Domaine de La Bourbansais

 Ein Theater der Natur mit Adolpho, Japura und anderen wilden Tieren

30 Kilometer südlich von Saint Malo liegt Pleugueneuc und hier findet man die Domaine de La Bourbansais, ein Schloss, das mit einem großen Park, Weiden und Feldern umgeben ist. Ein Landgut von insgesamt 100 Hektar. Am Rand des Schlossparks leben seit 1965 exotische Tiere. Heute haben über 350 Tiere aus 65 Arten hier auf insgesamt 12 Hektar ein Zuhause gefunden.

Im Parc Zoologique de La Bourbansais

Wir hatten 2008 schon einmal den kleinen Zoo besucht und wären 2009l vielleicht nicht wieder hierhin gekommen, wenn nicht ein ganz besonderer neuer Bewohner vor kurzem hier eingezogen wäre. Die Geschichte des Zoos begann im Jahr 1963, als die Großeltern des heutigen Zoodirektors den Plan fassten, den ersten Zoo der Bretagne zu schaffen. Sie suchten nach einer Möglichkeit ihren Familiensitz, der seit Errichtung des Schlosses im Jahr 1583 innerhalb der Familie vererbt wurde, für Touristen attraktiver zu machen, denn nur so konnten sie ihn erhalten und die notwendigen Instandhaltungskosten des Schlosses finanzieren. Einen Zoo zu gründen war damals eine ganz neue Idee und es dauerte zwei Jahre und kostete größere finanzielle Investitionen, bis der Parc Zoologique de la Bourbansais seine Tore für die ersten Besucher öffnen konnte. Ihr Unternehmen war von Beginn an von Erfolg gekrönt. Heute besuchen jedes Jahr mehr als 120.000 Besucher den Zoo, der seit 1998 der EAZA angehört und sich an neun Europäischen Erhaltungszucht Programmen beteiligt. Olivier de Lorgeril, der Direktor von La Bourbansais sagte in einem Interview: «Les parcs zoologique sont des théâtres de la nature» – „Die zoologischen Gärten sind die Theater der Natur.“. Neugierig welches Stück dieses Mal für uns gespielt werden würde, begannen wir unseren Rundgang.

Totenkopfaffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Seit 2003 leben direkt hinter dem Eingang Totenkopfaffen auf einer Insel, auf der ein großer Baum steht. Wenn die Äffchen draußen sind, klettern sie meist in der Krone dieses Baumes auf den Ästen. Weil mir die kleinen Affen bei unserem letzten Besuch vor einem Jahr so gut gefallen hatten, hielt ich nach ihnen Ausschau, konnte aber keinen kleinen Affen entdecken und auch ihre typischen Rufe, die an das Zwitschern von Vögeln erinnern, waren nicht zu hören. Das lag daran, dass sie scheinbar keine Lust zu einem Ausflug nach draußen hatten, sie hockten alle in ihrem Haus, in das man durch eine Glasscheibe hineingucken konnte.

Totenkopfaffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Im Zoo La Bourbansais lebt eine Gruppe männlicher Peruanischer Totenkopfaffen, die aus dem Vallée des Singes stammen. Man kann sie von weiblichen Tieren durch ihre grau gefärbten Haare unterscheiden, die wie eine Kappe ihren Kopf bedecken. Die weiblichen Tiere haben schwarze „Kappen“. In der Natur leben junge Männchen, die ihre Geburtsgruppe verlassen haben, auch zunächst in einer reinen Männchengruppen, bevor sie versuchen in eine gemischte Gruppe hineinzukommen. In denen haben die weiblichen Tiere das Sagen, die Männchen halten sich meist nur am Rande der Gruppe auf. Da das auch in den Zoos so ist und sie meist erst als letzte der Gruppe sich Futter nehmen dürfen, fühlen sich die männlichen Tiere so ganz ohne Frauen in ihrer Junggesellen WG sicher sehr wohl.

Mantelaffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Nebenan liegt die Insel der Mantelaffen. Obwohl die Tiere aus verschiedenen Zoos in Frankreich, England und Deutschland stammen, verstehen sich die Mitglieder der Gruppe gut. Bei unserem Besuch genossen sie die Sonne. Wir gingen die Ecke herum und konnten Dianameerkatzen bewundern, die auch eine grasbewachsene Insel mit Kletterbäumen und Felsen bewohnen.

