Zoo d’Amiens

Ein Wasserlauf um grüne Inseln mit exotischen Tieren

Im nächsten Jahr wird der Parc animalier municipal d’Amiens, der Zoo von Amiens, 60 Jahre alt, doch heute präsentiert sich der recht kleine Tierpark im Norden Frankreichs in einer durchaus modernen Gestalt. Leider war bei unserem Besuch am Europäischen Denkmalschutzsonntag kein besonders schönes Wetter. Aber davon lässt sich ein echter Zoofan ja nicht abschrecken. Es regnete nicht, also stand unserem Besuch nichts entgegen. Wir freuten uns über den reduzierten Eintritt an diesem Tag, statt der normalen 5,50 € mussten wir nur 4 € bezahlen.

Im Zoo d'Amiens

1949 hatte sich der damalige Bürgermeister der Stadt Amiens dazu entschlossen, das Gelände des Parkes „Petite Hotoie“, der direkt neben dem großen Wasserbecken des „Grand Hotoie“ liegt, wieder zu nutzen. Als Folge des II. Weltkrieges lag die ehemalige Parkanlage brach und die Natur war dabei sie zurückzuerobern.  Inspiriert durch die Anlagen der Zoologischen Gärten von Mulhouse, Basel, Antwerpen und Zürich ließ er eine Zoolandschaft mit einem Flusslauf, Bäumen und Büschen gestalten, durch die verschlungene Wege führten. Dann zogen nach einiger Zeit die ersten Tiere ein, die hauptsächlich aus dem Parc de Clères, in der Haute-Normandie, und dem Zoo de Vincennes stammten.

Im Zoo d'Amiens

Im Mai 1952 war es dann endlich soweit, der Jardin zoologique de la Petite Hotoie öffnete anlässlich der Messe der Picardie seine Türen für die Besucher. Die Tiersammlung war im Vergleich zu den Zoos in Lyon oder Mulhouse noch sehr klein, die Rede ist von Bären und Raubvögeln. Die größte Attraktion war der Ritt auf einem Kamel.

Im Zoo d'Amiens

Im Jahr 1960 hatte sich das geändert. Die Liste der Zoobewohner war so lang, dass man sich heute fragt, wo man alle diese Tiere untergebracht hatte. Dazu gehörten Raubkatzen – Löwe, Tiger, Gepard, Puma und Leopard – und Bären – Braunbär, Baribal, Malaienbär und Eisbär – aber auch andere Raubtiere – Wolf, Schakal, Polarfuchs – und der Ameisenbär. Viele Primatenarten – auch selten in Zoos gezeigte – bewohnten den kleinen Tierpark: Mantelpavian, Mandrill, Gibbon, Meerkatze, Makak und Schimpanse. Es gab Giraffen, Yaks, Kamele, Lamas, Himalaya-Seraus, Sikahirsche, Nilgau Antilopen, Rentiere, Damhirsche und Seehunde zu bewundern, von denen einer in der Mündung der Somme eingefangen wurde. Hinzukamen viele Vögel – Steinadler, Karakara, Kahlkopfgeier, Uhu, Nandu, Strauß, verschiedene Aras, Amazone, Kakadu, Kubaflamingo, Saruskranich, Kronenkranich, Jungfernkranich, Kormoran, Schwarzstorch, Rötelpelikan und Marabu – und Reptilien – Eidechsen, Python und Krokodil. Darüber hinaus bereicherten die Tiere des Zirkus N. Rancy, der in Amiens sein Sommerquartier bezog, die Tiersammlung des Zoo, dazu gehörten u.a. Elefanten.

Asiatischer Elefant Jana im Zoo d'Amiens

Zu Beginn der 1970er Jahre fand ein erstes Renovierungsprogramm statt.

1971 wurde ein Affenhaus errichtet, in dem ein Paar Schimpansen gezeigt wurde und 1972  ein Raubtierhaus gebaut, in das ein Tiger, ein Paar Baribals, drei Löwen, ein schwarzer Panther, zwei Nebelparder und ein Paar Geparden einzogen.

1973 wurde das Elefantenhaus gebaut. Die erste Bewohnerin war Sandrine, eine Elefantenkuh, die 1970 in Thailand geboren wurde. Ihr leistete von 1981 an eine zweite Kuh, Laxmy Gesellschaft, die Anfang der 1970er Jahre in der Wildnis geboren wurde und dann 1973 in den Zirkus Jean Richard kam. Bevor sie nach Amiens kam, lebte Laxmy im Zoo d´Ermenonville. Im Juli 1984 verließ sie aber Amiens wieder und wurde in den in den Zoo Romanèche-Torin gebracht, wo sie heute noch lebt. Sandrine blieb bis zum 11. Oktober 2001 im Zoo von Amiens und kam von dort nach Dänemark in den Givskud Zoo.

