Gaia Park Kerkrade – Vier Jahreszeiten im Park von Mutter Erde

Seit 2005 kann man ganz in der Nähe meines Heimatortes in den Niederlanden in Kerkrade eine Zoosafari unternehmen. Und so ist es kein Wunder, dass wir schon ein paar Mal im Gaia Park waren. Uns hat der neue Zoo schon beim ersten Besuch sehr gut gefallen, aber so richtig hat es erst 2010 gefunkt. Seit wir im Mai eine Jahreskarte gekauft haben und häufiger dort einen Spaziergang vorbei an wilden Tieren gemacht haben, ist der Tierpark zu einem unserer Lieblingszoos geworden. Und eine besonders liebenswerte Gorillafamilie ist nicht ganz unschuldig daran, aber von der werde ich später erzählen.

Westlicher Flachlandgorilla Gaia im Gaia Park Kerkrade

Der Kauf der Jahreskarte hatte seinen Grund in dem Plan, an einem verlängerten Wochenende im Mai 2010 eine kleine Zootour zu einigen Zoos in den Niederlanden zu unternehmen. Denn als Jahreskarteninhaber erhielt man dort eine ganze Reihe von Gutscheinen. Neben einem um 50% reduzierten Eintritt im Beekse Bergen Safari Park, im Freilichmuseum Bokrijk, im Freizeitpark Bobbejaanland und im Sauna & Wellness Resort Thermae 2OOO und einem geringeren Rabatt in einigen anderen Freizeiteinrichtungen, konnten wir einmal kostenlos den Apenheul in Apeldoorn, den Dierenpark Amersfoort und den Zoo Antwerpen oder Planckendael besuchen, hinzu kamen Reduktionen in allen Zoos, die zu der Nederlandse Vereniging van Dierentuinen gehören. (Über die Ermäßigungen kann man sich hier http://www.nvdzoos.nl/ informieren.) Es lohnt sich also die 49,50 € zu investieren, wenn man wie wir häufiger in den Niederlanden einen Zoo besucht. (Die Rabatte ändern sich in jedem Jahr, man kann sich auf der Homepage des Zoos http://www.gaiapark.nl/ über das aktuelle Angebot informieren.) Da der normale Eintritt in Kerkrade 17,50 € kostet, ist man alleine dort schon nach dem dritten Besuch im „Plus“. Für uns hatte sich der Kauf schon nach unserer Mai-Zootour gelohnt.

Gaia Park Kerkrade Februar 2010

Wir waren 2010 vorher schon einmal im Gaia Park, im Winter als Schnee lag, ein ganz besonderes Erlebnis. Doch bei dem Besuch Anfang Mai entdeckten wir den Tierpark auf eine ganz neue Art und Weise. Es war das erste Mal, dass wir an einem Frühsommertag bei schönem Wetter in dem Park waren, wir konnten zum ersten Mal die blühende Zoolandschaft bewundern und die muntere Schar der Totenkopfaffen im Freigehege erleben. Unsere anderen Besuche in den vergangenen Jahren hatten im Herbst oder Winter stattgefunden. Im Laufe des Jahres haben wir den Zoo in den unterschiedlichen Jahreszeiten erlebt und immer wieder neue Facetten der Zoolandschaft entdeckt. Während im Frühjahr und Sommer bunte Blumen und frisches Grün das Auge erfreuen, sind es im Herbst die Blätter und die Beeren, die Farbakzente setzen, und auf unserem letzten Besuch Ende Dezember entdecken wir Ausblicke auf Teiche und Gebäude, die sonst hinter dem dichten Grün der Sträucher verdeckt waren.

Gaia Park Kerkrade Februar 2010 Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Gaia Park Kerkrade im Juli 2010Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Am 23. April 2005 öffneten sich zum ersten Mal die Tore des Gaia Parkes für Besucher. Er liegt im Park Gravenrode, einem Naherholungsgebiet zwischen den niederländischen Städten Landgraaf und Kerkrade. Früher gab es auf dem rund 15 Hektar Gelände Fussballplätze und ein Schwimmbad. Man hatte sich für dieses Areal für den Zoo entschieden, weil hier viele Bäume wachsen, die in die Gestaltung des Tierparks einbezogen wurden, so dass er, obwohl er neu angelegt wurde, von Beginn an keinen kahlen Eindruck machte. Gerade die gärtnerische Gestaltung des Gaia Parkes ist überzeugend. Es steht ein Gebiet von fünf Hektar für eine Erweiterung des Zoos zur Verfügung.

Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Zentrales Thema des Parkes ist die Gaia-Hypothese, die Mitte der 1960er Jahre von der Mikrobiologin Lynn Margulis und dem Chemiker, Biophysiker und Mediziner James Lovelock entwickelt wurde. Der Name der griechische Erdgöttin Gaia steht für die Sicht auf die Erde als lebender Planet, dessen Biosphäre – die Gesamtheit aller Organismen – Bedingungen schafft und erhält, die nicht nur Leben, sondern auch eine Evolution komplexerer Organismen ermöglichen. Man will in Kerkrade nicht nur verschiedene Tierarten in tiergerechten Anlagen halten, sondern Naturzusammenhänge über gesamte Erdgeschichte hinweg erfahrbar machen, also ein Naturkundemuseum an der frischen Luft und ein Zoo in einem sein. Große Tafeln mit eindrucksvollen Fotos und Informationen sollen helfen, den endlosen Kreislauf zwischen lebendigen (Tiere und Pflanzen) und unbelebten Elementen (Gestein, Luft usw.) zu verdeutlichen und die Zoobesucher dazu auffordern, darüber nachzudenken, welchen Platz er selbst wohl in diesem Kreislauf einnimmt.

Gaia Park im Oktober 2010

Man kann den Zoo auf vier Themenrouten kennenlernen. Drei dieser Routen greifen das zentrale Thema auf: die Äquatortour, die Dinosafari und die Mammutroute, sie führen nicht nur an den Tieranlagen vorbei, sondern auch Teilen des Parkes, die sich der Erdgeschichte widmen und in denen Nachbildungen von ausgestorbenen Tieren, wie z. B. Mammut und Wollnashorn, die Informationen der Tafeln lebendig untermalen sollen. Die vierte Route, die Weltreise, ist mehr für Zoobesucher wie uns gedacht, denen es in erster Linie darum geht, Tiere zu beobachten, wenn sie in einen Zoo gehen. Alle Routen beginnen am Limburger Bauernhof, der mitten im Zoo neben dem Restaurant liegt.

Gaia Park Kerkrade Februar 2010

Hinter dem Eingang führt der Weg zunächst durch einen mit großen runden Steinen und vielen grünen Pflanzen gestalteten Garten, vorbei an einem Wasserlauf, der zu den unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder einen reizvollen Anblick bietet. Bot sich uns im Winter eine gefrorene Eisfläche, schwammen im Frühjahr Stockenten zwischen hellgrünen Wasserpflanzen. Im Laufe des Sommers wurde es immer grüner, nach und nach bedeckten Wasserlinsen die gesamte Wasserfläche, von der man Ende Oktober nichts mehr sehen konnte. Bei unserem letzten Besuch am 30.Dezember 2010 war wieder alles von einer Eisschicht bedeckt und die Bambusstämme bogen sich unter der Last des Schnees. Bevor man zu den ersten lebendigen, vierbeinigen Bewohner kommt, durchquert man eine künstliche Tropfsteinhöhle, deren Eingang von einem Flugsaurier bewacht wird. Geradeaus führt der Weg weiter zum Zoorestaurant und dem Limburger Bauerhof, wir aber biegen meist rechts ab, wo als erstes die Wildschweine auf uns warten.

