Villars-les-Dombes: Bunte Vielfalt in der Dschungelvoliere

Juni 2015

Die zweite Anlage auf unseren Rundweg durch den Parc des Oiseaux war die über 1.250 m² große Voliere „Jungle Tropicale“. Sie wurde 2014 eröffnet. Rund 200.000 Euro investierte der Vogelpark in ihre Errichtung. Sie ersetzte eine der ersten Volieren des Parks, die Voliere de Krabi, die der Vogelwelt Asiens gewidmet war. Teile der Stahlkonstruktion der alten Voliere wurden wiederverwendet.

Ein gewundener Besucherweg führt durch die Voliere, die mit viel Bambus, großen Farnen und anderen teils exotischen Pflanzen gestaltet ist. Ein Wasserfall und ein durch die ganze Voliere verlaufender Wasserlauf trägt zu der Urwald-Atmosphäre bei. Kein richtiger Dschungel, sondern eher ein lichter Wald am Rande eines Gewässers. Anhängern eines strengen Geozookonzepts dürfte die Zusammensetzung der Bewohner der Voliere nicht ganz behagen, denn ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt auf allen fünf Kontinenten, wenn auch die meisten Arten in Südostasien beheimatet sind. Außerdem findet man neben Urwaldbewohnern auch Vögel, deren Lebensraum Lagunen oder Seen sind.

Foto: Sweetdaddy

Foto: Sweetdaddy

Tafeln in teilweise überdachten Nischen informieren über die Bewohner der Voliere und den Stockwerkaufbau des tropischen Regenwaldes.

Als wir 2016 gerade den „tropischen Dschungel“ betreten hatten, sorgte ein kräftiger Regenguss dafür, dass wir das richtige Regenwald Feeling bekamen.

Eine Zwergpfeifgans (Dendrocygna javanica) schien das Wasser von oben richtig zu genießen. Sie stolzierte langsam auf dem Besucherweg entlang und posierte wie ein Mannequin auf dem Laufsteg. Sie hatte den Weg für sich allein. Die Zoobesucher hatten in einer Nische unter einem Dach Schutz gesucht und schauten ihr zu.

Pfeifgänse findet man weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten. Die Zwergpfeifgänse sind die kleinste Art. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst fast vollständig Südostasien von Pakistan über Indien, Sri Lanka, Süd-Ost-China, Taiwan und Indochina bis Borneo, Sumatra und Java. Sie bewohnen dort dicht mit Schwimm- und Unterwasserpflanzen bewachsene Flachgewässer sowohl in Wald- als auch in landwirtschaftlich genutzten Regionen. Besonders häufig sind sie in Gegenden mit großen Reisanbauflächen zu finden. Zwergpfeifgänse werden eher selten in Zoos gehalten und gezüchtet. Ihre Küken sind besonders empfindlich. Im Tierpark Berlin ist man aber erfolgreich bei der Zucht dieser Entenvögel. 1975 gelang dem Wildfowl and Wetlands Trust in Großbritannien die erste Aufzucht von Zwergpfeifgänsen in Europa in menschlicher Obhut. Bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts stammten die Zwergpfeifgänse überwiegend aus Importen. Heute sind alle Zwergpfeifgänse in den Tiergärten dort auch geschlüpft.

Als wir nach oben schauten fiel uns als erstes ein Venezuela-Blaukehlguan (Pipile cumanensis cumanensis) ins Auge (Pipile cumanensis cumanensis), dessen natürliches Verbreitungsgebiet wie sein Name verrät in Südamerika liegt. Venezuela-Blaukehlguane leben in tropischen Regenwäldern in den Guyanas, am Orinoco in Venezuela, im Südosten Kolumbiens, in Brasilien und Peru. Wegen ihres großen Verbreitungsgebietes gilt ihr Bestand im Augenblick als nicht gefährdet (least concern), aber die Bestandszahlen sinken und die weitere Zerstörung des Regenwaldes setzt ihnen zu.  2016 hat die Regierung Venezuelas neue Verträge zur Umsetzung des Entwicklungsplans „Arco Minero del Orinoco“ (Minenbogen am Orinoco-Fluss) abgeschlossen, mit dem Ziel in einem Gebiet von der Größe Bulgariens (112.000 km², was etwa 12% der Fläche Venezuelas ausmacht) Rohstoffe abzubauen. Man verspricht war umweltverträglich vorzugehen- Es ist allerdings befürchten, dass dies den Lebensraum der Venezuela-Blaukehlguan und vieler anderer Spezies weiter schrumpfen lassen wird.