Asiatischer Elefant Jana im Zoo d'Amiens

Ebenfalls 1973 wurde die Giraffenanlage umgebaut. Zunächst zogen zwei Giraffen ein – Hula und Pauline. Ihr Zuhause gefiel ihnen offenbar gut, denn ein Jahr später kam ein Jungtier zur Welt, das Landry getauft wurde. Später bekamen sie Gesellschaft von drei weiteren Giraffen: Germain, Raoul und Jo, die in Amiens lebten, bis man 1990  die Giraffenhaltung aufgab.

Nach dieser Renovierung beherbergte der Zoo über 250 Tiere aus mehr als achtzig verschiedenen Arten.

Weißhandgibbons im Zoo d'Amiens

1973 wurde aus dem Jardin zoologique der Parc animalier municipal d’Amiens aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Tiersammlung für die Lehre der Naturwissenschaften. In selben Jahr wurde das Washingtoner Artenschutzabkommen verabschiedet, das den internationalen Handel mit gefährdeten Arten kontrolliert und das Frankreich im Jahr 1978 ratifiziert hat. Auch auf Druck der Anti-Zoo-Bewegung kam es Mitte der 1970er Jahre in Frankreich zu einem Umdenken. Zoos sollten nicht mehr in erster Linie den Erholungs- und Unterhaltungswünsche der menschlichen Besucher dienen, sondern das Wohl der Tiere in den Vordergrund stellen, einen Bildungs- und Forschungsauftrag erfüllen und sich für den Erhalt bedrohter Tierarten im Zoo und in der Natur einsetzen. 1976 wurde ein Gesetz zum Naturschutz verabschiedet und 1978 Regelungen beschlossen, die zoologische Einrichtungen erfüllen mussten.

Weißstorch im Zoo d'Amiens

Obwohl der kleine Zoologische Park Amiens nur über geringe finanzielle Mittel verfügte, war er einer der ersten in Frankreich der ab 1982 über eine Art Zooschule verfügte.

Auch zu Beginn der 1990 er Jahre lebten im Zoo d’Amiens um die 250 Tiere aus 80 Arten, darunter so bedrohte Tierarten wie der Amurleopard und der Aisatische Löwe.

Humboldtpinguine im Zoo d'Amiens

1995 beschloss die Stadt Amiens 10 Mio. Francs zur Verfügung zu stellen, um die Tieranlagen des Zoos zu renovieren. 1998 wurde der Tierpark während der zweiten Phase der Renovierung für eineinhalb Jahre geschlossen. Das Raubkatzenhaus wurde vollständig abgerissen, um Platz für das heutige Eingangsgebäude zu schaffen.   Das Seehundbecken wurde zerstört, damit die neue Anlage für die Humboldtpinguine gebaut werden konnte. Eine neue Robbenanlage mit einem 1200 qm großen Becken entstand an der Stelle, wo vorher die Giraffen ihr Zuhause hatten. Vier Inseln entstanden mit einem zentralen Gebäude für die Primaten des Zoos. Das gesamte Areal von 6,5 Hektar wurde neu gestaltet, in 16 Bereiche eingeteilt und mit Informationstafeln versehen, die die Zoobesucher für den Erhalt der Umwelt sensibilisieren sollen. Am 23. Juni 1999 konnte Gilles de Robien, der Bürgermeister der Stadt Amiens, den renovierten Zoologischen Park von Amiens wiedereröffnen.

Roter Vari im Zoo d'Amiens

Seitdem hat sich an der Gestaltung der Parkanlagen und der Ausrichtung des Zoos hin zum Erhalt bedrohter Tierarten wenig verändert. Man hat sich von einigen Tierarten verabschiedet – neben den Giraffen von allen großen Raubkatzenarten und den Großbären. Dafür sind andere Arten in den Zoo eingezogen. Während direkt nach der Renovierung noch rund 400 Tiere aus fast 90 Arten im Zoo lebten, sind es heute noch etwa 350 Tiere aus 60 verschiedenen Arten – vor allem kleine Tierarten, zu  denen bedrohten Tierarten gehören wie Schwarz-Weiße und Rote Varis, Lisztaffen, Totenkopfaffen, Geoffroy-Klammeraffen und Rote Pandas. Seit 2001 ist der Zoo Mitglied der EAZA und seit Mai 2002 der ANPZ, der französischen nationalen Organisation der Zoologischen Gärten. (Association nationale des parcs zoologiques). Der Zoo von Amiens nimmt an neun EEP und sieben ESB teil.

