Dartmoor Zoo: Wiedersehen mit Alisha, Dragan und Chincha

Oder: Realität jenseits von Hollywood

7. September  2016

Viele kennen die Geschichte des Dartmoor Zoological Parks, des Zoos, den der britische Journalist Benjamin Mee 2006 gekauft hat und der weltberühmt wurde durch sein im August 2009 veröffentlichstes Buch „We Bought a Zoo“ – „Wir kaufen einen Zoo“ – und dem 2011 danach gedrehten Hollywoodfilm mit Matt Damon. So war es klar, dass wir, wenn wir schon einmal im Südwesten Englands waren, hier vorbei fahren mussten. Außerdem konnten wir uns auf ein Wiedersehen mit drei Raubkatzen freuen, die wir auf Zoobesuchen in anderen Zoos in anderen Ländern in den vergangenen Jahren kennengelernt hatten.

Der Dartmoor Zoological Park liegt am südlichen Rand der Moor- und Heidelandschaft in Devon, der er seinen Namen verdankt, in der Nähe des Dorfes Sparkwell, knapp 14 km westlich von Plymouth. Der Tierpark ist 12 Hektar groß und beherbergt über 200 Tiere aus rund 70 Arten.

Gegründet wurde der Zoo 1968 unter dem Namen Dartmoor Wildlife Park von Ellis Daw, dem Besitzer einer erfolgreichen Holzfirma, auf dem Goodamoor Estate, der seiner Familie seit 1948 gehörte. Goodamoor House, im 17. Jh. errichtet, liegt im Herzen des Zoos. Heute findet man hier z. B. Räumlichkeiten, die man für eine Hochzeit mieten kann. 2001 kritisierte die Captive Animals Protection Society (CAPS), eine zookritische Tierrechtsorganisation, die Tierhaltung und die Sicherheitsvorkehrungen des Tierparks und drängte die Behörden, dem Zoo die Lizenz zu entziehen. Letztendlich wurde bei Inspektionen nur ein Verstoß gegen die britische Zoorichtlinie festgestellt. Man hatte mit Sibirischen Tigern gezüchtet, ohne dass sie Teil eines Zuchtprogramms waren und die Tiere in einem kleinen Gehege, das für Besucher nicht einzusehen war, untergebracht. Dafür musste eine Strafe von 200 Pfund gezahlt werden und die jungen Tiger und zwei Jaguare wurden in einen niederländischen Tierpark gebracht. Obwohl der Tierpark seine Lizenz behielt, gab der 76 jährige Besitzer aus Altersgründen ein paar Jahre später auf. Im April 2006 schloss der Dartmoor Wildlife Park seine Tore und stand zum Verkauf. Zu diesem Zeitpunkt entzog nun auch die Behörde dem Tierpark die Lizenz, weil nicht klar war , wie es weitergehen sollte.

Hier nun beginnt die oft erzählte Geschichte von Benjamin Mee, seiner Familie und dem Zoo, dessen Anlagen in die Jahre gekommen waren und dringend renoviert werden mussten. Auch heute zehn Jahre später sieht man dem Tierpark an, dass es noch viel zu tun gibt. Im August 2006 kaufte der Journalist den Tierpark für 1,1 Mio Pfund und hatte zunächst alle Hände voll damit zu tun, die notwendigen Renovierungsarbeiten durchzuführen und das Geld dafür zu beschaffen. Für den Zoo-Amateur kein leichtes Unterfangen und ob nicht finanzielle Probleme, ein durch einen Fehler eines unerfahrenen Tierpflegers ausgebrochener Jaguar und eine bevorstehende Inspektion, die darüber entscheiden sollte, ob der Tierpark wieder ein Lizenz erhielt oder nicht  und öffnen durfte, nicht schon genug wären, traf ihn auch noch ein schwerer Schicksalsschlag. Seine Frau starb an einem Hirntumor. Es erscheint wie ein Wunder, dass es ihm, seiner Familie und seinen Mitarbeitern trotz allem gelungen ist, den Dartmoor Zoological Park zu eröffnen und bis heute betreiben zu können. Um die Zukunft des Tierparks zu sicheren, wurde 2014 die Dartmoor Zoological Society, eine Wohltätigkeitsorganisation, gegründet, die nun den Zoo betreibt. Dazu wurden 340,000 Pfund durch Crowdfunding aufgebracht. Seit 2011 ist der Zoo Mitglied der BIAZA (British and Irish Association of Zoos and Aquariums).

