Dierenpark Emmen

Graue Riesen, Kletterkünstler, flinke Schwimmer und ein geplanter Umzug

Der Dierenpark Emmen hat ein Problem, er liegt mitten in der Innenstadt. Und da gibt es einfach zu wenig Platz. Deshalb soll der Zoo umziehen. Ein neues Gelände gibt es schon und eigentlich auch das Ok der Stadtväter zu diesem Umzug und einen Namen für dieses Projekt gibt es auch Atalanta. Das ist notwendig, denn die Stadt Emmen ist Teilhaber des Zoos und soll seinen Umzug subventionieren. Und nun sind 2010 auch noch weniger Zoobesucher gekommen, was den Zoo in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat und das obwohl der Zoo im vorigen Jahr seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Von diesem Besucherschwund konnten wir bei unserem Besuch an einem ziemlich verregneten, kühlen Sonntag im April 2010 allerdings nichts bemerken. Es war trotz des unfreundlichen Wetters ziemlich voll im Tierpark. Und das bei einem Eintrittspreis von 19,50 € pro Person, einem Betrag der auch in den Niederlanden, wo die Eintrittspreise höher sind als in Deutschland, einer der höchsten ist. (Die Eintrittspreise liegen in den Niederlanden so um 18 €.) Aber auch hier gibt es eine im Vergleich zu deutschen Tiergärten sehr günstige Jahreskarte für 48,75 €.

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im März 2008

Willem S. J. Oosting (1906-1983) hat bestimmt nicht daran gedacht, dass sein Zoo einmal umziehen würde, als er 1934 damit begann sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. Er hatte schon als kleiner Junge genau gewusst, was er einmal werden wollte: Direktor des Zoos Artis in Amsterdam. Da das nicht geklappt hatte, entschloss er sich dazu, seinen eigenen Zoo zu gründen und seine Eltern waren bereit seinen Traum zu finanzieren. Mit seinem Auto hatte er viele Zoos in den Niederlanden und im Ausland besucht und konkrete Pläne entworfen, wie sein Tierpark in Emmen aussehen sollte. Dabei ließ er sich am stärksten vom Tierpark Hagenbeck inspirieren. In seinem Zoo sollte es wie in Hagenbeck möglichst wenige Gitter und sichtbare Schranken zwischen Zoobesucher und Tieren geben. Im Herbst 1934 war es dann soweit, auf einem fünf Hektar großen Grundstück hinter dem Haus seiner Eltern entstanden die ersten Tieranlagen.

Rotes Riesenkänguru im Dierenpark Emmen im April 2010

Von Beginn an plante er, den Zoobesuchern Tiere zu zeigen, die sie in keinem anderen Zoo sehen konnten. Er hatte sich eine Liste erstellt, von den Tieren, die er für seinen Tiergarten erwerben wollte, auf der z. B. Malaienbären, Riesenkängurus und Kattas standen. Als Blickfang des Zoos entstand ein hoher Kunstfelsen aus Zement und Drahtgittern, auf dem einmal die Steinböcke oder Mähnenschafe leben sollten und auf dessen Spitze sich ein Adlerkäfig befand, eine Vogelvoliere und ein Affenhaus wurden errichtet und westlich davon wurde ein Bärengraben angelegt, der für Malaien- und Kragenbären bestimmt war. Im Zentrum des Zoos wurde ein Labyrinth aus Koniferen gepflanzt. Eine weitere Attraktion bei der Eröffnung sollte ein Meerschweinchen Dorf sein, dessen Gebäude Kopien von realen ländlichen Gebäuden waren, zwischen denen die Tiere herumliefen. An der Südseite des Grundstücks entstand eine Reitwiese, auf der Kinder später auf Eseln und Ponys im Kreis reiten konnten, deren Stallungen im balinesischen Stil gebaut wurden. Es sollte einen Wildpark mit Damhirschen, eine Wiese mit Zebras und Zebus geben und ein weiterer Bärengraben für Braunbären wurde gebaut. Ein Teich mit Enten, Gänsen und Flamingos sollte natürlich auch nicht fehlen.

Kodiakbären im Dierenpark Emmen im April 2004

Ende Mai 1935 konnten die Zeitungen melden, dass Lastwagen mit den ersten Tieren aus Rotterdam und Den Haag angekommen und am Bahnhof Kisten mit weiteren vierbeinigen Bewohnern für den neuen Zoo aus Hamburg eingetroffen waren. Sie berichteten von einem Kamel, das der Zoodirektor persönlich in sein neues Zuhause führte, von Braunbären, die neugierig ihre neue Anlage mit einer Höhle erkundeten und sich offenbar auf Anhieb mochten, von Zebras, Pferden, Hirschen und einem Steinbock, der einen Fotografen auf die Hörner nehmen wollte. Besondere Beachtung schenkten sie den vielen exotischen Vögeln: Straußen, Kakadus, Marabus, Geiern, Flamingos und vielen anderen. Die größte Überraschung war aber eine Wölfin, die während des Transportes nach Emmen drei Jungen zur Welt gebracht hatte. Am 27. Mai 1935, dem Himmelfahrtstag, wurde der Noorder Dierenpark eröffnet. Gleich am Eröffnungstag kamen 5000 Besucher und wollten den neuen Zoo anschauen. Der Eintritt kostete damals für einen Erwachsenen 30 Cent. Ein Jahresabonnement konnte man für 3 Gulden bekommen.