Weißhandgibbon im Zoo d'AmiensWeißhandgibbon im Zoo d'Amiens

Hinter dem Eingangsgebäude begrüßten uns als erstes die Weißhandgibbons des Zoos, die trotz des grauen Wetters eine Klettervorstellung gaben. Es war unser zweiter Besuch im Zoo d’Amiens und ein Teil der Fotos – die sonnigeren Exemplare – stammt aus dem Jahr 2007.  In Amiens lebt ein Paar Gibbons auf einer der vier Affeninseln im Zentrum des Parkes – das Weibchen Dilou, das am 18. März 1998 im Park du Reynou (bei Limoges) geboren und dort mit der Hand aufgezogen wurde, von dort kam sie zunächst in den Zoo de Saint-Martin-la-Plaine, bevor sie nach Amiens umzog, und das Männchen Johnny, das am 3. Oktober 1996 in Kopenhagen auf die Welt kam. 2005 hatten die Beiden den ersten Nachwuchs.

Asiatischer Elefant Jana im Zoo d'Amiens

Ganz ohne große Tiere kommt man aber auch in Amiens nicht aus. So zogen, nachdem auch die Elefantenanlage renoviert wurde, 2003 wieder zwei Asiatische Elefanten in den Zoo ein. Wir wandten uns hinter dem Eingang nach rechts und konnten die erste der beiden Elefantenkühe schon sehen. Jana spazierte gemütlich über die Anlage. Sie wurde 1976 geboren und kam 1980 in den Staatszirkus der DDR. Am 19. Mai 1999 kam sie im Zoo von Antwerpen an, von wo sie am 4. Juli 2003 nach Amiens umzog. Zusammen mit ihr kam Bombay, die 1954 in der Wildnis geboren wurde und wie Jana im Staatszirkus der DDR auftrat – sie kam 1960 dorthin – und mit ihr zusammen in Antwerpen lebte, nach Amiens. Sie musste im Februar 2005 im Alter von 51 Jahren eingeschläfert werden.

Asiatischer Elefant Praya im Zoo d'Amiens

Seit November 2005 leistet Jana die 35 Jahre alte Praya Gesellschaft. Sie wurde 1976 in der Wildnis geboren und kam zunächst in den Zoo von Cottbus, von dort zog sie 1995 nach Münster um und wurde dann im November 2003 nach Prag gebracht. Praya hielt sich am anderen Ende der Anlage auf und „flirtete“ mit Zoobesuchern, die sie von einer Plattform neben dem Elefantenhaus aus beobachteten.

Westafrikanischer Pfauenkranich im Zoo d'Amiens

Der Besucherweg führt um die Elefantenanlage herum. Auf halben Weg kommt man zu der Anlage der beiden Roten Pandas des Zoos. Das Gehege wird wie auch die Elefantenanlage durch einen Wassergraben begrenzt und ist dicht mit Büschen bewachsen, die den Katzenbären viele Versteckmöglichkeiten bieten. Es gibt eine große Weide, deren Äste für die Tiere eine gern angenommen Klettermöglichkeit darstellen und sie schlafen oft oben im Baum, wo man sie nicht sehen kann. Doch wir hatten Glück, beide Bewohner hatten sich Schlafplätze gesucht, auf denen man sie sehen konnte und einer der Beiden wurde zu unserer Freude sogar wach und riskierte einen Blick auf die wenigen Menschen, die sich auf den Weg in den Zoo gemacht hatten.

Kleiner Panda im Zoo d'Amiens

Auf dem kleinen Wasserlauf, der durch den ganzen Zoo führt und die Wassergräben bildet, die die Tieranlagen begrenzen, schwamm eine Gruppe wunderschöner Trauerschwäne. Sie hatten sich scheinbar einiges zu berichten. Sie begrüßten sich lauthals und nickten dabei mit den Köpfen auf und ab. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der schönen Vögel, die besonders durch ihre „Federlocken“ auffallen, ist Australien und Tasmanien. In Neuseeland wurden sie eingebürgert und auch in Europa gibt es eine sich selbsttragende Population von 60 bis 70 Brutpaaren in den Niederlanden.

