine Reihe von Ställen und ist nicht wie z.B. in Köln ein Innengehege für kaltes Wetter.

Afrikanische Elefanten im Zoo Parc de Beauval Afrikanischer Elefant im Zoo Parc de Beauval

Afrikanischer Elefant im Zoo Parc de Beauval Afrikanische Elefanten im Zoo Parc de Beauval

Wir gingen auf der anderen Seite der Okapigehege entlang zum neuesten Tropenhaus des Zoos, indem die Baumkängurus und Koalas untergebracht sind. Rund um das Haus sind auch in den Außengehegen große und kleine Kängurus zu sehen.

Parmawallaby im Zoo Parc de Beauval

Die ersten Koalas kamen im März 2002 in den ZooParc de Beauval. Sie bewohnen zusammen mit Matschie-Baumkängurus und Goodfellow Baumkängurus, deren Heimat Neuguinea ist, das 4. Tropenhaus des Zoos. Die Matschie-Baumkängurus werden außer in Beauval in Europa nur noch im Kölner Zoo gehalten. 2007 zog Kiari, der am 1. März 2006 in Beauval geboren wurde, in die Domstadt am Rhein, um dort einmal für Nachwuchs zu sorgen.

Matschie-Baumkänguru im Zoo Parc de Beauval

Die Goodfellow Kängurus bekamen im Herbst 2008 Nachwuchs, es ist bereits das zweite Mal, dass hier eines der seltenen Tiere geboren wurde. Der erste Nachwuchs ist mittlerweile nach Irland in den Zoo von Belfast umgezogen. Außerdem beherbergt das Tropenhaus Vögel aus Australien und zwei wunderschöne Aquarien.

Goodfellow-Baumkänguru im Zoo Parc de Beauval

2008 gab es den ersten Koalas Nachwuchs in Frankreich. Am 18. November 2008 wurde Alkoomie, ein weibliches Tier, geboren. Sie zeigte sich allerdings erst das erste Mal im Juli 2009.

Koala im Zoo Parc de Beauval

Es gibt nur um die 70 Koalas in den Zoos auf der ganzen Welt. Davon leben fünf im ZooParc de Beauval. Der Eukalyptus, von dem sich die Tiere ausschließlich ernähren wird ein paar Mal in der Woche aus England nach Beauval gebracht. Denn Koalas sind sehr wählerisch, sie fressen nur bestimmte Sorten von Eukalyptus. Von den über 500 Eukalyptussorten nehmen sie nur rund die Blätter von rund 70 Arten zu sich, manche Koalas nutzen sogar nur 5-10 Arten. Hinzu kommt, dass die Koalas nur die zarten Blätter fressen. Deshalb ist die Haltung von Koalas in Zoos so problematisch.

Koala Alkoomie im Zoo Parc de Beauval

Der Eukalyptus für die Koalas in Beauval kommt mit dem Flugzeug nach Roissy nördlich von Paris und wird dann mit einem privaten PKW zum rund 250 km entfernt liegenden Beauval transportiert. Allein das verursacht Kosten in Höhe von 100.000 Euro im Jahr. Man hat in Beauval in einem Gewächshaus eine Plantage mit verschiedenen Eukalyptussorten angelegt, um den Speisezettel der Tiere möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Die Ernte daraus reicht aber nicht aus, um die fünf Tiere, die in Beauval leben zu ernähren, zwei Männchen und zwei Weibchen und das Jungtier Alkoomie.

Koala im Zoo Parc de Beauval

Der Vater der hübschen Alkoomie, der übrigens in der Sprache der Aborigines „die Bewundernswerte“ bedeutet, heißt Bulkee und lebt mittlerweile in den USA im Metroparks Zoo von Cleveland (Ohio). Er kam 2007 aus dem Zoo Lissabon, wo er 2003 geboren wurde, nach Beauval. Ihre Mutter Alguna wurde am 22. Februar 2006 im Zoo Duisburg geboren und kam 2008 in Beauval an. Das andere Weibchen heißt Hanya und wurde am 14. Juni 2006 im Parc Animalier de Planckendael in Mechelen in Belgien geboren. Die beiden weiblichen Tiere teilen sich ein Gehege. Hanyas Partner, Omaroo, kam 2009 aus dem Cleveland Metroparks Zoo nach Beauval. Er wurde am 13. August 2006 geboren. Hanya ist seinem Charme, sein Name bedeutet in der Sprache der Aborigines „Ein schöner Anblick“, schon erlegen und man hofft, dass es bald weiteren Nachwuchs geben wird. Der zweite männliche Koala heißt Kutjara, er stammt aus dem Zoo San Diego, und lebt seit 2003 in Beauval. Wie alle Koalas außerhalb Australiens sind sie Eigentum der australischen Regierung.