Rosa Pelikan im Dierenpark Emmen im April 2010

Der Zoo war ein voller Erfolg, an manchen Tagen kamen so viele Besucher, dass zusätzliche Straßenbahnen eingesetzt werden mussten, um alle zum Zoo zu bringen. In den ersten Jahren war der Zoo nur sieben Monate im Jahr geöffnet und in den Winterpausen wurden neue Tieranlagen errichtet, so dass bald neue Bewohner in den Zoo einziehen konnten und die Artenvielfalt des Noorder Dierenparks wuchs. So wurden 1936 ein Raubtier- und ein Elefantenhaus errichtet. Löwen- und Leoparden zogen in den Zoo ein. Im Dezember 1936 kam der erste Elefant, Oelie, nach Emmen. Ihm war allerdings kein langes Leben bestimmt, 1938 starb er mit nur fünf Jahren. Das Bärenpaar hatte wohl großen Gefallen aneinander gefunden und bekam gleich im ersten Winter Nachwuchs und die beiden Jungtiere wurden bald zu Lieblingen des Publikums. Auch die Stachelschweine wurden Eltern und selbst die gerade erst eingetroffene Löwin brachte Junge zur Welt. Ein besonderer Star war der Schimpanse Tommy, der an einem Tisch mit Besteck essen konnte und häufig in Kleidung fotografiert in den Zeitungen auftauchte. 1938 musste er leider eingeschläfert werden, weil er an Tuberkulose erkrankt war. 1937 zogen die ersten vier Eisbären in den Zoo ein und bezogen ihren neu errichteten Eispalast, vermutlich waren es Wildfänge, die aus Russland und Norwegen stammten, und Ende April des gleichen Jahres kam ein Königstiger und ein junger Malaienbär in den Zoo.

Im Dierenpark Emmen im April 2010

Durch den regen Zuspruch der Zuschauer konnte Oosting Land hinzukaufen und den Zoo vergrößern. Für die gärtnerische Gestaltung des neuen Zooteils, auf dem ein Wildpark mit Hirschen, Alpakas, Guanakos und Hochlandrindern und eine Anlage für Laufvögel entstand, übernahm die Landschaftsarchitektin Tineke Bosma, die der Zoodirektor im folgenden Jahr heiratete. 1939 zogen u. a. zwei neue Schimpansen, zwei Pumas, ein Paar Kragenbären und zwei sechsjährige Elefanten, Katie und Sheila, in den Zoo ein, die in Myamar geboren waren. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach hatte der Tierpark bereits eine Fläche von neun Hektar. Wie für alle anderen Tiergärten waren die Kriegsjahre eine harte Zeit. Besonders die Hungerjahre von 1940 -1945 machten den Tierparks schwer zu schaffen. Es gab nicht genug Futter für die Tiere und so musste manches Kamel- und Bisonjungtier getötet werden, um als Futter für die Löwen, Hyänen, Tiger und Wölfen zu dienen. Gleichzeitig wurde der Zoo genutzt um Menschen – Juden und politisch Verfolgte – vor den deutschen Besatzern zu verstecken. So gab es zum Beispiel ein Versteck in einem Verschlag im Elefantenhaus. In einer Nacht erlebte der Flüchtling, der in dem Verschlag versteckt war, eine Schrecksekunde, als einer der Elefanten, die Klappe, die in das Versteck führte, geöffnet hatte und mit dem Rüssel „nachschaute“, was darin war.

Waldbison im Dierenpark Emmen im April 2010

Nach dem Krieg erlebte der Zoo einen großen Aufschwung. Es gab Jahre, in denen über 250.000 Menschen den Zoo besuchten, und das obwohl er nur sieben Monate im Jahr geöffnet hatte. Ende der 1960 er Jahre kam die erste Krise. Die Besucherzahlen gingen stark zurück und so konnten keine neuen Attraktionen geschaffen und notwendige Instandhaltungsmaßnahmen konnten nicht durchgeführt werden, weil das Geld fehlte. So blieb der Familie Oosting schließlich nichts anderes übrig, als die Hälfte ihrer Anteile der Stadt Emmen zu verkaufen, damit der Zoo bestehen bleiben konnte. Der Zoogründer Willem S. J. Oosting trat als Direktor zurück und übergab die Leitung des Zoos an seine Tochter Aleid Rensen-Oosting und deren Mann, den Architekten Jaap Rensen. Bis 1995 blieb Aleid Rensen-Oosting Zoodirektorin in Emmen. Für den Zoo Emmen begann eine neue Blütezeit. Der Tierpark erhielt ein vollständig neues Layout. Er wurde als Geozoo gegliedert, in dem die Besucher von einem Kontinent zum anderen gelangen. Die Tieranlagen wurden möglichst naturnah gestaltet und eine Afrikanische Savanne, auf der Zebras, Nashörner, Impalas, Strauße und andere afrikanische Tiere vergesellschaftet wurden, wurde errichtet. Noch heute nimmt die Savanne einen großen Teil des Zoos ein. Eine weitere Neuerung war ein Haus mit tropischen Schmetterlingen, der sogenannte Schmetterlingsgarten. Um den Tieren mehr Platz zu bieten, wurde die Anzahl der gehaltenen Arten reduziert. 1975 wurde die Löwenhaltung aufgeben, 1983 verließen die Eisbären den Zoo und 1992 zogen die letzten beiden Kragenbären in einen anderen Zoo. Die Veränderungen konnten natürlich nur Schritt für Schritt umgesetzt werden. Jedoch bereits die erste Umbauphase brachte den gewünschten wirtschaftlichen Erfolg. Nach der Wiedereröffnung im Frühjahr 1971 zog der Zoo 325.000 Besucher im Jahr an. Das gab den Verantwortlichen die notwendige Zuversicht mit der Umsetzung ihres Plans fortzufahren. 1995 war die Umgestaltung vollendet und die Zahl der Zoobesucher war von 200.000 Besuchern im Jahr 1970 auf 1,8 Mio. Besucher im Jahr 1995 gestiegen. Henk Hiddingh, der seit 1983 eng mit dem Zoo verbunden war und schon einige Jahre in der Direktion des Zoos mitgearbeitet hatte, wurde 1995 der verantwortliche Zoodirektor. Aus dem Familienbetrieb war ein mittelständisches Unternehmen mit 180 Mitarbeitern geworden.