Trauerschwäne im Zoo d'AmiensTrauerschwäne im Zoo d'Amiens

Trauerschwäne im Zoo d'AmiensTrauerschwäne im Zoo d'Amiens

Gegenüber von der Elefantenanlage kann man durch ein Fenster Grüne Leguane anschauen. Die Tiere hatten bei unserem Besuch jede Menge Futter bekommen – klein geschnittenes Gemüse und Früchte – das sie aber nicht beachteten. Hinter dem Elefantenhaus liegt die Anlage, die sich Capybaras und Flachlandtapire teilen. Die Außenanlage war aber leer. Vermutlich war den Bewohnern das Wetter zu unfreundlich. Das machte den beiden Elefantendamen nichts aus. Sie scheinen sich gut zu verstehen. Als wir neben dem Elefantenhaus, an der Besucherplattform angekommen waren, steckten sie die Köpfe zusammen und verschlangen ihre Rüssel in einander. Es sah so aus, als ob sie auf Elefantenart miteinander schmusen wollten.

Asiatische Elefanten Jana und Praya im Zoo d'Amiens

Ein Stück weiter lagen die Innenanlagen der Totenkopf- und Weißbüschelaffen, gegenüber von den Inseln der Klammeraffen, Roten Makis und Weißschulterkapuziner. Es gibt für beide Arten Außenanlagen, doch die Totenkopfaffen zogen es vor, im warmen Innengebäude zu bleiben. Aber die kleinen Krallenaffen trauten sich nach draußen.

Weißbüscheläffchen im Zoo d'Amiens

Auf der Insel der Weißschulterkapuziner war mehr los. Hier wurde eifrig nach Futter gesucht. Kleine Steine wurden herumgedreht, das Gras genau untersucht und zwei Affen – ein Jungtier und ein erwachsener Kapuzineraffe – schauten andächtig unter einem großen Stein nach, ob es da nicht noch etwas Leckeres zu finden gab. In Amiens lebt eine große Gruppe Weißschulterkapuziner, die regelmäßig Nachwuchs haben. Wir hatten auch Hunger. Wir wussten von unserem ersten Besuch im Zoo von Amiens schon, dass man hier allenfalls einen kleinen Snack erwarten konnte. Sandwich und Getränke – auch Kaffee – gibt es nur aus Automaten. Doch an diesem Wochenende gab es sogar einen offenen Kiosk, in dem man Waffeln und Eis kaufen konnte. Ein paar Tische und Stühle stehen unter einem Holzdach, so dass man auch bei schlechtem Wetter ein Picknick machen kann.

Weißschulterkapuziner im Zoo d'AmiensWeißschulterkapuziner im Zoo d'Amiens

Weißschulterkapuziner im Zoo d'AmiensWeißschulterkapuziner im Zoo d'Amiens

Der Picknickplatz liegt direkt neben der Anlage der Ozelots, die 2006 errichtet wurde. Sie sind die einzigen Raubkatzen, die heute noch im Zoo von Amiens leben. Der Ozelotkater, Bellissimo, – er kam Anfang August 2006 aus einem slowakischen Zoo nach Amiens – und die Katze – sie stammt aus einem niederländischen Zoo und lebt seit 2007 in Amiens – haben getrennte Gehege, die nebeneinander liegen. Ozelots sind generell Einzelgänger, die nur zusammen kommen, um sich zu paaren und nach erfolgreicher Befruchtung wieder getrennte Wege gehen. Scheinbar hatten beide Tiere in Amiens großes Interesse aneinander. Sie liefen an der Abtrennung – ein mit Sichtschutz versehenes Gitter – entlang und blieben immer wieder an dem Schieber stehen, über den die beiden Gehege miteinander verbunden werden können. Trotz einiger Versuche hatte ich kein Glück bei dem Versuch eines der beiden Tiere zu fotografieren. Die Anlage ist dicht mit grünen Pflanzen bewachsen und die Tiere liefen einfach zu schnell hin- und her, um ein scharfes Foto zu machen. Hinter dem Picknickplatz gibt es seit diesem Jahr eine Voliere mit Reihern und Ibisen. Hier hatte ich beim Fotografieren mehr Glück. Die Voliere bieten den Tieren einen Wasserlauf und Nistplätze auf Bäumen.