Dass das Geld trotz der zusätzlichen Einnahmen aus Buch und Hollywood Film immer noch knapp ist, sieht man den Zoo auch heute noch an. Aber die überwiegende Anzahl der Gehege bietet ihren Bewohnern ein gutes Zuhause. Besonders das Engagement von vielen Freiwilligen, die den Tierpark unterstützen und zum Beispiel an den Gehegen bereitstehen, um den Zoobesuchern etwas über die Tiere zu erzählen und Tipps zu geben, was man sich noch ansehen soll, gibt dem Besuch in dem kleinen Zoo einen besonderen Charme.

Wer allerdings Erlebnisarchitektur mit Kunstfelsen und Kulissen exotischer Biotope  à la Disneyland erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Der Tierpark fügt sich in die Landschaft des Dartmoor-Nationalparks ein. Nur dass auf den Wiesen keine Dartmoor Ponys und Schafe, sondern Antilopen und Zebras weiden und unter den Bäumen Bären, Wölfe, Löwen und Tiger dösen.

Wir kauften unsere Eintrittskarten am Kassenhäuschen am Eingang. Besucher mit einer Körperbehinderung können mit dem Auto bis auf einen Parkplatz vor dem Zoorestaurant fahren. Ein Pfad entlang dieses Zufahrtweges führte vorbei an Gehegen mit Nandus, Capybaras und Tapiren. Ein paar weiße Gänse hatten sich zu den Capybaras gesellt.

Vor dem „Jaguar Restaurant“ stießen wir auf ein erstes Gehege mit Erdmännchen. Auf der anderen Seite des Parkplatzes liegt eine weitläufige Anlage, die eine große Herde Kafue-Litschi-Wasserböcke beherbergt, die es sich unter Bäumen bequem gemacht hatten. Im April 2016 haben sie Gesellschaft von zwei jungen Böhm-Steppenzebrahengsten, Tim und Tristan, aus dem Allwetter Zoo Münster bekommen. Außerdem leben noch Strauße auf der Anlage.

Uns zog es aber weiter in Richtung der Anlage, die von den beiden neuen Amurtigern des Zoos bewohnt wird. Ganz zügig kamen wir allerdings nicht voran, denn hinter einem zweiten Erdmännchengehege lag das Zuhause der Grünen Meerkatzen – eine der ersten Tieranlagen, die von Benjamin Mee erneuert wurden. Die beiden Meerkatzen Jay und Kiki lebten schon im Dartmoor Zoo, als der Journalist ihn erwarb. Es sind Vater und Tochter. Sie leben nun in einem dicht bewachsenen großen Gehege, dass mit Maschendraht überspannt ist und über viele Klettermöglichkeiten und jede Menge Verstecke verfügt. Jay, der 1994 geboren ist, suchte im Gras nach Futter und schaute auch ab und zu neugierig durch den Zaun, wer denn an diesem Tag so alles vor seinem Gehege stand. Seine 14 Jahre alte Tochter kletterte weiter hinten Richtung Innengehege.

Doch dann gingen wir zügig weiter zum Tigergehege. Schließlich warteten da Alisha und Dragan auf uns, die wir schon im Tierpark Friedrichfelde in Berlin kennengelernt hatten. Seit wir sie zuletzt gesehen hatten, waren sie kräftig gewachsen. Sie lagen aneinandergeschmiegt auf einer Holzplattform und nur ab und zu schaute einer der beiden zu uns hinüber.

Alisha und Dragan hatten im Jahr 2015 für einige Schlagzeilen gesorgt. Die Tigerkatze Alisha wurde am 10.Dezember 2014 im Berliner Tierpark geboren. Weil ihre Mutter nicht ausreichend Milch hatte, wurde sie mit der Flasche aufgezogen. Da war es ganz günstig, dass ein paar Kilometer weiter östlich im Zoo Eberswalde ein kleiner männlicher Tiger ihr Schicksal teilte. Dragan war dort am 7. Oktober 2014 geboren und auch er musste von seinen Tierpflegern die Flasche bekommen. Im März 2015 zog Alisha zu Dragan und schnell waren die beiden ein Herz und eine Seele. Obwohl die junge Dame zu Beginn deutlich kleiner war als ihr älterer Freund, bestimmte sie bald, wo es lang ging. Das schien sich auch in England nicht geändert zu haben. Im Juni 2015 brachte man die beiden wieder in den Tierpark Friedrichfelde zurück und schnell wurden sie zu den Lieblingen der Zoobesucher. Auch wir konnten uns ihrem Charme nicht entziehen. Seit Ende Juni 2016 leben die beiden im Dartmoor Zoo.