Wildschwein im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Ein Stück weiter bei den Iberischen Wölfen hat es am 12. Juni 2010 Nachwuchs gegeben. Die Mutter der drei Jungtiere wurde 2006 in CERZA bei Lisieux geboren, der Vater kam 2001 im Parque de la Naturaleza de Cabárceno in Nordspanien zur Welt. Iberische Wölfe sind etwas kleiner und schlanker als die grauen Wölfe im Norden Europas und haben ein braun-graues Fell mit charakteristischen schwarzen Markierungen an den Vorderläufen und dem Schwanz. Sie gehören aber zur selben Unterart. Früher bewohnten sie die gesamte Iberische Halbinsel, heute gibt es noch etwa 1500 bis 2000 Wölfe in Spanien und 300 bis 400 in Portugal im äußersten Nordwesten. Zum ersten Mal konnte ich die drei weiblichen Welpen bei einem Besuch im August beim Spielen beobachten.

Iberischer Wolf im Gaia Park Kerkrade im August 2010 Iberischer Wolf im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Iberische Wölfe im Gaia Park Kerkrade im August 2010 Iberische Wölfe im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Sie leben in einem langgestreckten Gehege mit vielen Sträuchern und Bäumen. Es ist durch ein Gebäude in zwei Teile geteilt. Meist können die Tiere aber durch das Haus in beide Teile gelangen. Die Zoobesucher können an verschiedenen Stellen durch Glasscheiben in das Gehege schauen, das durch eine hohe Holzwand begrenzt ist. Vor dem Haus gibt es von einem erhöhten Standpunkt aus, einen glasfreien Einblick über einen Wassergraben, in dem die Tiere schwimmen können und aus dem sie trinken. Bei unserem Besuch Ende Oktober waren die Jungtiere schon ziemlich gewachsen. Sie sind nun fast so groß wie ihre Eltern, haben aber immer noch jede Menge Unsinn im Kopf und es macht viel Freude ihnen zuzuschauen. Bei unserem letzten Besuch im Dezember hatte es sich die ganze Familie vor der leider zugefrorenen Scheibe gemütlich gemacht.

Iberischer Wolf Im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Genau gegenüber liegt gleich die zweite Kinderstube des Zoos, denn auch die Eurasischen Luchse sind 2010 Eltern geworden. Am 29. Mai 2010 wurden zwei männliche Jungtiere geboren. Eines davon hat ein helles, fast weißes Fell mit dunklen Flecken. Da seine Augen genauso dunkel sind, wie die des normalfarbenen Geschwisterchens, ist es ganz bestimmt kein Albino. Im Mai hing zwar schon ein Schild am Gehege, das die Zoobesucher über das freudige Ereignis informierte, aber keiner der kleinen Bewohner ließ sich sehen. Ich habe sie erst im Sommer das erste Mal zu Gesicht bekommen. Es ist bereits der vierte Wurf des Zuchtpaares des Gaia Parks, das aus Finnland stammt. Die Mutter der Jungen kam 2003 im Ähtäri Zoo zur Welt, der Vater 2004 im Zoo von Helsinki.

Eurasiche Luchse im Kaia Park Kerkrade im August 2010 Eurasische Luchse im Gaia Park Kerkarde im Dezember 2010

Eurasische Luchse im Gaia Park Kerkrade im Dezember 2010 Eurasicher Luchs im Kaia Park Kerkrade im August 2010

Wie bei den Wölfen ist die Luchsanlage auf drei Seiten von einer hohen Holzwand begrenzt, die teilweise mit Kletterpflanzen bewachsen ist und in der große Fenster den Zoobesuchern einen Einblick gewähren. An der dritten Seite kann man von einem leicht erhöhten Standpunkt gesamte Anlage überblicken.   Natürlich kann es passieren, dass man vor einer scheinbar leeren Anlage steht, denn sie ist dicht bewachsen mit vielen Versteckmöglichkeiten für die Tiere. Doch wenn geduldig wartet, hat man meist Glück und bekommt wenigstens eine der drei erwachsenen Raubkatzen zu Gesicht.