Seidenreiher im Zoo d'Amiens

Wir zogen mutig ein Sandwich aus dem Automaten, das gar nicht so schlecht schmeckte, und setzten dann unseren Zoorundgang fort. Bei der nächsten Anlage hatten wir wiedereinmal Pech. Die Mähnenwölfe ließen sich nicht blicken. Aber bei den Kattas nebenan hatten wir mehr Glück. Die Lemuren hockten aneinander gekuschelt auf einem Ast und beäugten aufmerksam ihre Umgebung, die geringelten Schwänze um den Körper gewickelt. In Amiens gibt es eine Gruppe weiblicher Tiere. Früher hat man hier auch gezüchtet. Aber da Kattas in Zoos recht leicht Nachwuchs bekommen, gibt es ein Überangebot an Jungtieren. Da in Amiens nicht so viel Platz ist, hat man sich dazu entschlossen, die Zucht zu beenden und lieber Tieren aufzunehmen, für die in Zuchtgruppen kein Platz vorhanden ist.

Kattas im Zoo d'Amiens

Der Weg führt um eine große Insel in der Mitte des linken Teil des Zoos herum, vorbei an weiteren Anlagen mit Krallenaffen: Kaiserschnurrbart-tamarine, Rothandtamarine und Lisztaffen, die mit Agutis ihre Anlagen teilen. Hier waren auch weitere Weißbüschelaffen zu sehen. Bei den Kaiserschnurrbarttamarinen hatte es in diesem Jahr Nachwuchs gegeben. Die kleinen Affen leben in großen, dicht bewachsenen Gehegen, die für die Zoobesucher durch Gitter einzusehen sind.

Kaiserschnurrbarttamarin im Zoo d'AmiensListäffchen im Zoo d'Amiens

Listäffchen im Zoo d'AmiensKaiserschnurrbarttamarin im Zoo d'Amiens

An der nordwestlichen Ecke des Zoos liegt die Anlage der Nasenbären. Die waren bei unserem Besuch recht müde und hatten sich alle einen Schlafplatz gesucht. Einen der Südamerikanischen Nasenbären konnten wir zusammengerollt auf einer Plattform entdecken. Man kann der Anlage noch ein bisschen ansehen, dass hier einmal der Bärengraben des Zoos lag, sich aber kaum noch vorstellen, dass hier Braun- und Eisbären gehalten wurden. Für die Nasenbären, alles weibliche Tiere, ist ein schönes Gehege errichtet worden, mit Klettermöglichkeiten, Plattformen und einem steinigen Boden, in dem sie mit ihrer langen Schnauze nach Nahrung suchen können. Sogar ein kleiner Apfelbaum spendet in der Anlage Schatten, an dem im September kleine rote Früchte hängen. Bei unserem ersten Besuch in Amiens hatten wir mehr Glück gehabt und konnten wache Nasenbären fotografieren.

Südamerikanische Nasenbär im Zoo d'AmiensIm Zoo d'Amiens

Im Zoo d'AmiensSüdamerikanische Nasenbär im Zoo d'Amiens

Gegenüber liegt die Anlage der Kalifornischen Seelöwen. Insgesamt leben vier Seelöwen im Zoo von Amiens. Am westlichen Ende des Zoos fanden wir noch eine Voliere mit Felsensittichen und Aras und eine weitere mit einem Uhu. An der Südwestlichen Ecke liegt die Anlage der Humboldtpinguine. Die hatten es sich zunächst in ihrem „Hinterhof“ gemütlich gemacht. Sie saßen alle in einer Ecke hinter der als Felsen gestalteten Anlage in einem Teil der Anlage, deren Boden aus Sand besteht.

Humboldtpinguine im Zoo d'Amiens

Sie sahen allerdings so aus, als ob sie ein Bad nötig hätten. Anscheinend sahen das einige der Vögel auch ein. Und so konnten wir sie bald beim Schwimmen und Tauchen beobachten. Die Zoobesucher können von einer erhöhten Plattform von oben in die Anlage schauen oder die Tiere durch eine Scheibe unten unter Wasser beobachten.