Dianameerkatze im Parc Zoologique de La Bourbansais

Vorbei einem Teich mit Pelikanen auf einem Baumstamm, die sich ihr Gefieder putzten, ging es hinüber zu einer Wiese, auf der Zwergziegen leben, die neugierig zum Zaun rannten und sich streicheln ließen.

Großer Emu im Parc Zoologique de La Bourbansais

Dahinter liegen einige Tieranlagen, die aus den Anfangjahren des Zoos stammen und darauf warten das genug Geld da ist, damit sie renoviert werden können. So leben die Weißhandgibbons in einem für sie recht niedrigen Käfig, der allerdings üppig begrünt und mit vielen Klettermöglichkeiten ausgestattet ist. Wir konnten nur einen Blick durch eine kleine Lücke zwischen den Blättern auf die Affen werfen.

Weißhandgibbon im Parc Zoologique de La Bourbansais

Im nächsten Gehege warteten Flamingos, Kronenkraniche, Marabus und Geierperlhühner auf uns.

Kronenkranich im Parc Zoologique de La Bourbansais

Das Gehege der Sibirischen Tiger stammt aus dem Jahr 1998. Wir konnten 2008 zuschauen, wie der Tigerkater Rudi, der 1994 im Zoo Marwell in Südengland geboren wurde, um Yana, die 1995 im französischen Zoo von Saint-Martin-la-Plaine das Licht der Welt erblickte, warb. Dieses Mal ging es ruhiger im Gehege zu. Die Beiden ruhten sich in einem respektvollen Abstand von einander aus. Beide Tiere leben seit 1998 im La Bourbansais.

Sibirische Tiger in La Bourbansais

Sibirischer Tiger im im Zoo Parc de Beauval

Besonders gefreut habe ich mich, die Gehaubten Kapuzineraffen wiederzusehen. Sie leben auf zwei Insel, die durch eine Baumstammbrücke mit einander verbunden sind. Bei unserem ersten Besuch in La Bourbansais, waren die jüngeren Familienmitglieder damit beschäftigt gewesen, dicke Bündel langer grüner Algen aus dem Wasser zu ziehen und mit ihrer Beute dann die Bäume hinaufzuklettern. Auch dieses Mal wurde das Wasser genauer untersucht, aber scheinbar gab es interessantere Dinge im Gras auf den Inseln zu finden. Den Boss der Affenfamilie interessierte nicht, was seine Nachkommen, da so entdeckten. Er war damit beschäftigt zwischen Wurzeln nach Futter zu suchen.

Kapuzineraffen in La Bourbansais Kapuzineraffe in La Bourbansais

Gehaubter Kapuziner im Parc Zoologique de La Bourbansais Gehaubter Kapuziner im Parc Zoologique de La Bourbansais

Jetzt trennte uns nur noch die Wiese, die sich die Lamas mit den Emus teilen, von dem Grund unseres Besuches in La Bourbansais. Aber obwohl wir ziemlich neugierig waren, hielt uns ein Lama, das unbedingt fotografiert werden musste, ein bisschen auf.

Lama im Parc Zoologique de La Bourbansais

Doch dann standen wir vor der neuen Anlage, in der seit dem April 2009 zwei Große Ameisenbären aus Deutschland leben. Adolpho, aus dem Zoo Berlin, lebt hier mit Japura aus dem Zoo Magdeburg zusammen. Adolpho, den die Franzosen Aldo nennen, wurde am 3. Mai 2008 auf der Außenanlage der Ameisenbären entdeckt. Er war etwas zu früh geboren und von seiner Mutter, Griseline, verstoßen worden. Da seine Mutter eine echte Brasilianerin ist, deren Gene besonders wertvoll sind, wurde der kleine Kerl, der mit einem Geburtsgewicht von 1285 Gramm zur Welt gekommen war, von den Tierpflegern mit der Hand aufgezogen. Sein Vater heißt Ori und stammt aus dem Zoo Dortmund. Im Zoo Berlin war es eine besondere Freude für die Zoobesucher, wenn er zusammen mit einem seiner Tierpfleger einen Ausflug im Zoo machte und von ganz nahem betrachtet und sogar gestreichelt werden konnte. Mittlerweile ist er zu einem stattlichen Ameisenbär herangewachsen.