Eurasischer Luchs im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Hinter dem Wolfsgehege sind in einem kleinen Waldstück die Bucharahirsche zuhause. Der Bucharahirsch ist eine Unterart des Rothirsches und ursprünglich in den Überschwemmungsgebieten in Afghanistan, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan zuhause. Die Zerstörung der Auwälder und Trophäenjäger haben die Bestände stark schrumpfen lassen. Mitte der 1960 er Jahre wurde der Tiefpunkt der Bestandszahlen mit nur noch etwa 300-400 Tieren erreicht. Doch dann griffen die Schutzmaßnahmen und es konnten Tiere in mehreren Reservaten wieder angesiedelt werden, so dass sich bis 1977 die Zahl der Hirsche auf über 900 Tiere erhöht hatte. Doch dann wurden die Bucharahirsche zum Opfer der Veränderung des politischen Machtgefüges. Der Zusammenbruch der Sowjetunion führte dazu, dass die Hirsche in großer Zahl von Wilderern getötet wurden. Der Bestand ging dramatisch zurück. Ende des 20. Jh. waren die Fortschritte wieder zunichte gemacht. Es lebten wieder nur noch 350-400 Hirsche in Zentralasien. Seit 1998 konnten sich die Bestände mit Unterstützung des WWF ein zweites Mal erholen, das Geld dafür kam zu einem großen Teil aus den Niederlanden. So wurden zum Beispiel im Altyn-Emel-Nationalpark in Kasachstan Bucharahirsche angesiedelt. 2006 gab es wieder etwa 1000 Tiere. Man kann nur hoffen, dass diese positive Entwicklung diesmal Bestand hat. Der Kölner Zoo führt das Internationale Zuchtbuch dieser Hirsche und dank seiner Bemühungen wurde ein EEP geschaffen, das erreichte, dass die Population der Bucharahirsche, die in europäischen Zoos gehalten werden auf 80 gestiegen ist, es gibt sieben Zoos in Europa, wo sie gehalten werden. Mit Hilfe eines wissenschaftlichen Institutes für Wildbiologie aus Frankreich wurde in Usbekistan eine Zuchtstation geschaffen, mit deren Hilfe die Population in der Natur wieder ansteigt.
Mit dem männlichen Exemplar im Gaia Park stehe ich ein bisschen auf Kriegsfuß. Während seine Damen sich gerne von mir fotografieren lassen, dreht er sich immer sofort um, wenn ich ihn fokussiert habe oder versteckt sein beeindruckendes Geweih hinter einem Baum.

Bucharahirsch im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Hinter den Buchara Hirschen kann man durch die Abgrenzung der nächsten Tieranlage einen Blick auf Störche werfen. Senkrechte schräg gestellte Holzbretter erlauben dem Zoobesucher einen Blick in die Anlage durch einen Zaun, bieten den Tieren aber gleichzeitig optisch Schutz vor zuviel Neugierde. Aber es gibt auch einen barrierefreien Blick, denn man kann die Voliere betreten und wenn man Glück hat die Störche beim Fischen in ihrem kleinen Teich beobachten, gegenüber liegen die Volieren der Bartkäuze und Waldohreulen. Dabei ist auf den Bartkauz immer Verlass. Er hat seinen Lieblingsast auf dem er das ganze Jahr sitzt und aufmerksam Zoobesucher und Umgebung beobachtet.

Weißstorch im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010 Bartkauz im Gaia Park Kerkrade im Dezember 2010

Bartkauz im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Weißstorch im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Unsere Weltreise führt uns dann über eine Brücke hinüber in die Tundra. Und deren ersten Bewohner sind die Vielfraße. Sie sieht man nicht so häufig in den europäischen Tiergärten. 2008 lebten in 27 europäischen Zoos 68 Vielfraße und in einem Zeitraum von zwei Jahren wurden acht dieser Zoos Jungtiere geboren. In Kerkrade brachte das 2003 im Zoo von Helsinki geborene Weibchen 2008 und 2009 Jungtiere zur Welt, die aber nicht überlebten. 2010 hat es endlich geklappt. Am 17. Februar wurden zwei Jungtiere geboren, von denen eines leider nach acht Tagen starb. Das andere entwickelte sich aber prächtig. Nach einem Monat entschied die Mutter, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen war, ihrem Nachwuchs das Außengehege zu zeigen. Nach zwei Monaten konnte das Jungtier gewogen und untersucht werden. Es ist ein männliches Tier, das seitdem zusammen mit seinen Eltern den Zoobesuchern viel Freude bereitet. Denn obwohl Vielfraße meistens nachtaktive Tiere sind und wir in anderen Zoos schon vor vielen scheinbar leeren Vielfraßanlagen gestanden haben, kann man in Kerkrade sehr oft die Vielfraß Familie beim Spielen und der Nahrungssuche beobachten. Das wird u. a. dadurch erreicht, dass Futter auf der Anlage verteilt wird, das die Tiere suchen müssen.