Humboldtpinguin im Zoo d'Amiens

Gegenüber von der Pinguinanlage hielten zwei Halsbandwehrvögel Wache. Sie bewachten ihr Futter und damit hatten sie einiges zu tun, denn im Baum darüber hockte ein ganzes Geschwader Tauben, die auch etwas davon abhaben wollten und im Wasser zogen Schwarzhalsschwäne und Enten Kreise. Halsbandwehrvögel oder Tschajas gehören – wie Schwäne, Gänse und Enten – zu den Entenvögeln, obwohl sie durch ihren hühnervogelartigen Schnabel und ihrer Körperform eher wie große Hühner aussehen.  Ihren deutschen Namen verdanken sie zwei scharfen, spornartigen Auswüchse der Flügelknochen, die sie bei Revierkämpfen und zur Verteidigung gegen Fressfeinde einsetzen. Die Tauben taten also gut daran Abstand zu halten. Auf Englisch nennt man die Vögel „Screamers“ (Schreier), denn sie sind bekannt für ihre außerordentlich lautstarken Rufe.

Halsbandwehrvogel im Zoo d'Amiens

Im westlichen Teil des Zoos besteht aus einer großen Insel, auf der vier Anlagen liegen. Man kann über drei Wege über den sie umgebenden Wasserlauf auf die Insel gelangen. Den größten Teil nimmt eine – im Vergleich zu anderen Zoos recht kleine – Afrikasavanne ein. Auf ihr leben Strauße, Chapman-Steppenzebras, Streifengnus (in einem abgetrennten Gehege, da sie sich nicht gut mit den anderen Tieren verstehen) und Kafue-Letschwe, die zu den Wasserböcken gehören. Ihre natürliche Heimat liegt in Sambia entlang des Kafue-Flusses, etwa im Lochinvar-Nationalpark. Durch Wilderei hat sich ihr Bestand von 100.000 auf 50.000 Tiere halbiert. Der Bock blieb, während wir uns die Anlage anschauten, die ganze Zeit im Stall, aber die weiblichen Mitglieder seiner Herde waren draußen und schauten interessiert zu den Zoobesuchern herüber. Außerdem waren noch Zebras und Strauße auf der Anlage zu sehen.

Letschwe im Zoo d'Amiens

Hinter der Afrikasavanne liegt die Anlage der Erdmännchen, die natürlich einen der ihren abgestellt hatten, um Wache zu halten. Man kann ja nie wissen, ob nicht Gefahr im Verzug ist. Ich weiß, dass der Bestand der Erdmännchen in der Natur nicht bedroht ist, und man also, wenn man es genau nimmt, besser in Zoos andere Tiere halten sollte. Ich freue mich aber immer, wenn ich sie in einem Zoo beobachten kann. Ich finde es immer wieder interessant ihr komplexes Familienleben zu beobachten.

Erdmännchen im Zoo d'Amiens

Ein Stück weiter kann man auf die im Wasserlauf liegenden Inseln der Schwarz-Weißen Varis und Weißkopfmakis blicken. Es waren allerdings nur Varis zu sehen. Auch hier – wie bei den Roten Varis auch – gibt es in Amiens keine Zuchtgruppe sondern nur weibliche Tiere.

Schwarz-Weißer Vari im Zoo d'Amiens

Den nördlichen Teil der Insel nimmt die Australienanlage des Zoos ein. Hier sind Bennettkängurus und Emus zuhause. Es gibt ein abgeteiltes Gehege für einen Helmkasuar und eine Voliere mit Kookaburras (Lachende Hänse). Unter den zahlreichen Kängurus war auch ein Albino, den wir schon von der anderen Seite des Wasserlaufes beobachtet hatten.

Bennet Känguru im Zoo d'AmiensEmu im Zoo d'AmiensLachender Hans im Zoo d'Amiens

Den letzten Teil der Insel nimmt der Bauerhof mit Ziegen, Schafen, Hängebauchschweinen und Zwergzebus ein. Wie es in dem kleinen Tierpark nicht anders zu erwarten war, gibt es hier vor allem die kleineren Vertreter ihrer Arten. Wir waren wieder am Eingang angekommen, neben dem noch eine Voliere mit Schneeeulen lag. Auf der anderen Seite wurde 2011 eine neue Voliere für Sittiche fertiggestellt. Uns hat auch unser zweiter Besuch im Zoo d’Amiens gut gefallen. Da auch die Innenstadt von Amiens nicht nur wegen ihrer berühmten Kathedrale eine Reise lohnt, werden wir bestimmt wieder einmal hier vorbei fahren.

Afrikanische Zwergziege im Zoo d'Amiens

Mehr Bilder von unseren Besuchen 2011 und 2007.

Die Informationen habe ich von

den Interbetseiten über den Zoo der Stadt Amiens (der Zoo hat keine eigenen Internetseiten.)
Zoo d’Amiens en image
dem Forum von Les Zoo dans le monde

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