Grant-Zebras im Dierenpark Emmen im April 2010 Defassa-Wasserböcke im Dierenpark Emmen im April 2010

Breitmaulnashörner im Dierenpark Emmen im April 2010 Impalas im Dierenpark Emmen im April 2010

Ende der 1990 er Jahre musste man feststellen, dass der Platz auf dem sich der Zoo befand ausgereizt war. Wenn man neue Tieranlagen bauen wollte, die den modernen Anforderungen der Tierhaltung genügten und attraktiv für die Zoobesucher waren, musste man den Zoo erweitern. Doch das war an dem vorhandenen Standort im Stadtzentrum von Emmen nicht möglich. Man kaufte ein Areal außerhalb des Zentrum auf dem Noordbargeres hinzu und baute dort 1998 eine begehbare Anlage für Humboldt-Pinguine. Geplant war, dort einen Themenbereich für den Lebensraum der Meere zu errichten. Ein größerer Parkplatz wurde gebaut und seit 1999 verbindet eine Fußgängerbrücke, die „Traverse“ die beiden Zooteile. In den folgenden Jahren entstand die Idee, den Zoo vollständig auf das Gelände am Noordbargeres zu verlagern. Dazu wurden dort 40 Hektar Land erworben. Konkret wurde diese Pläne 2006 nach einem Treffen zwischen den Verantwortlichen des Zoos und der Stadt Emmen. Obwohl es noch keine genaue Gesamtplanung gab, wurden im März 2007 erste Zukunftspläne veröffentlich. So sollen die Zoobesucher von einem zentralen Platz in der Mitte des neuen Zoos aus die verschiedenen Themenbereiche entdecken können. Die Gestaltung dieser Themenbereiche soll sich noch stärker als bisher an den unterschiedlichen geographischen Verhältnisse der dargestellten Erdregionen orientieren. Der Umzug soll wieder schrittweise vollzogen werden. Als erstes ist der Bau einer neuen Elefantenanlage geplant.

Uganda-Giraffe im Dierenpark Emmen im April 2004

Seit Aleid Rensen-Oosting nicht mehr Direktorin des Zoos ist, sind die Besucherzahlen rückläufig. 2010 sind so wenige gekommen, dass der Zoo eigentlich pleite war. Nur ein zusätzlicher Zuschuss der Stadt Emmen von 1,4 Mio. Euro konnte den Zoo retten. Die Personalausgaben des Zoos müssen gesenkt werden. Nun soll ein neuer Zoodirektor alles besser machen. Seit Juni 2010 ist Frankwin van Beer Direktor des Dierenparks Emmen. Er hat einiges zu regeln. Der Umzug aus der Innenstadt soll 190 Mio. Euro kosten, wovon die Stadt Emmen 65 Mio. Euro zahlen will. Der Rest soll aus andern Töpfen kommen. Und nun werden von den Einzelhändlern erste Stimmen laut, die sich gegen den Umzug aussprechen, weil sie befürchten, dass ihre Einnahmen sinken, wenn die Zoobesucher auf dem Weg zum Zoo nicht mehr an ihren Läden vorbeikommen. Der ehemalige Direktor des Delphinariums Harderwijk hat wirklich keine einfache Aufgabe übernommen.

Weißhandgibbons im Dierenpark Emmen im April 2010

Im Zoo Emmen kann man in erster Linie große Tiergruppen auf großen Anlagen beobachten, die meist ohne Kunstfelsen mit natürlichen Materialen gestaltet wurden. Insgesamt leben auf den 18 Hektar des Zoos (der ursprüngliche Zoo ist 13 ha groß, der Erweiterungsteil bisher 5 ha) rund 4900 Tiere aus 267 Arten. Gleich am Eingang wartete eine Weißhandgibbonfamilie mit Nachwuchs auf uns, die uns recht anschaulich ihre Kletterkünste demonstrierte, wofür ihnen nicht nur Klettergerüste und Seile, sondern auch einige hohen Bäume zur Verfügung standen. Im Wassergraben, der ihre Anlage begrenzt, schwammen Stockenten. Die Fellfarbe der Weißhandgibbons ist im Gegensatz zu den meisten anderen Gibbonarten sehr variabel und ist nicht wie bei den Schopfgibbons durch das Geschlecht festgelegt. Neben schwarzen und dunkelbraunen Tieren gibt es auch hellbraune Tiere wie Gibbons in Emmen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südwestlichen China und dem östlichen Myanmar über Thailand über die ganze Malaiische Halbinsel südwärts mit Ausnahme eines kleinen Gebietes im thailändisch-malaysischen Grenzgebiet, wo der Schwarzhandgibbon vorkommt. Außerdem lebt die Art auch im Nordwesten der Insel Sumatra. Ihr Lebensraum sind tropische Regenwälder. Unser Zoobesuch in Emmen begann also im asiatischen Teil des Zoos, und das bedeutete, dass es von hier aus nicht weit bis zu den Stars des Zoos war, den Asiatischen Elefanten.

Der Rüssel von Einga-Tha im Dierenpark Emmen im April 2010

Natürlich waren wir als Fans der Kölner Elefantenherde auch nach Emmen gefahren, um Marlas Vater Radza zu sehen und seine große Herde zu bewundern. Seit dem 26. Juni 1988 nimmt die Anlage der Asiatischen Elefanten den Zentralen Platz des Asienteils vom Zoo Emmen ein. Sie liegt fast direkt hinter dem Eingang des Zoos und so konnten wir bald mit großem Spaß, den kleinen Rüssel des neuesten Nachwuchses von Radza mitten zwischen den grauen Leibern der erwachsenen Elefantenkühe entdecken. Bei unserem Besuch lebten in Emmen 14 Elefanten – sechs weibliche und acht männliche Tiere. Zwei junge Bullen haben mittlerweile den Zoo verlassen. Myo Set Kaung, der am 7. August 2005 geboren wurde, und Letsongmon, der am 6. Juni 2005 auf die Welt kam, sind am 31. August 2010 in den Zoo Plock in Polen umgezogen. Die Herde lebt in Emmen auf einer rund 4.500 m²großen Anlage, draußen stehen ihnen 3,670 m² zur Verfügung, wozu ein abtrennbares Bullengehege gehört. Sie ist sehr abwechslungsreich gestaltet mit Sand, Badebecken und Steinen, auf denen vor allem die jungen Elefanten auch herumklettern und an denen sich die Tiere schubbern können.