Der Vogel in Villars-les-Dombes flog durch die hohe Voliere und landete schließlich neben seinem Partner auf dem Wellblechdach, unter dem wir standen und darauf warteten, dass es aufhörte zu regnen. Dort oben hatten sich noch mehr Vögel versammelt. Zu diesen gehörten eine Reihe Löffler (Platalea leucorodia). Man findet sie gleich auf drei Kontinenten. Das Verbreitungsgebiet des Löfflers reicht von Süd-, West- und Mitteleuropa, Vorderasien, dem Nordosten Afrikas und dem Gebiet rund um das Kaspische Meer über Vorderindien bis nach Ostasien. Es wurden aber auch schon Exemplare auf Grönland gesichtet, wenn auch selten. In Frankreich nisten einige Paare an der Atlantikküste und in der Camargue. Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts haben sich auch in Deutschland Löffler angesiedelt. Mittlerweile brüten fast 800 Brutpaare in Niedersachsen und Schleswig Holstein. In den Niederlanden und Deutschland nisten sie überwiegend auf Inseln, weil es dort weniger Prädatoren gibt, deren Beute die Löffler sind. Eine besonders „exklusive“ Löfflerkolonie entdeckten der Ornithologe Dr. Dietrich Frank und Gundolf Reichert, Brutvogelexperte der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in der alten Festungsanlage Langlütjen II in der Außenweser. Es wurden 33 Löffler und mindestens elf Nester gezählt.

So ganz passen die Löffler nicht in die tropische Dschungel Voliere, denn ihr Lebensraum sind Sümpfe und Verlandungszonen mit Schilfbestand, einer typischen Auenvegetation sowie einzelnen Büschen. Doch die weißen Vögel mit den typischen löffelartig verbreitertem Schnabel, dem sie ihren Namen verdanken, im „Jungle Tropicale“ des Parc des Oiseaux wohlzufühlen.

Auch eine weitere europäische Vogelart, die man in der Voliere beobachten kann, die Stelzenläufer (Himantopus himantopus), eine Vogelart aus der Familie der Säbelschnäbler, die in Flachwasserzonen mit Süß-, Brack- oder Salzwasser in Lagunen, Salinen und Steppenseen hauptsächlich im Süden Mitteleuropas, am Kaspischen und Schwarzen Meer und in der Türkei beheimatet sind, passt nicht so ganz in das Konzept.

Wie die Stelzenläufer leben die Schneesichler (Eudocimus albus) in Lagunen, Sümpfen und Mangroven in Küstennähe allerdings auf der anderen Seite des Atlantiks im nördlichen Südamerika, in Mittelamerika, Mexiko und in den USA, entlang der Küste des Golfes von Mexiko, in Florida und an der Küste Georgias und South Carolinas.

Vier Taubenarten leben in der Voliere. Mit ihrem metallisch glitzernden Gefieder fielen uns besonders die Kragentauben (Caloenas nicobarica) auf. Sie leben auf kleinen Inseln von den Nikobaren im Golf von Bengalen bis zu den Philippinen und Neuguinea. Die Kragentaube wird in der Roten Liste der IUCN als potenziell gefährdet (near threatened) gelistet. Trotz des relativ großen Verbreitungsgebiet sinken die Bestandszahlen kontinuierlich. Die Art leidet unter der Jagd durch den Mensch und durch eingeführte Säugetiere, den Fang für den Tierhandel und unter der Zerstörung ihres Lebensraum.