Adolphos erster Auftritt

Adolphos erster Auftritt, Foto: Liesel

Seine Partnerin Japura hat einen besseren Start ins Leben gehabt. Sie wurde wie er im Mai 2008 geboren, aber ihre Mutter Estrella kümmerte sich vorbildlich um sie. Ihr Vater heißt Kaspar. Japura und Aldo sollen sich von Anfang an gut verstanden haben und man hofft in La Bourbansais, dass es 2010 Nachwuchs bei den Ameisenbären geben wird. (Anmerkung: 2011 wurde der erste Nachwuchs von Japura und Aldo geboren.)

Ameisenbär im Parc Zoologique de La Bourbansais

Wir standen vor der neuen Anlage und konnten in einer Ecke einen Ameisenbären vor dem Haus mit den Ställen für die Nacht sehen. Aber natürlich wussten wir nicht, wen von den beiden wir denn da nun vor uns hatten. Er schaute einmal zu uns herüber, rollte sich zusammen und schlief ein. In der Anlage gibt es einen kleinen Teich, viele grüne Pflanzen, die aber noch etwas wachsen müssen, Baumstämme und alte Wurzeln, in denen die Ameisenbären nach Nahrung suchen können und künstliche Termitenhügel. Ein Teil der Anlage ist mit Rindenmulch bedeckt, der Rest ist mit Gras bewachsen.

Ameisenbärenanlage im Parc Zoologique de La Bourbansais

Da der Ameisenbär keine Anstalten machte sich zu bewegen, setzten wir unseren Zoorundgang fort und beschlossen, später noch einmal vorbeizuschauen. Deutlich wacher waren die Braunkopfklammeraffen, die uns anschaulich demonstrierten, warum ihr englischer Name Spider Monkey lautet – Spinnenaffe. Sie benutzen ihren Schwanz wie eine fünfte Gliedmaße und wenn sie da so zwischen den Ästen eines Baumes oder an verschiedenen Kletterseilen hängen und sich mit Händen, Füßen und dem Greifschwanz festhalten, dann haben sie wirklich Ähnlichkeit mit einer dicken Spinne.

Braunkopfklammeraffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Braunkopfklammeraffen zählen zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Primaten. Schuld darin sind die Zerstörung ihres Lebensraumes an der Pazifikküste Ecuadors und im Süden Kolumbiens und die immer noch durchgeführte Bejagung. In den letzten 45 Jahren ist Anzahl dieser Affen um über 80 Prozent zurückgegangen, deshalb wird die Art wird auf der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) geführt.

Braunkopfklammeraffe im Parc Zoologique de La Bourbansais Braunkopfklammeraffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Braunkopfklammeraffe im Parc Zoologique de La Bourbansais Braunkopfklammeraffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Unser Weg führte vorbei an einer Wiese, die sich Chapman Zebras, Watussi Rinder und Strauße teilen. Dann waren wir bei den Erdmännchen angekommen, die Jungtiere schliefen auf einem Haufen übereinander gestapelt in der Sonne, während einer der erwachsenen Erdmännchen seinen Wachtposten bezogen hatte und nach Feinden Ausschau hielt.

Erdmännchen im Parc Zoologique de La Bourbansais Erdmännchen im Parc Zoologique de La Bourbansais

Das Gehege der Pumas besteht aus zwei hintereinander liegenden Käfigen und stammt aus dem Jahr 1980. Zu Beginn beherbergte es die Löwen, dann waren die Luchse hier untergebracht. Eigentlich ist es auch für die Pumas zu klein. Man plant es genau wie das Gehege der Leoparden neben an zu erneuern. Dort lag „Liebe“ in der Luft. Das Männchen pflegte sorgsam das Fell des weiblichen Tieres, als sie aber „zur Sache kamen“, verzogen sie sich schamhaft hinter einen dicken Baumstamm, wer lässt sich schon gerne beim Liebesspiel zuschauen.