Asiatischer Elefant Radza im Dierenpark Emmen im April 2010

Radza hatte sich gerade hingelegt, um sich ein bisschen auszuruhen. Was mich jedes Mal am meisten beeindruckt, wenn ich die Elefantenherde in Emmen beobachte, ist wie harmonisch hier das Familienleben in der Herde funktioniert. Radza ist eigentlich immer mitten in der Herde und lässt es geduldig zu, wenn eines der zahlreichen Jungtiere, sich an seinen fast zwei Meter langen Stoßzähnen schubbert, wenn er sich hingelegt hat. Er war auch dabei als sein Nachwuchs geboren wurde. Alle anderen Herdenmitglieder scheinen Respekt vor ihm zu haben, was auch wirklich kein Wunder ist, denn er ist mit einer Größe von 3,25 m ein beeindruckender Elefantenbulle. Er soll über 7,2 t auf die Waage bringen. Im Jahr 2003 ersetzte er in Emmen den Bullen Naing Thein, der in Holland insgesamt 14 Elefanten gezeugt hat. Da seine älteste Tochter Mingalar Oo geschlechtsreif geworden war, musste dieser, damit es zu keiner Inzucht kam, in einen anderen Zoo umziehen. Er kam zunächst in den Zoo von Prag, wo er bis November 2009 lebte. Dann zog er in den Zoo Leipzig um. Man hofft, dass er dort noch einmal für Nachwuchs sorgt.

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010

Radza ist 1966 in Indien in der Wildnis geboren und hat schon in einigen Zoos gelebt. Von 1968 bis 1971 war er in der Wilhelma in Stuttgart zuhause, von wo er nach Moskau umzog. Von dort ging es 1974 in den Zoo von Riga, der ihn dann 2003 an den Zoo Emmen abgab, weil die Elefantenanlage in Riga umgebaut werden sollten. Seitdem hat er in Emmen für acht Elefantenkinder gesorgt. Seine älteste Tochter Zuse wurde allerdings 1990 im Zoo Riga geboren. Sie lebt mittlerweile in Japan und hat selbst schon zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Bis auf seinen Sohn Myo Set Kaung und seine Tochter Marlar, die in Köln geboren wurde, leben seine Nachkommen – eine Tochter: Swhe Zin (geboren: 08.08.2007) und fünf Söhne: Unt Bwe (geboren: 23.05.2006), Ananda Yinghtway (geboren: 25.02.2008), Yoe Ma (04.09.2008), Ein She Min Nayone (23.05.2009) und Einga-Tha (09.03.2010 ) alle in noch Emmen.

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010 Asiatischer Elefant im Dierenpark Emmen im April 2010

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010 Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010

Das jüngste Familienmitglied Einga-Tha war bei unserem Besuch nur wenige Wochen alt und spielte vergnügt mit seinen älteren Geschwistern. Es war viel los auf der Anlage. Die fünf erwachsenen Elefantenkühe ließen sich von den ungestümen Spielen der Kleinen nicht aus der Ruhe bringen. Sie passten gut auf, dass dem Kleinsten nichts geschah. Einga-Thas Mutter ist Htoo Kin Aye, die im 1981 in Burma zur Welt kam. Sie ist eine erfahrene Mutter, die schon sechs Jungtiere zur Welt gebracht hat. Neben ihr leben noch Mingalor Oo, geboren 1992 in Emmen, Htoo Yin Aye, geboren 1981 in Burma, Ma Ya Yee, geboren 1999 in Emmen und Ma Palai, geboren 1998, in Emmen.

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010

Den Ursprung der Elefantenherde von Emmen bildete eine Gruppe junger Elefanten, die der Zoo im Juni 1988 aus Burma importiert hatte. Neben dem Bullen Naing Thein kamen damals fünf Kühe: Htoo Kin Aye, Htoo Yin Aye, Swe San Thay, Thi Ha Wai und Khaing Lwin Htoo die alle zwischen 1979 und 1982 geboren wurden, nach Emmen. Im Zoo Emmen lebten damals drei Elefanten Kühe Annabel, Zitta und Hella. Sie bezogen zusammen mit den neuen Elefanten die neue Anlage. Da sich die jüngste der fünf Neuankömmlinge, Thi Ha Wai, nicht gut in die Herde einfügte, wurde sie bereits im November 1988 nach England in den Zoo Port Lympne gebracht. Heute lebt sie im Zoo von Chester. Einen Tag nach ihrer Abreise kamen zwei weitere Kühe aus Myamar nach Emmen Yu Zin und Thi Ha Phyu, so dass nun zehn Elefanten in Emmen zu sehen waren. Auch Zitta und Hella hatten Probleme mit der großen Elefantenherde und so brachte man sie 1996 in den Zoo von Budapest. Annabel wurde die Matriarchin der Gruppe, obwohl sie sich nie gut mit dem Bullen Naing Thein verstand. Sie war als noch sehr junger Elefant 1966 nach Emmen gekommen und hatte hier ein recht abwechslungsreiches Leben hinter sich gebracht. Eine Zeitlang hatte sie mit der Afrikanischen Elefantenkuh Suzan zusammenleben müssen, die sich oft recht aggressiv ihr gegenüber verhalten und sie sogar ernsthaft verletzt hatte. 1980 zog dann Hella in den Zoo ein, um ihr Gesellschaft zu leisten und Suzan verließ den Zoo und kam in die Wilhelma in Stuttgart. Von 1987 an bildeten die Beiden zusammen mit Zitta aus Wassenaar ein friedliches Trio. Leider kam es am 1. März 2009 zu einem Unfall. Bedrängt durch eine kleine Auseinandersetzung von zwei jungen Bullen fiel Annabel in den Graben, der die Elefantenanlage von den Zoobesuchern trennt und landete auf dem Rücken. Sie konnte sich nicht aus dieser Lage befreien und auch den herbeigeeilten Tierpflegern gelang es nicht, die alte Elefantenkuh wieder auf die Beine zu bringen. Schließlich blieb dem Tierarzt nichts anderes übrig als sie einzuschläfern.