Koala im Zoo Parc de Beauval

Die erwachsenen Koalas bewegten sich kaum, während wir uns in dem Tropenhaus aufhielten. Die kleine Alkoomie war da schon munterer. Sie kletterte ein bisschen auf und ab und verspeiste genüsslich die zarten Blätter der Eukalyptus Äste, die man für sie in der Nähe ihres Sitzplatzes angebracht hatte.

Koala Alkoomie im Zoo Parc de Beauval Koala Alkoomie im Zoo Parc de Beauval

Koala Alkoomie im Zoo Parc de Beauval Koala Alkoomie im Zoo Parc de Beauval

Auch bei den Baumkängurus gab es nur wenig Bewegung. Immerhin schauten sie freundlich in die Kamera, als wir sie fotografierten. Einen besonders farbenprächtigen Anblick boten die Fische in den Aquarien des Tropenhauses.

Tropischer Fisch im Zoo Parc de Beauval Tropischer Fisch im Zoo Parc de Beauval

Vorbei an der Anlage der Nebelparder, in der sich leider kein Insasse sehen ließ, gingen wir zurück zu dem andern Teil des Zoos. Im Jahr 2006 waren diese scheuen Raubkatzen neu in den Zoo gekommen und seit damals kann man auch Java Languren im Zoo bewundern.

Im Zoo Parc de Beauval

Es wurde langsam Zeit zum Auto zurück zugehen. Doch bevor wir den Zoo verlassen konnten, mussten wir unbedingt noch bei den Schimpansen vorbeischauen. Auf der Außenanlage war wenig los, die meisten Mitglieder der großen Schimpansengruppe hielten sich im Innern des Tropenhauses auf. Hier konnten wir den Jungtieren beim Spielen zu sehen. Am 23. November 2008 war der kleine Wamba geboren worden und 2009 gab es gleich zweimal Nachwuchs bei den Schimpansen. Wamba bekam am 14. Januar 2009 einen Spielkameraden Tumba und am 19. Juni 2009 wurde Inongo geboren, ein weiteres männliches Tier.

Schimpanse im Zoo Parc de Beauval

Wie bei den anderen Menschenaffenarten beteiligt sich der Zoo auch bei den Schimpansen an einem Projekt in situ. In Sierra Leone unterstützt Beauval das Tacugama Schutzgebiet, in dem Schimpansen aus dem illegalen Tierhandel, der Tiere an Privatpersonen als Haustiere verkauft, und Waisen, die durch die Zerstörung des Urwaldes oder die Jagd ihre Heimat und ihre Familie verloren haben, eine neue geschützte Heimat finden. Ein neues Projekt dieses Schutzgebietes untersuchte bis zum Sommer 2009 den Zustand des natürlichen Lebensraums der Schimpansen in neun getrennten Urwaldgebieten in Sierra Leone. Mehr Informationen findet ihr auf der Homepage des Tacugama Chimpanzee Sacntuary .

Schimpanse im Zoo Parc de Beauval Schimpanse im Zoo Parc de Beauval

Im gleichen Haus wie die Schimpansen lebten bei unserem Besuch auch die Hanuman-Languren, die aber 2010 ein neues Zuhause erhalten sollen. Auch sie hatten ein sehr niedliches Jungtier, dem wir eine ganze Zeit zugeschaut haben, wie es seine hervorragenden Kletterkünste demonstrierte. Die Hanuman-Languren sind in ihrer Heimat Indien heilige Affen, da sich in ihnen der Affengott Hanuman verkörpert. Darum findet man sie in vielen Tempelanlagen. Man darf sie nicht belästigt, auch wenn sie Felder verwüsten oder Getreidespeicher plündern. Trotzdem ist ihr Bestand bedroht, da auch ihr Lebensraum immer kleiner wird.