Vielfraß im Gaia Park Kerkrade im Dezember 2010

Hinter der Anlage der Vielfraße liegen die Anlagen der Moschusochsen und Rentiere, zwei große Wiesen zwischen denen der Besucherweg, der höher liegt als die Tieranlagen, entlangläuft. Die Moschusochsen finden bei Sonnenschein Schatten in einem Unterstand, in dem auch Heu für sie bereit liegt. Begrenzt wird die Anlage teilweise durch einen Wassergraben. Die kleine Moschusochsenherde fühlt sich offenbar sehr wohl, denn es kamen 2010 drei Jungtiere zur Welt. Ein Teich mit einem Springbrunnen umgeben von runden Felsblöcken vervollständigt das Design der Anlage. Das Gehege der Rentiere ist durch hohe Bäume begrenzt, die den Tieren im Sommer Schatten spenden.

Moschusochsen im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Man kann nach rechts abbiegen und dem Weg durch die Tundra weiter vorbei an der anderen Seite der Vielfraßanlage folgen und gelangt dann zu einer Voliere mit Schneeeulen oder gerade aus gehen und landet mitten in Amazonien. Hier kann man Tiere des südamerikanischen Regenwaldes des Amazonasgebietes beobachten. Ein Weg über eine Brücke führt hinein in eine begehbare Voliere, in der neben vielen Vögeln Weißkopfsakis und Weißbartpekari leben. Vor der Brücke begrüßen farbenfrohe Sonnensittiche die Zoobesucher das ganze Jahr über – auch bei Schnee und Eis –  jedenfalls dann, wenn die Sonne, die ihnen ihren Namen gegeben hat scheint. Sie teilen sich ihre Voliere im Sommer mit Guirakuckucks.

Sonnensittiche im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010 Weißkopfsaki im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Gelbe Pfeifgans Kücken im Gaia Park Kerkrade im August 2010 Sonnenralle im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Scharlachsichler im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010 Gelbe Pfeifgans im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010

Unten kommt man zunächst an der Anlage der Flachlandtapire vorbei. Hier soll bald ein neues Tapir Männchen einziehen. 2010 konnte man ein weibliches Tier mit ihrem am 25. September 2009 geboren Sohn anschauen. Das männliche Tier war leider vor einigen Monaten gestorben. Mutter und Sohn steht eine große Anlage zur Verfügung mit einem schönen Pool zum Baden. In einem abgetrennten Bereich des Grabens lebt eine Nutria Familie.

Flachlandtapir im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010

Dann ist man bei den Monkey Islands angekommen, eine Primatenanlage, die drei Inseln umfasst. Ursprünglich sollten auf zwei dieser Inseln Weißschulter Kapuziner leben, da die Tiere jedoch nur eine dieser Insel bevölkerten und die zweite ignorierten, entschloss man sich, auf der zweiten Insel eine weitere Kapuziner Art, Gelbbrustkapuziner zu zeigen. Dazu musste ein weiteres Innengehege gebaut werden. Beide Kapuzinerarten fühlten sich in ihren Anlagen wohl und vermehrten sich gut. Trotzdem entschied man sich 2007 auf eine der beiden Kapuzinerarten zu verzichten und stattdessen zwei andere Affenarten auf der kleineren der beiden Anlagen zu beherbergen. Da Weißschulter Kapuziner in der Natur nicht in ihrem Bestand bedroht sind, die Gelbbrustkapuziner aber zu den am stärksten bedrohten Primatenarten gehören, entschied man sich dafür nur noch Gelbrustkapuziner im Gaia Park zu halten. Der Hauptgrund für den Rückgang der Zahl der Gelbbrustkapuziner liegt in der großflächigen Zerstörung ihres Lebensraums. Der liegt in den atlantischen Küstenregenwäldern, die zu einem großen Teil gerodet wurden und nur mehr in Form kleiner Überreste existieren. Eine weitere Gefahr stellt die Bejagung dar. Die IUCN schätzt, dass innerhalb der letzten drei Generationen (48 Jahre) die Gesamtpopulation um mehr als 80 Prozent zurückgegangen ist. Es gibt einige Gruppen in Schutzgebieten, aber viele dieser Vorkommen sind zu klein, um sich auf Dauer selbst erhalten zu können. Deshalb gibt es in Zoos überall auf der Welt Nachzuchtprojekte, die den Fortbestand der Art sichern sollen.