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Alisha und Dragan im November 2015 im Tierpark Friedrichsfelde

Ihr Gehege liegt an einem Hang und ist natürlich mit Bäumen und Büschen gestaltet. Ästestapel und ein Unterstand, der in einer Kuhle liegt, bieten Versteckmöglichkeiten. Das Gebäude mit dem Innengehege liegt an der vorderen rechten Ecke der Anlage. Als Besucher kann man durch einen hohen Maschendrahtzaun, der das Gehege nach außen begrenzt in das Gehege hineinschauen. Eine Barriere aus Holz sorgt dafür, dass die Besucher den notwendigen Abstand einhalten. Auch in das Innengehege kann man durch eine mit dünnen Gittern verstärkte Scheibe hineinschauen.

Neben dem Gehege von Alisha und Dragan liegt die Anlage der Iberischen Wölfe, Carlos, Gregorio und Raul. Die vier Rüden wurden im Woburn Safari Park geboren und leben seit 2013 im Dartmoor Zoo. Vor ihnen hatten Timber Wölfe in dem Gehege gelebt. Seit 2013 beteiligt sich der Zoo an einem in-situ Erhaltungsprojekt für Iberische Wölfe in Portugal, das die Populationsdynamik der Wölfe in der Wildnis untersucht. Es war das erste Artenschutzprojekt des kleinen privaten Tierparks.

Iberische Wölfe leben in Nordspanien und Portugal und werden in der Roten Liste für gefährdete Tierarten als potenziell gefährdet (near threatened) eingestuft. Ursprünglich waren sie auf der gesamten Iberischen Halbinsel verbreitet. Bis in die 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden sie als Schädlinge betrachtet und systematisch bejagt – für einen toten Wolf erhielt der Jäger eine Prämie ausgezahlt – sodass sie fast ausgerottet wurden. Erst nachdem Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden, erholte sich der Bestand. Man schätzt, dass heute wieder rund 2500 Wölfe im Norden der Iberischen Halbinsel leben. Trotzdem ist es immer noch wichtig ihren Ruf bei den Bauern zu verbessern, denn 45 % der Wölfe, die in Portugal zu Tode kommen, sterben durch den Menschen, viele als Opfer illegaler Jagd. Deshalb plant man in der Zukunft, einerseits die Zucht von Serra da Estrela Berghunden zu unterstützen und sie den Bauern als Herdenschutzhunde zur Verfügung zu stellen und andererseits den Bestand der wildlebenden Ziegen zu erhöhen, damit die Wölfe ihre Beute nicht mehr bei den Herden der Bauern suchen müssen. Früher hat man angenommen, dass die Iberischen Wölfe eine eigene Unterart des Wolfes (Canis lupus signatus) bilden. Heute geht man aber davon aus, dass sie derselben Unterart angehören wie der Eurasische Wolf (Canis lupus lupus), obwohl sie sich sowohl optisch als auch durch ihr Verhalten von den anderen Eurasischen Wölfen unterscheiden. Sie sind graubraun gefärbt und schmaler gebaut und bilden keine größeren Rudel, sondern leben in kleinen Familienverbänden, die in der Regel aus den Eltern mit den Jungtieren eines Jahrganges bestehen.

Da die beiden Tiger offensichtlich ein Nickerchen halten wollten, schauten wir uns zunächst den Rest des Zoos an. Ein Stück weiter lag die Löwenanlage, ebenfalls natürlich gestaltet, mit Gras bewachsen, einer offenen Savanne ähnelnd und größer als die Anlage der beiden jungen Tiger. Wie nicht anders zu erwarten schliefen die beiden Löwen des Zoos. Die Löwin Josie wurde 2000 im Dartmoor Zoo geboren und lebte lange Zeit mit ihrem Vater Solomon zusammen. Nach dessen Tod im Februar 2013 blieb sie allein zurück – keine gute Situation für ein Rudeltier. Deshalb war man im Dezember 2014 froh Jasiri begrüßen zu können, der im Juni 2007 im Newquay Zoo geboren wurde. Nach einer vorsichtigen, langsamen Kennenlernzeit in zwei getrennten Gehegen nebeneinander wohnen die beiden jetzt zusammen in einer Anlage, aber auch bei dem Löwen hat die Dame die Hosen im Gehege an. Bei aller Natürlichkeit durfte aber auch hier offensichtlich das Autowrack in der Löwensavanne nicht fehlen.