Kragentauben sieht man heute häufig in Freiflugvolieren in Zoos. Die attraktiven Vögel wurden bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts erstmals nach Europa gebracht. 1872 gelangen im Jardin d’Accimatation im Bois de Boulogne in Paris die ersten Zuchten. Ein Zuchterfolg wird unterstützt, wenn mehrere Brutpaare zusammen gehalten werden. Nachdem der Regen aufgehört hatte konnten wir sie gut beim Pflegen ihres Gefieders beobachten.

Um die Nelkenfruchttauben (Ducula pistrinaria) zu entdecken, mussten wir ganz oben suchen. Sie saßen auf toten Stämmen, die aus dem Grün herausragten. Ihr Verbreitungsgebiet sind kleine Inseln vor der Küste Neuguineas. In der Natur findet sie im Primärwald, altem Sekundärwald, Mangroven und überwachsenen Kokosnussplantagen. Sie gehören zu der Gattung der Großen Fruchttauben, die 36 Arten umfasst, von denen acht potenziell gefährdet, vier gefährdet und vier stark gefährdet sind. Der Bestand der Nelkenfruchttauben selbst wird als nicht gefährdet eingeschätzt und ihr Bestand ist stabil. Man hält sie nur in wenigen Zoos in Europa. Laut Zootierliste sind die neben dem Parc des Oiseaux nur noch Zoo Pilsen zu sehen.

Eine weitere Taubenart, die von oben im Geäst auf die Zoobesucher herabschauten, waren Oliventauben (Columba arquatrix). Sie sind in ausschließlich in Afrika beheimatet. Sie haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das in Ostafrika vom Süden Äthiopiens bis zum Kap in Südafrika reicht. Außerdem kommen sie im Westen Angolas und im Südwesten der arabischen Halbinsel und im Norden des Jemen vor. Sie leben in immergrünen Primär- und Sekundärwäldern.

Oliventauben werden schon lange in Tiergärten gehalten und gezüchtet. Erstmals wurden 1864 im Zoo von London gezeigt. Dort gelang auch 1912 die erste Nachzucht dieser Art. Ein Jahr später war auch der Berliner Zoo mit der Zucht erfolgreich. Wegen ihrer Körpergröße benötigt sie eine große Voliere. Sie gilt als eine verträgliche Art, die sowohl mit Artgenossen als auch anderen Taubenarten vergesellschaftet werden kann.

Besonders interessant war es die Sclaters Rotbrust-Krontauben zu beobachten. Zwei Vögel stolzierten auf dem Weg entlang. Die eine beugte sich mit gefächertem Schwanz und angehobenen Flügeln nach vorne und präsentierte ihre weit gespreizte Federkrone. Der andere Vogel folgte und hob schließlich ebenfalls seine Flügel an. Ob es sich um Balzverhalten handelte, der eine Vogel dem anderen nur imponieren wollte oder beide Vögel einfach die Regenschauer als angenehme Dusche nutzten, weiß ich nicht. Das Ganze dauerte ziemlich lange und fesselte meine Aufmerksamkeit.

Das Verbreitungsgebiet der Sclaters Rotbrust-Krontauben (Goura scheepmakeri sclateri) ist der Süden und Südosten Neuguineas, dort leben sie auf dem Boden tropischer Regenwälder. In der letzten Zeit hat die Zahl der Rotbrust-Krontauben (Goura scheepmakeri) in der Natur stark abgenommen, deshalb werden sie als gefährdet (vulnerable) eingestuft. Neuerdings wird die Unterart der Sclaters Rotbrust-Krontauben als eigene Art angesehen. Die in den Tiergärten gehaltenen Rotbrust-Krontauben gehören alle dieser Art bzw. Unterart an. Im Parc des Oiseaux wurden schon Krontauben aufgezogen.