Leopard im Zoo Parc de Beauval

Die Anlage der Löwen wurde 2000 neu errichtet. 2008 wurden zwei Jungtiere, ein männliches und ein weibliches Tier geboren, die noch keinen Monat alt waren, als wir den Zoo besuchten.

Löwenjunge in La Bourbansais

Seitdem sind sie ein ganzes Stück gewachsen. Sie leben zusammen mit einer älteren Schwester und ihren Eltern auf der Anlage. Während vor einem Jahr der Schwanz der Mutter das Spielzeug der ersten Wahl war, rauften sie jetzt lieber mit einander und mit der großen Schwester. Die Mutter schlief zufrieden ausgestreckt auf dem Gras, während der Vater sich sein Rudel anschaute und es geduldig zuließ, dass sein Sohn einen Scheinangriff auf ihn unternahm. Der junge Löwe schien aber genau zu wissen, wie weit er bei seinem Spiel gehen konnte, ohne sich einen Prankenhieb von seinem Vater einzufangen.

Löwen im Zoo Parc de Beauval

Löwe im Zoo Parc de Beauval

Wir bekamen langsam Hunger und so machten wir eine Pause im Zoorestaurant bei einer Tasse Kaffee und einem großem Sandwich. Doch dann lockten mich die Kaiserschnurrbarttamarine aufzustehen und zu ihrem Gehege hinüber zu gehen, das in der Nähe des Zoorestaurants lag. Sie kletterten munter über die Äste und Bäume in ihrem Käfig aus Maschendraht.

Kaiserschnurrbarttamarin im Parc Zoologique de La Bourbansais

Die Anlagen der Hirsche, Letschwe Antilopen und Wölfe liegen nebeneinander in einem Waldstück. Die Anlage der Hirsche wurde 2001 umgestaltet und hat eine Größe von 1,5 Hektar. Die Tiere hatten sich aber weit in den Wald zurückgezogen. Nebenan lag eine junge Letschwe-Antilope in der Sonne. Ihre Mutter graste ein Stück entfernt. Die ebenfalls sehr große Anlage der Europäischen Wölfe, von der man als Besucher nur einen kleinen Teil überblicken kann, weil der größte Teil im Wald liegt, stammt aus dem Jahr 1999.

Letschwe-Antilope im Parc Zoologique de La Bourbansais

Auch die Insel der Kattas wurde 1999 neu eingerichtet. Bis vor kurzem lebten eine Insel weiter Rote Varis, doch ihre Insel war nun leer, im Wassergraben war kein Wasser mehr. Hier wird wohl bald etwas Neues gebaut werden. Denn die Neuerung des Jahres 2010 ist eine 4000 m² große für die Zoobesucher begehbare Anlage für drei Lemurenarten.

Kattas im Parc Zoologique de La Bourbansais

Das Gehege der Nasenbären war im Jahr 2007 neu gestaltet worden. Seitdem leben hier ein männlicher und ein weiblicher Weißrüssel-Nasenbär, die man nur selten in Zoos sieht. Sie stromerten unter Farn hindurch und klettern über Holzstämme und das Männchen schaute einmal nach, wer denn da vorbei gekommen war. Wir waren aber weniger spannend, als der andere Nasenbär im Gehege.

Weißrüssel-Nasenbär im Parc Zoologique de La Bourbansais

Weißrüssel-Nasenbären leben weiter nördlich als ihre Verwandten mit dem rötlichen Fell, die Südamerikanischen Nasenbären. Sie leben von den südlichen USA (Arizona, Texas und New Mexico) über Mexiko bis ins westliche Kolumbien meist in Wäldern, aber in unterschiedlichen Habitaten, von tropischen Regenwäldern bis zu Gebirgswälder. Da sie keine Schäden auf Plantagen anrichten und ihr Fell wertlos ist, werden sie kaum gejagt. Sie sind Allesfresser, ernähren sich aber überwiegend von Insekten. So ist es ihnen in den letzten Jahren ihr Verbreitungsgebiet nach Norden zu erweitern. Man findet sie häufig in der Wildnis und ihre Art ist nicht vom Aussterben bedroht.