Auch in der Anlage gegenüber schlief der Bewohner tief und fest. Nun ist der Sibirische Tiger Vlad mit seinen 15 Jahren auch schon ein älterer Herr, der ein gutes Recht hat, das Leben ruhiger anzugehen. Auch sein Gehege ist groß, aber weniger bewachsen wie die kleinere Tigeranlage.

Chincha und Salto im März 2013 im Parc des Felins in Nesles

Es ging vorbei an einer Anlage, die leer stand. Auf dem Plan war sie als Gepardenanlage ausgeschildert. Dahinter liegt das Gehege, dass von dem Jaguar Chincha bewohnt wird. Chincha war auch ein alter Bekannter von uns. Er wurde im Oktober 2012 im Parc des Felines in Nesles geboren und wir hatten ihn dort im März 2013 zusammen mit seiner Schwester Salto und seinen Eltern Sacha und Kalina bewundern können. Chincha lebt seit April 2015 im Dartmoor Zoo und ist zu einem prächtigen Kater herangewachsen.

Sein Gehege hat einen rechteckigen Grundriss, ist nach außen durch einen stabilen hohen Zaun abgegrenzt. Der Zoobesucher hat von der kürzeren Seite des Rechtecks Einblick in die Anlage über einen Wassergraben. Nach einem Inspektionsrundgang durch sein Gehege machte Chincha es sich auf einer Plattform vorn im Gehege gemütlich und legte seinen Kopf ziemlich dekorativ auf einen der Pfosten der Plattform.

In einem bewaldeten Teil des Tierparks davor liegen Anlagen für den Rotfuchs, die Waschbären und die Zwergotter, von denen sich allerdings nur die Otter sehen ließen. Einige Meter vom Weg entfernt lag ein weiteres Wolfsgehege. Durch den Zaun konnten wir einen Timberwolf auf einer Plattform entdecken. Ein Stück weiter findet man am Rand eines begehbaren Geheges mit Benettkängurus und einem Damhirsch eine Reihe Volieren, in denen unter anderem Säbelschnäbler, Himalaya-Glanzfasane, Temmincktragopane und Weißohrturakos zu sehen waren. Diese Volieren sind recht dunkel und verfügen über nur wenig Ausstattung. Man plant eine große Voliere für die Vögel, die auch von den Besuchern betretbar sein soll. Im hinteren Teil des begehbaren Geheges gibt es einen durch einen Zaun abgetrennten Bereich, in dem ein Weißnackenkranich zusammen mit Enten untergebracht ist.

Nach einer Stärkung in dem netten Restaurant, das ein gutes Angebot zu vernünftigen Preisen für hungrige und durstige Zoobesucher bot, kehrten wir zunächst zu Alisha und Dragan zurück. Die Iberischen Wölfe nebenan hatten eine Karkasse – ein Tierkörper als Ganzes – zu fressen bekommen. Eine Tafel warnte Zoobesucher, die das nicht sehen wollten. Man konnte nicht mehr erkennen, welches Tier verfüttert wurde, da das Fell abgezogen war, aber es mundete den Wölfen.

Alisha auf der anderen Seite des Zauns schien ziemlich unzufrieden zu sein, dass niemand daran gedacht hatte, auch ihr und Dragan ein solches Festmahl zu gönnen. Sie patrouillierte am Zaun und meckerte leise, dann legte sie sich am Zaun hin und beobachtete die Wölfe, die an ihrer Beute zerrten.