Ich suchte nach den Afrikanischer Nimmersattstörchen der Voliere, an die ich mich noch gut von unserem letzten Besuch in Villars-les-Dombes erinnerte, konnte die großen Vögel mit ihren auffälligen gelben Schnabel nicht entdecken. Vielleicht waren sie wasserscheu und hatten vor dem Regen im Dickicht Schutz gesucht. Als wir am Ende unseres Zoobesuchs noch einmal in die Voliere gingen, hockten sie oben auf den Felsen des Wasserfalls und sahen sich die Welt von oben an. Jetzt schien die Sonne und das schienen sie zu genießen.

Der Afrikanische Nimmersatt (Mycteria ibis) ist in ganz Afrika südlich der Sahara mit Ausnahme des Südwestens, sowie im Westen von Madagaskar verbreitet. Als Lebensraum dienen häufig flache Küsten- und Binnengewässer, wo der Nimmersatt auf Sandbänken und im Flachwasser nach Nahrung sucht. Die Nimmersattstörche nisten in Kolonien auf Bäumen, die sich oft in Dörfern oder Städten befinden.

Diese Vögel werden schon seit über 100 Jahren in Tiergärten gehalten. Alfred Brehm schreibt 1882 über die Vögel unter anderem: „Hält man ihn in einem größeren, unbedeckten Gebauer, in welchem er seine Schwingen gebrauchen darf, so pflegt er den größten Theil des Tages auf Bäumen zuzubringen und nur, wenn er Nahrung sucht, auf den Boden herabzukommen.“ Kein Wunder also, dass man auch in Villars-les-Dombes nach oben schauen muss, um sie zu entdecken.

Auch ein Kahnschnabel (Cochlearius cochlearius) ließ sich erst sehen, als die Sonne wieder schien. Er kommt von Mexiko bis Brasilien in ganz Mittel- und dem nördlichen Südamerika vor und bevorzugt dicht bewaldete Flussufer und Mangrovensümpfe. Wie er sind auch die Schwarzzügelibisse (Theristicus melanopis) ist in der Natur in Südamerika zuhause. Man findet sie in recht häufig im südlichen Chile und Argentinien, selten in Nordchile, Ecuador, Bolivien und Peru. Sie bevorzugen offenes Grasland, Weiden, Felder und offene Wälder, sind aber auch in Feuchtgebieten und an Tümpeln und Flüssen zu finden.  Die an der an der südamerikanischen Pazifikküste lebenden Inkaseeschwalben (Larosterna inca) hatten wie der Kahnschnabel auf die Sonne gewartet, um durch die Voliere zu fliegen. Seit 2004 werden die an Felsküsten brütenden Vögel auf der Roten Liste als potentiell gefährdet (near threatened)  aufgeführt.

Neben der Zwergpfeifgans kann man in der Dschungel Voliere des Parc des Oiseaux noch zwei weitere Entenarten beobachten. Die Hottentottenenten (Anas hottentota), die in Afrika in drei isolierten Gebieten leben – Äquatorialafrika in einem Gebiet, das sich vom Norden Nigerias über Niger, Kamerun und den Tschad erstreckt, in einem breiten Band von Äthiopien bis zur östlichen Kap-Provinz an der südlichen Spitze Afrikas und auf Madagaskar – und die Bernierente (Anas bernieri), deren ursprüngliche Lebensraum der westliche Teil Madagaskars ist.

Während der Bestand der Hottentottenenten als nicht gefährdet angesehen wird – ihre Zahl wird auf 1.000 bis 5.000 Individuen im Tschad, auf 25.000 bis 100.000 Individuen in Ost- und Südafrika und auf vermutlich 5.000 bis 10.000 Enten auf Madagaskar geschätzt – zählt die Bernierente heute zu den seltensten Wasservögeln der Welt und gilt als stark gefährdet (endangered). Man schätzt, dass es nur noch 1.500 bis 2000 Individuen auf Madagaskar gibt. Man findet sie nur in einem schmalen Streifen entlang der Westküste Madagaskars. Trotz ihrer Gefährdung werden sie auf Madagaskar noch gejagt. Ihr Lebensraum wird immer mehr zersplittert durch die Zerstörung der Mangroven für die Garnelenzucht und die Umwandlung der flachen Feuchtgebiete an der Küste in Reisfelder. Dadurch leben die Bernierenten heute in drei isolierten Teilpopulationen, wodurch die Gefahr entsteht, dass es zu einem Verlust der genetischen Vielfalt der Population kommt.