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010

Es ist besonders interessant diese seit mehr als zwanzig Jahren gewachsene Herde zu beobachten, in der mittlerweile drei Generationen zusammenleben: Mutter Htoo Kin Aye, ihre Tochter Mingalor Oo und ihr Enkel Yoe Ma. Wir konnten uns eine ganze Weile nicht von ihnen losreißen. Man kann in Emmen um die Elefantenanlage herumwandern, auf der anderen Seite des Weges liegen die Anlagen der anderen Tiere des Asienteils des Zoos: Zwergotter und Sibirische Tiger, sowie – nicht so ganz konsequent dem Geo-Konzept des Zoos angepasst – die Anlage der Chileflamingos. Die Otter waren wegen des kühlen Wetters nicht auf ihrer Außenanlage zu sehen, die Tiger des Zoos hatten es sich an einem ungünstigen Platz gemütlich gemacht, wo man sie zwar sehen, aber nur schlecht fotografieren konnte, auch ihre Anlage ist recht groß und dicht bewachsen, so dass die Raubkatzen sich gut verstecken können. Uns störte das aber nicht, denn auf der anderen Seite bei den Elefanten gab es ja genug zu sehen. Ich musste lachen, als eines der Jungtiere seinen kleinen Spielkameraden mit dem Rüssel am Schwanz packte und die Beiden – wie in einer Szene aus Disneys Dschungelbuch – hinter einander herliefen.

Asiatische Elefanten im Dierenpark Emmen im April 2010

Als nächstes gelangten wir in den Afrikateil der Anlage, in dessen Mitte die große Savannenanlage liegt, um die man auch herumgehen kann. Sie ist für mich die interessanteste Afrika Savanne, die ich in einem Zoo gesehen habe, weil hier wirklich sehr viele Tierarten vergesellschaftet sind und man interessante Interaktionen beobachten kann. Rothschildgiraffen, Impala Antilopen, Streifengnus, Defassa-Wasserböcke, Grant-Zebras, Kronenkraniche, Perlhühner, Pinselohrschweine, Strauße und Breitmaulnashörner teilen sich die Anlage. Wir konnten zuschauen wie ein Impala-Bock seine Kräfte mit einem viel größeren Streifengnu maß. Als dem Gnu zwei Artgenossen zur Hilfe kamen, zog er sich aber dann doch lieber zurück, aber ganz langsam um das Gesicht zu wahren. Seine Herde hatte sich in einer Ecke der Anlage versammelt und schaute dem übermütigen Gebaren ihres Chefs aus sicherer Entfernung zu. Junge Zebras und Giraffen staksten gut bewacht von ihren Müttern über das Gras, unter ihnen die kleine Eshe, eine Zebrastute, die erst vier Tage alt war, mit ihrer Mutter Awali. Die Anlage ist wie ein großer Hügel gestaltet und der Besucherweg führt auf verschiedenen Höhen um sie herum. So erlebt man die Tiere aus verschiedenen Blickwinkeln. Manchmal ist man mit ihnen auf einer Höhe und muss den Kopf in den Nacken legen, um auch den Giraffen ins Gesicht schauen zu können, manchmal schaut man von oben in die Anlage hinein und kann mit den Langhälsen auf Augenhöhe Blicke tauschen.

Imapala Bock und Streifengnu im Dierenpark Emmen im April 2010 Imapala Bock und Streifengnu im Dierenpark Emmen im April 2010

Grant-Zebras im Dierenpark Emmen im April 2010 Grant-Zebras im Dierenpark Emmen im April 2010

Auf der anderen Seite des Weges kuschelten sich Mantelpaviane an einander. Den Affen war das Wetter wohl auch zu kalt. Plötzlich schien einem der Affen eingefallen zu sein, dass ein bisschen körperliche Bewegung ihn ein bisschen aufwärmen könnte. Er begann einen Dauerlauf rund um die recht große Affeninsel und nach und nach, machte es ihm der Rest der Gruppe nach, die insgesamt aus über hundert Tieren besteht. Mütter schoben ihre Kinder auf den Rücken oder unter den Bauch und schon rannten allen ein paar Runden. Doch genauso unvermittelt, wie es angefangen hatte, war der Jogginglauf auch wieder vorbei. Die Paviane suchten sich einen wind- und regengeschützten Platz und schmiegten sich aneinander. Nur die Youngster kletterten noch munter zwischen den Steinen herum.

Mantelpaviane im Dierenpark Emmen im April 2010

Die Kattas auf der Insel nebenan schienen auch wenig begeistert von dem Aprilwetter zu sein. Sie kuschelten sich zu einem dicken Knubbel aus großen und kleinen Affen zusammen. Ihre langen geringelten Schwänze wogten hin und her, wenn wieder ein Familienmitglied dazukam oder eines weg wollte, um am Wassergraben zu trinken, nach Futter zu suchen oder nachzuschauen, ob es sonst etwas Interessantes zu sehen gab.

Kattas im Dierenpark Emmen im April 2010

Hinter den beiden Affeninseln repräsentieren Rote Riesenkängurus Australien. Sie bewohnen ein schmales langgezogenes Gehege am Rand des Zoos. Auch hier konnten wir einem Jungtier, das aber schon vor einiger Zeit aus dem Beutel seiner Mutter geschlüpft war, zuschauen, wie es seine Welt entdeckte. Normalerweise leben hier auch die Emus des Zoos, doch bei unserem letzten Besuch ließen sie sich nicht sehen.