Weißrüssel-Nasenbär im Parc Zoologique de La Bourbansais

Am Ende des Zoos liegen die Gehege der Geladas, die seit 2005 im Zoo leben, Giraffen, Dromedare und der Europäischen Luchse. In La Bourbansais leben zwei weibliche Giraffen Kimba, geboren am 12. Januar 1998 in Odense in Dänemark und Kigali, die am 21. Januar 1998 im Zoo Tête d’Or geboren wurde – beide kamen im April 1999 in die Bretagne – und eine männliche Rotschildgiraffe, die später dazu kam. Im Januar 2010 wurde zum dritten Mal in den letzten fünf Jahren eine Giraffe geboren. Ihre beiden Vorgänger Kibo und Kim sind mittlerweile in einen Zoo in Belgien bzw. in Frankreich (im Departement Allier) umgezogen.

Giraffen in La Bourbansais

Bevor wir einen Spaziergang durch den Park am Schloss vorbei machten, kamen wir an den Vögeln der Falknerei der Domäne vorbei. Seit 2002 findet zweimal am Tag eine Vorführung mit Greifvögeln im Park des Schlosses statt. Der Zoo beherbergt rund 50 Greifvögel vom Turmfalken bis zum Adler. Ein Teil der Vögel wird hinter der Giraffenanlage im Schlosspark gezeigt.

Steinadler im Parc Zoologique de La Bourbansais Lannerfalke im Parc Zoologique de La Bourbansais Blaubussard im Parc Zoologique de La Bourbansais

1980 entschlossen sich die Eltern des heutigen Besitzers, auch den Schlosspark für die Besucher zu öffnen und eine geführte Besichtigung durch einige Räume im Innern des Schlosses durchzuführen.

Château de la Bourbansais

La Bourbansais liegt in einem ehemaligen Sumpfgebiet, das in der Zeit, als die Römer Gallien beherrschten, trockengelegt wurde. Hier gab es zunächst einen Bauernhof dann eine römische Villa, von der noch einige Spuren zu sehen sind. Nachdem die Bretagne 1532 durch die Heirat von Anne de Bretagnes Tochter, Claude de France, mit dem französischen König Franz I., offiziell eine Provinz Frankreichs geworden war, gab es eine friedliche Periode, die Jean du Breil nutzte um 1583 ein Schloss zu errichten. Von diesem Gebäude ist die Südfassade bis heute erhalten geblieben.

Château de la Bourbansais

Im 17. Jh. wurde im Westen ein Barockflügel angefügt, der die Orangerie des Hôtel de Sully in Paris nachahmte. Zur Zeit Ludwig XV. wurde die französischen Gärten rund um das Schloss angelegt und die Räume im Erdgeschosses des Schlosses geschaffen. Der Name der Besitzer des Schlosses hat sich durch Heirat immer wieder verändert, trotzdem ist es seit seiner Errichtung immer im Besitz der gleichen Familie geblieben. Die heutigen Besitzer sind die 19. Generation der Schlossherren der Domaine de La Bourbansais. Seit 1991 lebt die Familie auch wieder in dem Schloss. Und so konnten wir Kinderspielzeug am Rand des Weges hinüber zu den landwirtschaftlichen Gebäuden entdecken.

Château de la Bourbansais Château de la Bourbansais

Hier liegt der Zwinger des Gutes, wo eine Meute von mehr als 50 Französischen Dreifarbigen Laufhunden (Français tricolore) lebt. Sonntags und an Feiertagen wird im Rechnungshof und Park des Schlosses eine Vorführung mit dieser Meute durchgeführt, bei der die Jagd mit Hunden erklärt wird, die eine lange Tradition in Frankreich hat. Ein Reiter zu Pferd führt dann stilecht die Hundemeute durch den Schlosspark. Jagdhörner sorgen dabei für die richtige musikalische Untermalung. Seit 1967 züchtet man hier diese Hunde. Jedes Jahr werden rund 20 Welpen geboren. Auch bei unserem Besuch konnten wir einige von ihnen bewundern.

Français Tricolore Meute der Domaine de La Bourbansais Français Tricolore Meute der Domaine de La Bourbansais

Hundemeute in La Bourbansais Français Tricolore Meute der Domaine de La Bourbansais

Nachdem wir uns das Schloss von allen Seiten angeschaut hatten, konnte ich meinen Mann zu einem zweiten Rundgang überreden. Schließlich hatten wir einige Tiere nicht richtig gesehen, vor allem mussten wir den Ameisenbären einen zweiten Besuch abstatten.