Umso wichtiger ist die Zucht der Bernierenten in den Zoos. 1927 wurde eine einzelne, weibliche Bernierente in den 1919 geschaffenen Parc de Clères gebracht, wo sie mit einer männlichen Kastanienente zusammenlebte. Nachdem man Anfang der 90 er Jahren des 20. Jh. erkannt hatte, wie klein die Population der Bernierenten war, entschied sich der Durrell Wildlife Conservation Trust auf Jersey ein Zuchtprogramm zu initiieren. Dazu wurden 1993 vier Bernierenten eingefangen und in den Durrell Wildlife Park gebracht. Unglücklicherweise stellte sich heraus, dass es sich um vier Männchen handelte. 1995 kamen dann zwei weibliche Enten hinzu. 1998 züchteten die Bernierenten auf Jersey das erste Mal. Bis heute wurden dort rund 100 Bernierenten aufgezogen und viele von ihnen haben ein Zuhause in europäischen Zoos gefunden. Insgesamt wurden elf Bernierenten nach Europa gebracht, von denen neun züchteten und somit die Gründer der gesamten ex situ Population sind. Man findet sie heute in vielen Tiergärten Europas, der USA und Kanadas. Alle Bernierenten in den Zoos gehören Madagascar und werden in einem Internationalen Zuchtbuch durch den Durrell Wildlife Conservation Trust gemanagt. Mehr als 330 Bernierenten werden in den Tiergärten gehalten.

Die Stars der Dschungel Voliere sind ein Paar Runzelhornvögel (Aceros corrugatus). Ihr natürlicher Lebensraum sind die Primärwälder in Malaysia, Brunei und Indonesien sowie im äußersten Süden von Thailand, auf Sumatra und Borneo. Obwohl sie in einigen Regionen noch recht häufig anzutreffen sind, ist ihr Bestand potenziell gefährdet (near threatened), da die Vögel auf relativ ungestörte Wälder angewiesen sind. Nur hier finden sie genug Nahrung und Nistmöglichkeiten. In einigen Regionen, z. B. in Malaysia und Thailand, steht die Art kurz vor der Ausrottung.

Das Paar in Villars-les-Dombes scheint sich gut zu verstehen. Es ist gar nicht so einfach zwei Vögel zu verpaaren, die harmonieren, denn Runzelhornvögel sind wählerisch und gründen längst nicht mit jedem Artgenossen eine Familie. Um den Vögeln auch in menschlicher Obhut die Chance zu geben sich ihren Partner zu wählen wurde zum Beispiel im Zoo Heidelberg im Jahr 2000 vier männliche und drei weibliche Runzelhornvögel in einer speziell eingerichteten Voliere zusammengebracht. Das Verhalten der Vögel bei der Paarfindung wurde beobachtet und dokumentiert. Dieses Pilotprojekt zeigte auch, dass es zwischen den Vögel unvermittelt zu Aggressionen kommen kann, die sogar tödlich enden können, wie ein interessanter Artikel aus „Spektrum der Wissenschaften“ berichtet. Für die Zucht ist eine Unterbringung in einer großen Voliere mit anderen Spezies nicht geeignet. Es gibt im Parc des Oiseaux allerdings noch mehr Nashornvögel, die in separaten Volieren paarweise untergebracht sind.

Um alle Vögel in der Dschungelvoliere zu entdecken, muss man ganz genau hinschauen und braucht etwas Geduld. Natürlich muss man auch ein bisschen Glück haben. Die Ceylonhühner (Gallus lafayetii), Langschwanztriele (Burhinus grallarius), der Malaiischen Argusfasan (Argusianus argus argus) und die Rossturakos (Musophaga rossae) ließen sich bei unserem beiden Besuchen nicht sehen. Das Foto von dem Hammerkopf (Scopus umbretta) stammt von unserem Besuch im Jahr 2015.