Marabu im Dierenpark Emmen im April 2010

Vorbei an den Rosa Pelikanen und den Marabus ging es zu der Anlage der Sri-Lanka-Leoparden, in der sich aber keine der Raubkatzen sehen ließ. Da hatten wir bei einem anderen Besuch vor einigen Jahren bei besserem Wetter mehr Glück gehabt. Ein bisschen ärgerte ich mich schon, dass sich Vavuniya, der weibliche Leopard, nicht sehen ließ, weil es im August 2009 Nachwuchs gegeben hatte, und seit März 2010 Mutter und Tochter zu sehen waren. Aber in einem Zoo gibt es ja an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken und so entschädigte uns bald ein Erdmännchen, das trotz kalter Temperaturen draußen herumlief. Und auch bei den Präriehunden blieben wir eine ganze Zeit stehen und schauten den putzigen Gesellen beim Essen zu.

Erdmännchen im Dierenpark Emmen im April 2010 Präriehund im Dierenpark Emmen im April 2010

Präriehund im Dierenpark Emmen im April 2010 Erdmännchen im Dierenpark Emmen im April 2010

Auch das leibliche Wohl der Zoobesucher kommt in Emmen nicht zu kurz. Es gibt vier Restaurants und dazu noch einige Imbissstände. Eines davon suchten wir uns nun aus, um uns ein bisschen aufzuwärmen und etwas zu stärken. Allerdings führte uns der Weg dorthin vorbei an der Anlage der Kodiakbären und dort blieben wir dann trotz Durst und Hunger noch eine ganze Zeit stehen. Bei unserem Besuch gab es zwei Kodiakbären in Emmen: Ursus und Gretta. Der dritte Kodiakbär Mato war mit 23 Jahren am 26. Januar 2010 gestorben. Mato war ein weltberühmter Bewohner der Emmener Tierparks, denn er war 1988 einer der Stars des Films „L’Ours“ von Jean-Jacques Annaud. Mato wurde 1987 in einem belgischen Zoo geboren und spielte in dem Film einen jungen verwaisten Bären, der von Jägern gejagt wird. Seit 1994 lebte er im Tierpark in Emmen. Auch Ursus stammt aus einem belgischen Zoo. Er wurde im Januar 1986 geboren. Gretta, das Weibchen, wurde im Januar 1983 im Zoo Rostock geboren und kam 2005 nach Emmen. Leider starb auch sie im Mai 2010. Die Anlage der Kodiakbären im Dierenpark Emmen ist dem natürlichen Lebensraum der Kodiakbären angepasst gestaltet, mit einem Wasserlauf und einer felsigen Landschaft. Futterautomaten, die sich zufällig über den Tag verteilt öffnen und schließen, halten für die Tiere Snacks bereit. Allerdings nur, wenn die Bären sie auch rechtzeitig entdecken. So sind die Tiere den Tag über beschäftigt. Bei unserem Besuch machten die beiden Bewohner einen wachen und munteren Eindruck trotz ihres fortgeschrittenen Alters.

Kodiak Bär Gretta  im Dierenpark Emmen im April 2010

Mit der Bärenanlage hatten wir den Amerikateil des Zoos betreten. Und nachdem wir uns im Restaurant gestärkt hatten, spazierten wir um die Anlage der Bisons und Elche, auf der auch Truthähne herumspazierten. Vorbei an dem Becken der Kalifornischen Seelöwen ging es zur Südamerikavoliere, in der wir eine ganze Zeit den farbenprächtigen Scharlachsichler, Rosalöfflern, Roten Flamingos und verschiedenen Entenarten zuschauten.

Rotschulterente im Dierenpark in Emmen im April 2010

Direkt daneben liegt die Anlage der Braunkopfklammeraffen, die sie sich bei schönem Wetter mit den Totenkopfaffen teilen. Bei unserem Besuch schauten die kleinen Affen aus ihrem warmen Innengehege hinaus in den grauen Aprilsonntag, während die größeren schwarzen Primaten draußen auf der Insel alle zusammen hockten und uns anschauten, als ob sie sagen wollten: „Schaut nur, bei war für einem Wetter man uns hier hinausgejagt hat.“ In Emmen lebt mit achtzehn Tieren die größte Klammeraffengruppe in einem europäischen Zoo. Und es gibt immer etwas zu beobachten, denn bei ihnen ist immer eine Menge los. Im Februar 2009 machte Ootje, einer der Chefs des Affenrudels, Schlagzeilen, weil er sich, ohne um Erlaubnis nachzufragen, Bonita, das Weibchen eines Artgenossen, zur Frau genommen hatte. Damit hatte er sich über die Gesetze der Affengemeinschaft hinweggesetzt. Denn es ist klar geregelt, welche Weibchen ein Männchen in einer Klammeraffenkolonie decken darf. Genetische Untersuchungen der Klammeraffen in Emmen haben ergeben, dass er hier zwei „Familien“ gibt, die strikt nur untereinander Nachkommen zeugen. So ist es Ootje, der mit seinen 44 Jahren Bonita wohl beeindruckte, ein echter Rebell. Herauskam der Seitensprung auch, weil er Folgen hatte. Der „Skandal“ schien aber die Harmonie in der Affengruppe nicht gestört zu haben. Bei unserem Besuch machten die Kletterkünstler einen äußerst friedlichen Eindruck.

Braunkopfklammeraffen im Dierenpark Emmen im April 2010

Bei unserem „Ausflug“ nach Amerika kamen wir auch am Streichelzoo vorbei, wo Nubierziegenlämmer vor allem den zahlreichen kleinen Zoobesuchern viel Spaß machten.