Dragan nahm es gelassener. Auch er schaute einmal genauer am Zaun nach, was denn da nebenan passierte, suchte sich dann aber einen Ruheplatz ein Stück entfernt und schaute seiner Partnerin zu. Es wirkt so, als ob er dachte: „Was hat die denn nun schon wieder? Wir bekommen doch auch genug zu fressen.“

Wir wollten uns noch die beiden Bärinnen des Zoos anschauen. Auf dem Weg zu Haley und Fudge schauten wir uns die Eulenvolieren genauer an und entdeckten einen Bartkauz und drei Kaninchenkäuze in recht kahlen, aber hohen Volieren. Es gab noch weitere Volieren, in denen laut Beschilderung Virginia-Uhus und Schleiereulen leben sollten, die sich aber nicht sehen ließen. In dem Gehege der Nasenbären, ein langer, hoher Käfig, unter hohen Bäumen, ließen sich die Bewohner nur kurz sehen. Den drei Weibchen Junior, Julio und Fonzo stehen viele Klettermöglichkeiten zur Verfügung. Sie können im natürlichen Boden mit ihren langen Nasen nach Nahrung suchen und Kisten bieten den Tierpflegern viele Möglichkeiten Leckereien zu verstecken und so ihre Schützlinge zu beschäftigen. Allerdings ist das Gehege recht dunkel. Gegenüber gab es eine Anlage für Weißbüscheläffchen und Agoutis, deren Bewohner es allerdings vorzogen drinnen im Warmen zu bleiben.

Haley und Fudge waren mit den Temperaturen durchaus einverstanden. Es sind zwei ältere Damen, die schon im Zoo lebten, als Benjamin Mee ihn kaufte. Die Syrische Braunbärin Fudge ist die älteste Bewohnerin des Tierparks. Sie wurde am 15. Januar 1978 im London Zoo geboren. 1981 kam sie in den Dartmoor Zoo. Ihren Namen verdankt sie der hellbraunen Farbe ihres Fells, die der der weichen englischen Karamellbonbons, die man Fudge nennt, gleicht. Die Europäische Braunbärin Hayley ist ein paar Jahre jünger. Sie wurde am 25. Dezember 1985 im Highland Wildlife Park in Schottland geboren. Seit April 1987 leistet sie Fudge Gesellschaft – fast 30 Jahre. Kein Wunder, dass die beiden ein enges Band verbindet. Hayley ist ein ganzes Stück größer als ihre Gefährtin und bemuttert die ältere Bärin ein bisschen.

Eine Zeitlang hatten die beiden Gesellschaft von einem Männchen. Ben kam 1993 zu den beiden Weibchen und zeigte sehr viel Zuneigung zu Hayley – vor allem in der Paarungszeit. Obwohl man den männlichen Bär nie von den Weibchen trennte, brachte Hayley nie Jungtiere zur Welt. So lange Ben lebte, beschützte Hayley ihre Gefährtin und sorgte stets dafür, dass er und Fudge friedlich miteinander umgingen. Ben starb 2012.

Als wir die beiden beobachteten, war jede der Bärinnen mit ihrem Futter beschäftigt. Das große Gehege liegt in einem kleinen Waldstück und bietet den alten Damen alles, was ein Bär braucht: einen Hügel von dem man aus einen weiten Blick hat, weichen Boden, in den man tiefe Löcher buddeln kann, Gestrüpp, hinter dem man einen unbeobachteten Schlafplatz findet und Bäume die Schatten spenden. Die Zoobesucher können sie über einen Graben hinweg beobachten.

Wir haben nicht alle Tiere, die laut der guten Internetseite im Zoo leben, gesehen. Für einige waren die Temperaturen wohl zu frisch. Das Gehege des Luchses Flaviu, der im Herbst 2016. kurz vor unserem Besuch Schlagzeilen gemacht hatte, weil er ausgebüchst war und erst nach mehreren Tagen wieder eingefangen wurde, wurde umgebaut und sein Bewohner war im Innengehege eingesperrt. Mittlerweile ist der Umbau abgeschlossen und eine Gefährtin für Flaviu ist im Dartmoor Zoo angekommen, die achtjährige Willow aus dem Chessington Zoo.

flaviu

Foto: Dartmoor Zoo

Im Vergleich zum Yorkshire Wildlife Park, der erst 2009 eröffnet wurde, ist die Entwicklung des Dartmoor Zoological Park zu einem modernen Tierpark deutlich langsamer. Man sieht die Verbesserungen und Modernisierungen, aber es wird auch immer wieder deutlich, dass die Finanzen knapp sind. Einige Ecken im Zoo wirken noch vernachlässigt. Man sollte es sich ohne die notwendigen finanziellen Mittel ganz genau überlegen, ob man sich einen Zoo kauft. Trotzdem kommt man nicht umhin, den Enthusiasmus, mit dem Benjamin Mee seinen Traum verfolgt, zu bewundern. Das wichtigste ist aber, alle tierische Bewohner leben in guten Gehegen mit viel Platz und es wird gut für sie gesorgt.