Die kleinsten Bewohner des Jungle Tropical leben in einer separaten Voliere durch die man durch ein Fenster hineinblicken kann. Die Timor-Zebra-Finken könnte man in der großen Voliere auch leicht übersehen.

Bevor man den „Dschungel“ verlässt kommt man in einen abgetrennten Teil, in dem in einer Voliere Eulenschwalme (Podargus strigoides) leben. Sei bewohnen in der Natur die Wälder und Graslandschaften Australiens und Tasmaniens. Die Tiere sind nachtaktiv und ruhen über Tag paarweise oder in kleinen Gruppen völlig reglos auf den Zweigen von hohen Bäumen. Im Parc des Oiseaux saß einer der Vögel auf einem toten Baumstamm, der aufgerichtet in einer Ecke des Geheges stand. Immerhin machte er kurz die Augen auf und vergewisserte sich, dass es keinen Grund gab sich zu bewegen.

Auf der gegenüberliegenden Seite liegt eine Voliere mit Säugetieren. Doch fliegen können sie auch. Lyle-Flughunde (Pteropus lylei) und Kalongs (Pteropus vampyrus) leben hier. Ihre Anlage ist von rohen Holzbrettern begrenzt. Viele Tote Äste bieten den Flughunden viele Möglichkeiten zum Abhängen. Bei unserem Besuch hatten die Fledertiere gerade einen Imbiss bekommen. Man hatte Apfelhälften auf Zweigen aufgespießt. Mit geradezu akrobatischen Verrenkungen gelangten die Lyle-Flughunde an die Leckerei. Kalongs, die auch Malaiische Riesenflughunde genannt werden, leben in den primären Regenwäldern Südostasiens. Sie sind auf der Roten Liste als potentiell gefährdet aufgeführt. Die kleineren Lyle-Flughunde findet man in Kambodscha, Thailand,Vietnam und in Yunnan im Südwesten Chinas. Sie gelten als gefährdet (vulnerable), weil ihr Bestand in 15 Jahren um 30% zurückgegangen ist. Am meisten weiß man über die Bestände der Lyle-Flughunde in Thailand. Hier sind elf Kolonien bekannt, die größte besteht aus etwa 3000 Tieren. Ihre Hauptnahrung sind reife Früchte.

Neben der Zerstörung ihres Lebensraums durch die Abholzung der Regenwälder ist der Bestand auch durch die Jagd bedroht. Für die Bauern der Regionen, in denen Lyle-Flughunde leben, sind die Flughunde Schädlinge, die ihre Ernten zerstören und dazu noch die Gesundheit der Menschen gefährden. Flughunde (Pteropus) sind sehr wahrscheinliche das biologische Reservoir des Nipah-Virus. Sie erkranken selber nicht, können aber das Virus auf Haustiere – wie Schweine – übertragen, durch die sich dann auch die Menschen infizieren können. Vor allem Arbeiter in Schlachthöfen und auf Schweinefarmen gelten als Risikogruppe für die fiebrigen Enzephalitis, die durch das Nipah-Virus verursacht wird.

Außerhalb der Voliere führt ein Pfad zurück zum Rundweg um den See. Am Rand des Pfades machen Informationstafeln auf die Spezies in den heimischen Wäldern und deren Bedrohung aufmerksam. Außerdem findet man hier noch eine weitere dicht bewachsene Voliere, in die man durch ein Fenster hineinschauen kann.  Hier ist ein Paar  Peruanische Andenfelsenhähne  (Rupicola peruvianus peruvianus) untergebracht, die sich aber leider nicht sehen ließen. Der Parc des Oiseaux erhielt diese Vögel 2014 aus dem Dallas World Aquarium. Die Vögel haben freien Zugang zu einer zweiten Voliere, in die die Zoobesucher keinen Einblick haben.