Anglo-Nubische Ziege im Dierenpark Emmen im April 2010

Bevor wir in das Biochron des Zoos gingen, mussten wir noch bei den Flusspferden Station machen, deren Anlage am Rand der Afrikasavanne liegt. Sie wurde 1990 eröffnet und war damals die größte Flusspferdanlage Europas. Sie kann 15 bis 20 Tiere aufnehmen. So viele hat sie aber noch nie beherbergt. 1999 waren es einmal zwölf Tiere. Damals hatte zur Überraschung der Tierpfleger der erst vierjährige Bulle Emiel für gleich sechsfachen Nachwuchs gesorgt. Obwohl Flusspferde eigentlich erst im Alter von fünf Jahren geschlechtsreif werden, hatte Emiel seine Chance genutzt, dass er der einzige Mann im Flusspferdhaus war, und quasi fast alle weiblichen Tiere des Zoos gedeckt. Als sein Nachwuchs geboren wurde, war der junge Vater schon in einen französischen Zoo umgezogen, um zu verhindern, dass er seine Mutter Lisa deckte. Zu spät, wie sich herausstellte, denn im Juni 1999 brachte Lisa seinen Nachwuchs Kabura zur Welt. Am 4. Mai 2008 brachte Flusspferd Jetje Zwillinge zur Welt, ein äußerst seltenes Ereignis. Der Vater von Hasana und Odongo, wie man die Kleinen taufte, heißt Polo und war nur kurze Zeit in Emmen. Er stammte aus dem Zoo von Paris und lebt mittlerweile zusammen mit zwei Weibchen aus Emmen im Zoo von Kopenhagen. Leider hat das männliche Jungtier Odongo nicht überlebt. Er war von Beginn an schwächer als seine Schwester Hasana. Einige der Flusspferde aus Emmen sind im Laufe der Zeit in andere Zoos umgezogen. So leben seit 2006 Susie und Lisa in der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Heute leben in Emmen neun Flusspferde. Als wir vor ihrem Becken standen, tauchte immer mal wieder ein Kopf aus dem Wasser auf und schließlich konnten wir sechs unterschiedliche Tiere langsam aus dem Wasser steigen sehen.

Flusspferd im Dierenpark Emmen im April 2010

In einem Gebäude neben den Eingang ist das Biochron untergebracht, ein kleines Museum, in dem die Zoobesucher eine Reise durch die Zeit unternehmen können. Die Entstehung des Lebens wird mit vielen Exponaten u. a. mit lebensgrossen Skeletten einiger Dinosaurier dargestellt. Hier befindet sich auch das Aquarium des Zoos, in dem man tropische Fische, Korallen und Haie beobachten kann.

Im Biochron des Dierenparks Emmen im März 2008

Außerdem gibt es hier seit 1985 den Schmetterlingsgarten des Zoos. Hier habe ich vor einigen Jahren zum ersten Mal kleine und große exotische Falter hautnah erleben können. Mittlerweile gibt es solche Schmetterlingshallen in vielen Zoos, doch der Schmetterlingsgarten in Emmen ist besonders schön mit vielen Pflanzen, um die herum rund 1500 filigrane Schmetterlinge aus 40 verschiedenen Arten in leuchtenden Farben schwirren. Sie haben nur ein kurzes Leben von zwei bis drei Wochen. So kann man in Emmen auch jeden Tag erleben, wie neue Falter schlüpfen. Der natürliche Lebensraum der Schmetterlinge liegt in Asien und Südamerika. Falter aus Afrika eignen sich nicht für die Haltung in Gewächshäusern. 1600 spezielle Pflanzen wachsen in der Halle, damit die Falter ihre Eier ablegen können. Die Eier werden eingesammelt, damit die Raupen in speziellen Aufzuchträumen schlüpfen, heranwachsen und sich verpuppen können Wenn man Glück hat, kann man auch einen der Kolibris oder der chinesischen Wachteln, die auch in der Halle leben, beobachten. Sie sorgen zusammen mit Schlupfwespen, Raubmilben und Marienkäfer, dass Spinnen, Weiße Fliegen, Spinnmilben und Blattläuse, die den Schmetterlingen gefährlich werden könnten, biologisch bekämpft werden. Für mich ist der Besuch dieses Gewächshauses mit einer Fläche von über 1000 m² jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis, das alleine schon den Besuch des Dierenparks Emmen lohnt.

Im Schmetterlingsgarten des Dierenparks Emmen im April 2010 Im Schmetterlingsgarten des Dierenparks Emmen im April 2010

Im Schmetterlingsgarten des Dierenparks Emmen im April 2010 Im Schmetterlingsgarten des Dierenparks Emmen im April 2010

Bei unserem letzten Besuch beendeten wir unseren Zoorundgang bei den Schmetterlingen, weil wir noch ein ganzes Stück Heimweg vor uns hatten. 2008 sahen wir uns den neuen Teil des Zoos an. In Emmen lebt eine der größten Humboldt Pinguinkolonien in einem Zoo weltweit. Die begehbare Anlage der Humboldtpinguine – Playa Pingüinos – in der man den Vögeln so nah wie sonst nirgendwo anders kommt, hat uns besonders gut gefallen. Rund 150 Pinguine leben in der großen Anlage, die mit Kunstfelsen gestaltet ist und den Tieren in einem großen Wasserbecken tiefes und flaches Wasser zum Schwimmen und Tauchen mit einer Fläche von fast 1.000 m² zur Verfügung stellt. Die Vögel können auch auf die Besucherwege gelangen, so ist es hier ganz normal, wenn einem ein Pinguin über den Weg läuft. Die Zoobesucher müssen natürlich auf dem Weg bleiben, der sie auch zu einer 24 Meter langen Scheibe führt, von der aus man die Tiere unter Wasser beobachten kann. Man hat sich etwas Besonderes ausgedacht, wie man die Tiere füttert. Die toten Fische werden durch Rohre mit einem starken Wasserstrom in das Becken „geschossen“, sodass die Pinguine sie wie in der Natur fangen können. Dies geschieht dreimal am Tag. Zwischen den Felsen gibt es viele Nischen, in denen die Vögel sich ihre Nester bauen können, wofür ihnen Zweige zur Verfügung gestellt werden. Es ist für mich die schönste Pinguinanlage, die ich bisher gesehen habe. Natürlich kann die große Freiheit, die die Tiere in ihr haben, auch einmal zu Problemen führen. So gelang es im Sommer 2010 einigen Pinguinen den Zoo zu verlassen. Ein junger Pinguin tauchte in einem Hinterhof eines Hauses etwa einen halben Kilometer außerhalb des Zoos auf. Der Ausbrecher wurde von der Polizei wieder in sein Zuhause zurück gebracht.