Mehr Fotos aus dem Dartmoor Zoo, von Alisha und Dragan, von Chincha, von der Fütterung der Wölfe und der Reaktion der Tiger, von Haley und Fudge und am Ende noch einmal von den beiden jungen Tigern.

Quellen:

Die guten Internetseiten des Dartmoor Zoological Park, auf denen ein Großteil der Tiere mit Namen und Geschichte vorgestellt wird.

Facebookseite des Dartmoor Zoological Park

Der Wikipedia-Eintrag des Dartmoor Zoos.

BBC Artikel über die Aktionen von CAPS vom 7. November 2001

Artikel von CAPS:
http://web.archive.org/web/20110223084416/http://www.captiveanimals.org/zoos/dartmoor1.htm
http://web.archive.org/web/20101120115017/http://captiveanimals.org/zoos/daw.htm

BBC Artikel über den Verkauf des Zoos vom 16. Februar 2006

BBC Artikel über die Schließung des Zoos vom 22. April 2006

Artikel über den Verkauf des Zoss

BBC Artikel über den Wiedereröffnung des Zoos vom 6. Juli 2007

Wikipedia Eintrag des Films „Wir kaufen einen Zoo“

Artikel im Spiegel über Benjamin Mee und seinen Zoo vom 30. April 2012.

http://www.benjaminmee.com/bens-story

http://wegotthiscovered.com/movies/interview-benjamin-mee-bought-zoo/

http://www.telegraph.co.uk/film/we-bought-a-zoo/true-story-facts/

http://www.independent.co.uk/environment/nature/zoo-keeping-for-beginners-mucking-out-with-the-man-who-inspired-a-hollywood-film-10027646.html

Artikel über Dragan und Alisha:
https://eberswalde.de/Aktuelles-Beitr.126+M5069d2abdd5.0.html
https://www.qiez.de/lichtenberg/kultur-events/zoo-und-zirkus/neues-tierbaby-im-tierpark-berlin-tiger-maedchen-alisha/169540640
http://www.nordkurier.de/brandenburg/zoo-eberswalde-freut-sich-auf-kleinen-tiger-1013508703.html
http://www.morgenpost.de/berlin/article138086667/Im-Video-Alisha-nimmt-Abschied-von-Berlin.html
http://www.morgenpost.de/brandenburg/article141334403/Tigerbabys-Alisha-und-Dragan-verstehen-sich-bestens.html
http://www.tierpark-berlin.de/de/aktuelles/blog/news/tigermaedchen-alisha-ist-zurueck-und-hat-dragan-mitgebracht
http://www.tierpark-berlin.de/de/aktuelles/news/artikel/neue-heimat-fuer-alisha-und-dragan
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2016/06/berlin-tiger-alisha-dragan-tierpark-suedengland.html

Iberische Wölfe:
Wikipedia Eintrag über Iberische Wölfe
http://lobo.fc.ul.pt/UK/
https://ukwct.org.uk/index.php?page=portugal
http://link.springer.com/article/10.1007/s10531-016-1061-6

http://zoolifematthew.blogspot.de/2013/02/origins-and-tribute.html

Artikel über den Ausbruch des Luches Flavio:
http://www.plymouthherald.co.uk/lynx-is-first-animal-to-escape-dartmoor-zoo-a-wolf-was-on-the-loose-in-2007/story-29487726-detail/story.html
http://www.bbc.com/news/uk-36943870
https://www.theguardian.com/world/2016/jul/23/dartmoor-zoo-calls-in-animal-tracker-in-search-for-escaped-lynx-flaviu
https://www.thesun.co.uk/news/2162265/runaway-big-cat-flaviu-from-dartmoor-zoo-gets-a-girlfriend-to-halt-his-wanderlust/

http://www.zoohistory.co.uk/projects/bibliography/british_irish_zoos_specific

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