Der Jungle tropicale des Parc des Oiseaux ist eine tolle Anlage, in der wir uns lange aufgehalten haben. Es gab viel zu entdecken und es ist stets ein tolles Erlebnis, wenn man den Vögeln so nah kommt, sie über den Köpfen der Besucher fliegen oder auf dem Weg vor ihnen entlang spazieren.

Die Informationen habe ich hier gefunden:

http://www.parcdesoiseaux.com/maj/pdf/Parc_des_oiseaux_-_Dossier_de_presse_2014.pdf

http://www.leprogres.fr/sortir/2014/03/01/parc-des-oiseaux-une-ouverture-aux-couleurs-de-la-jungle-tropicale

https://de.wikipedia.org/wiki/Zwergpfeifgans

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=3483:hokkos-schakutinga-blaukehlguan-pipile

https://en.wikipedia.org/wiki/Blue-throated_piping_guan

http://www.taz.de/!5349674/

https://amerika21.de/2016/08/159038/venezuela-arco-minero

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6ffler

http://datazone.birdlife.org/species/factsheet/eurasian-spoonbill-platalea-leucorodia/details

http://www.wattenmeer-nationalpark.de/nds/misc/eine-festung-fur-den-loffler/3603

http://www.liga-vogelschutz.org/loeffler-zurueck-in-deutschland/

https://de.wikipedia.org/wiki/Stelzenl%C3%A4ufer

https://de.wikipedia.org/wiki/Schneesichler

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2709:kragentaube-caloenas-nicobarica&Itemid=173

https://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Fruchttaube

http://www.waza.org/en/zoo/choose-a-species/birds/doves-and-pigeons-columbiformes/columba-arquatrix

http://tierdoku.com/index.php?title=Rotbrust-Krontaube

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=378:krontauben-goura&Itemid=173

http://tierdoku.com/index.php?title=Rotbrust-Krontaube

https://de.wikipedia.org/wiki/Krontauben

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2747:nimmersatt-mycteria-ibis

http://www.das-tierlexikon.de/nimmersatt-572-pictures.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Nimmersatt_(Vogel)

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2735:kahnschnabel-cochlearius-cochlearius

https://de.wikipedia.org/wiki/Kahnschnabel

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzz%C3%BCgelibis

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=374:inkaseeschwalbe-larosterna-inca&Itemid=173

https://de.wikipedia.org/wiki/Inkaseeschwalbe

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2816:afrika-gruendelenten-anas

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2817:madagaskar-gruendelenten-anas

http://tierdoku.com/index.php?title=Bernierente

http://jncc.defra.gov.uk/PDF/pub07_waterbirds_part3.4.10.pdf

http://aviansag.org/Fact_Sheets/Anseriformes/Madagascar_Teal.pdf

http://www.waza.org/en/zoo/visit-the-zoo/ducks-geese-pelikanes-and-relatives/anas-bernieri

https://www.durrell.org/animals/birds/madagascar-teal/

http://www.biaza.org.uk/news/1174/210/Madagascar-Teal-Breeding-Programme/

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=2537:helmhornvoegel-aceros

http://www.zoodirektoren.de/images/Bildung/Diplomarbeiten/H%C3%B6lzer_2003_Zusammenfassung.pdf

http://www.spektrum.de/news/gefaehrliche-liebschaften/344814

http://aviansag.org/Fact_Sheets/Coraciiformes/Wrinkled_Hornbill.pdf

http://www.avisoc.co.uk/table-of-contents/breeding-the-wrinkled-hornbill-aceros-corrugatus/

https://de.wikipedia.org/wiki/Eulenschwalm

http://www.zoodirektoren.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=3959:malaiischer-riesenflughund-kalong&Itemid=171

http://www.arkive.org/lyles-flying-fox/pteropus-lylei/

https://de.wikipedia.org/wiki/Nipah-Virus

http://www.zoonaute.net/parcdesoiseaux-2014coqderoche.html

http://www.iucnredlist.org/

 

 

 

 

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