Humboldt-Pinguine im Dierenpark Emmen im März 2008

Außerdem gibt es in dem neuen Zooteil auf einem grasigen Hügel noch eine Herde Guanacos zu beobachten. In einem Gehege leben Halsband-Wehrvögel und Pudus. Und Magellan-Dampfschiffenten leisten den Pinguinen Gesellschaft. Ihren Namen verdanken die massigen Vögel, die zu den Halbgänsen gehören, ihrer Methode zum schnelleren Vorwärtskommen auf dem Wasser, beispielsweise bei Angriff oder Flucht, die Flügel zur Hilfe zu nehmen. Die Vögel sind flugunfähig. Es bleibt ihnen also nichts anderes übrig, als sich möglichst schnell auf dem Wasser vorwärts zu bewegen. Sie setzen ihre kleinen, schmalen Flügel – ähnlich wie Kajakfahrer ihr Doppelpaddel – abwechselnd ein. Diese rasche, schaufelnde Bewegung lässt viel Wasser aufspritzen und erinnert an einen Raddampfer. In der Natur leben sie an den Küsten von Feuerland und rund um das Kap Hoorn, wo sie im Meer ausreichend Nahrung – kleine Fische, Schnecken, Krebstiere und Wasserpflanzen – finden.

Dampfschiffente im Dierenpark Emmen im März 2008

Kinder können in diesem Zooteil in der Spielwelt Yucatán auf 4.700 m² in der Welt der legendären Maya Abenteuer erleben. Sie können durch Tempel, Baumhäuser, Dörfer und ein riesiges Schiffswrack klettern, während ihre Eltern sich in einem Restaurant ausruhen können. An ältere Zoobesucher richtet sich die Ausstellung, die anschaulich über der Wasseraufbereitung des Zoos informiert. Das neue Gelände des Zoos liegt in einem Grundwasserschutzgebiet, in dem besonders strenge Bedingungen eingehalten werden müssen. So wird das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf in der Wasserfabrik gereinigt. Dabei werden Algen, Bakterien und Pflanzen genutzt, mit deren Hilfe, der natürliche Wasserkreislauf in Teichen Mooren und Flüssen nachgeahmt wird. Das so gereinigte Brauchwasser wird dann für die Wasserbecken der Tiergehege, die Toilettenanlagen im Zoo und die Reinigung der Gehege und Gebäude genutzt. Nur noch Trinkwasser wird aus den Trinkwasserleitungen entnommen. Dadurch konnte der Wasserverbrauch des Zoos 180.000 m³ auf 30.000 m³ verringert und die Wasserqualität in den Becken und Teichen erheblich verbessert werden.

Guanakos im Dierenpark Emmen im März 2008

Im Jahr 2011 sollen wieder Löwen in den Dierenpark Emmen  einziehen. Dafür entsteht im alten Zooteil ein neues Gehege. So will man wieder mehr Zoobesucher in den Tierpark locken. 2010 hatten nur 700.000 Besucher sich auf die Weltreise durch den Zoo in Drenthe gemacht. Ich hoffe, dass das gelingt. Denn der Dierenpark Emmen ist ein schöner Zoo, der ganz bestimmt einen Besuch wert ist. Die Beobachtung der großen Tiergruppen bietet ein einzigartiges Erlebnis, wenn man sich nur genügend Zeit lässt. Wir haben längst nicht alles gesehen. In den Tierhäusern, die der Tierwelt Afrikas, Asiens und Südamerikas gewidmet sind, gibt es manch kleinen Zoobewohner zu entdecken, der ein genaueres Hinsehen verdient. Ich kann nur jedem empfehlen, den Zoo in Emmen zu besuchen und zu helfen, das seine Geschichte noch viele Jahre weitergeht.

Rotstirn-Blatthühnchen im Dierenpark Emmen im April 2004

Die Informationen stammen von
den Internetseiten des Zoos
den Seiten von „Historisch Emmen“
und der Wikipedia

von : http://www.moosmood.com/index.php/zoos/zoo-database/357-emmen-zoo
und
http://www.zoosite.nl/site/zoo/ned/emmen

Die Informationen über die Elefanten von Emmen habe hier gefunden:
http://elefanten-inge.beepworld.de/emmen_kuehe.htm
http://www.olifantenhuis.com/,
http://www.elefanten-fotolexikon.eu/index.php?seite=select,

Alle möglichen Nachrichten und Geschichten aus Dierenpark Emmen:
http://www.pragenturhamburg.de/opz/zoo-emmen/news/

Mehr Bilder von:

Radza und seiner Herde, den Bären Gretta und Ursus, der Afrika Savanne, dem Schmetterlingsgarten und den restlichen Tieren des Dierenparks Emmen von unserem Besuch im April 2010

Und wer noch mehr sehen will:

Bilder von den Elefanten vom März 2008 und den restlichen Tieren

und Fotos von unserem Besuch im April 2004

Eine Antwort zu “Dierenpark Emmen

  1. Hallo Ulli,

    heute habe ich nochmal in Ruhe deinen Zoobericht von Emmen gelesen. Inzwischen scheint sich ja einiges zu tun, wie eine Besucherin in Rhenen erzählte. Wobei jeder, der bisher von Emmen erzählt sich immer wünscht, dass der „Alte Zoo“ erhalten bleibt. Es war ein spannender Rundgang mit den Infos im Hinterkopf, die man uns erzählt hat.

    LG Elke

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