Hanuman- Langur im Zoo Parc de Beauval Hanuman- Langur im Zoo Parc de Beauval

Hanuman- Langur im Zoo Parc de Beauval Hanuman- Langur im Zoo Parc de Beauval

Hinter der Schimpanseninsel liegt eine zweite Anlage mit Tieren aus Afrika auf der u. a. Dromedare, Somali Esel und Zebras zu sehen sind. Es fiel uns nicht leicht, den Zoo Parc zu verlassen. Es gab noch so vieles zu entdecken. So hielten wir auf dem Weg zum Ausgang immer wieder an, z. B. wir bei den Bartaffen an, die auch ein Jungtier hatten.

Dromedare im Zoo Parc de Beauval

Wir hatten nicht genug Zeit, um alle Tieranlagen des Zoos anzuschauen. Dazu braucht man mindestens einen ganzen Tag. Man kann eine Eintrittskarte für zwei Tage kaufen, die preiswerter ist, als zwei einzelne Tageskarten. Das lohnt sich sicher, wenn man mehr Zeit wie wir hat. Wir werden ganz bestimmt bald wieder im Urlaub nach Beauval vorbeischauen. Denn für das Jubiläumsjahr 2010 ist eine weitere Vergrößerung geplant, um das 30 jährige Bestehen des Zoos zu feiern.

Bartaffen im Zoo Parc de Beauval

2010 wird der Zoo um weitere 2,5 ha vergrößert, auf dem neugeschaffenen Zooteil sollen im März Tiere aus Asien leben. Ein großer Teil ist für die Panzernashörner vorgesehen. Das männliche Panzernashorn Daan, das am 4. Juli 2000 im Zoo Rotterdam geboren wurde, lebte seit 2004 im Zoo Madrid zusammen mit einem anderen Männchen, seine zukünftige Partnerin wird die am 27. November 2005 im Tierpark Friedrichfelde in Berlin geborene Saathi. Da ich sie in Berlin schon zusammen mit ihrer Mutter Betty und ihrer kleinen Schwester Manjula gesehen habe, bin ich schon gespannt, wie sie sich in ihrem neuen Zuhause zurecht finden wird. Die Panzernashörner werden die Anlage mit Axishirschen, Hirschziegen- und Nilgauantilopen teilen. Außerdem wird eine Anlage für Schabrackentapire errichtet, auf der auch Muntjaks und Weißnackenkraniche leben werden. Auch die Bengalischen Hanuman-Languren werden auf dem Erweiterungsgelände eine neue Anlage mit einer großen Voliere erhalten.

Steppenzebra im Zoo Parc de Beauval

Die Informationen habe ich hier gefunden:

http://www.zoobeauval.com/
http://www.top-parents.fr/sorties/parcs-animaliers/interview-du-directeur-du-zoo-parc-de-beauval.html
http://www.leszoosdanslemonde.com/leszoosdanslemonde/europe/france/saint_aignan/saint_aignan_2002.htm
http://www.giconline.org/o-wildlife.asp
http://de.wikipedia.org/wiki/Okapi-Nationalpark
http://www.zoodirektoren.de/staticsite/staticsite.php?menuid=296&topmenu=163
http://www.tacugama.com/
http://www.derwesten.de/leben/tierisches/Sierra-Leone-erhebt-Zahlen-zu-bedrohten-Schimpansen-id834138.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Tacugama
http://de.wikipedia.org/wiki/Hanuman-Languren

Mehr Bilder von:
den weißem Tigern
den anderen Raubkatzen
der Afrikasavanne
den Tüpfelhyänen
dem Orang-Utan Baby Dayak und seiner Familie
von der Gorilla Insel
von den Okapis und Elefanten,
von den Beuteltieren aus Australien und Neuguinea
aus dem Schimpansenhaus und
den restlichen Tieren.
Wer noch nicht genug hat,
noch ein paar Fotos aus 2005.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s