Totenkopfaffe im Parc Zoologique de La Bourbansais

Und wir wurden gleich mehrfach belohnt. Die Blätter raschelten im Baum der Totenkopfäffchen und ab und zu konnte man einen kleinen Affen dazwischen entdecken. Die sich langsam Gelb färbenden Blätter des Baumes harmonierten perfekt mit dem Fell der Tiere. Man musste wirklich ganz genau hinsehen um sie zu entdecken.

Weißhandgibbon im Parc Zoologique de La Bourbansais

Die Gibbons hatten sich dazu entschlossen uns ein Ständchen zu geben. Abwechselnd stimmten sie einen lauten Gesang an, den man im ganzen Zoo hören konnte. Gibbons markieren ihr Revier durch solche Gesänge, die in der Regel 10 bis 20 Minuten dauern. Weißhandgibbons singen meist im Duett, wobei Weibchen und Männchen dabei jeweils unterschiedliche Strophen singen, die sich nach festen Regeln abwechseln. Wir hörten der Arie der Affen eine ganze Zeit zu, bevor zu dem Ameisenbären weitergingen.

Ameisenbären Adolpho und seine Partnerin in La Bourbansais

Auch Adolpho und Japura meinten es gut mit uns. Sie waren beide im Gehege und hellwach. Die Wurzeln wurden untersucht, im Pool ein Fußbad genommen und Japura zeigte Interesse an Adolpho, was ihn zunächst sehr aufregte, das er dann aber erwiderte. Sie liefen eine ganze Zeit im Gehege hintereinander her. Es machte Spaß den beiden zuzuschauen.

Ameisenbären Aldo und Japura im Parc Zoologique de La Bourbansais Ameisenbär Adolpho in La Bourbansais

Ameisenbär Adolpho in La Bourbansais Ameisenbär im Parc Zoologique de La Bourbansais

Während ich am Schluss unseres Zoobesuches noch einmal bei den Löwen vorbeischaute, die immer noch faul auf ihrer Anlage lagen, gönnte sich mein Mann noch eine Tasse Kaffee. Er wollte jetzt wieder zur Küste zurück fahren und ich gab schließlich seinem Drängen nach. Wir hatten ja jetzt alles gesehen, was wir uns anschauen wollten. Unsere Vorstellung im Theater der Natur des Parc zoologique de La Bourbansais war zu Ende und wir hatten allen Grund zu applaudieren.

Löwe im Zoo Parc de Beauval

Die Informationen habe ich hier gefunden:
http://www.labourbansais.com/
http://www.leszoosdanslemonde.com/leszoosdanslemonde/europe/france/pleugueneuc/pleugueneuc_2003.htm
http://fr.wikipedia.org/wiki/Zoo_de_la_Bourbansais
http://fauvesdumonde.free.fr/protection/interview_eep.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Braunkopfklammeraffe
http://www.faz.net/s/Rub80665A3C1FA14FB9967DBF46652868E9/Doc~EB2D4BD7D84F34F6D92D02D9DD655AA2F~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://www.zoo-berlin.de/erleben/aktuelles/news/browse/9/article/1085/nachwuchs-bei-den-grossen-ameisenbaeren-eine-sensation-im-zoo-berlin.html?cHash=63c43aeeea
http://www.gibbons.de/main/introduction/chapter06.html#top
http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fr%C3%BCssel-Nasenb%C3%A4r
http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/deutschland/magdeburg-einmal-einen-ameisenbaeren-fuettern_aid_331341.html
http://www.ouest-france.fr/ofdernmin_-La-petite-girafe-est-la-star-du-zoo-de-la-Bourbansais_6346-1324895-fils-tous-74_filDMA.Htm
http://pascale.olivaux.free.fr/Histoire/Pages/Bretagne.htm

Mehr Bilder von
dem Morgenblick auf das Meer vor Saint Malo,
den Vögeln,
den Raubkatzen,
den Braunkopfklammeraffen,
den anderen Affen
den Ameisenbären und
den restlichen Tieren und vom
Schloss La Bourbansais

Wer mag findet hier noch die Fotos von unsrem Besuch 2008

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