Gelbbrust-Kapuziner im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Ein weiterer Grund für die Entscheidung war die Tatsache, dass das Zusammenleben der Capybaras mit den Weißschulter-Kapuzinern nicht immer friedlich verlief. Das dominate Männchen der Affen griff die Wasserschweine von Zeit zu Zeit an und deshalb mussten die Jungtiere der Capybaras im Innengehege gehalten werden, bis sie groß genug waren, dass sie durch die Angriffe nicht mehr ernsthaft verletzt werden konnten. Also zogen die sechs Weißschulter-Kapuziner in den Zoo von Wrocław um und in Januar 2008 zwei weitere Gelbbrustkapuziner Weibchen – Chewbacca aus Apenheul und Itapi aus dem Zoo von Frankfurt ein. Die beiden 2002 geborenen Weibchen kamen zu dem Zuchtpaar in Kerkrade: Eric, der am 9. August 1999 in Colchester geboren wurde und Choice, die am 9. März 2000 zur Welt kam.

Gelbbrust-Kapuziner im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Capybaras im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010

Capybara im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010 Gelbbrust-Kapuziner im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Während die Zusammenführung von Choice und Chewbacca problemlos funktionierte, was kein Wunder war, da die beiden sich schon aus Apenheul kannten, gab es bei der Integration von Itapi einige Probleme. In der Zwischenzeit erblickten einige Jungtiere das Licht der Welt, die aber leider nicht alle überlebten. Die Mutter, der vier überlebenden männlichen Tiere – Amarillo (2006), Yermo (2007), Mojiito (2008) und Kesi Kesi (2009) -ist Choice. Das nur männliche Tiere geboren wurden ist ein kleines Problem, da man in Kerkrade eine große soziale Gruppe mit den putzigen Affen aufbauen wollte. Mit Zustimmung des EEP Koordinators wurden die drei ältesten Söhne von Choice kastriert, um dies trotzdem zu ermöglichen, da man in anderen Zoos mit dieser Maßnahme gute Erfahrungen gemacht hat

Capybaras im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010

Immer noch teilen die Kapuzineraffen Uferbereich ihrer Insel mit den Capybaras, deren Innengehege auf der anderen Seite der Anlage bei den Pekaris liegt. Die Wasserschweine, die größten Nagetiere der Erde, haben in Kerkrade regelmäßig Nachwuchs und es machte uns auch im letzten Jahr viel Freude ihr Familienleben zu beobachten. Der höhere Teil der Insel kann nur von den Affen genutzt werden. Die Capybaras können aber zusätzlich noch die Ufer des Wassergrabens nutzen, der für die Affen unerreichbar, und durch das Wasser auf die flacheren Bereiche der Insel gelangen, die heute von den Wollaffen und den Weißkopf-Büschelaffen bewohnt ist, so stehen ihnen insgesamt 1632 m², plus eine Wasserfläche von 577 m² zur Verfügung. Auch ein Paar Nilgänse hat auf der Insel der Kapuziner Affen im Sommer 2010 seine Jungen groß gezogen. Es hat uns viel Freude gemacht die Küken zu beobachten, wie sie im Schutz ihrer Eltern ihr Reich entdeckten. Das Territorium der Kapuzineraffen ist 512 m² groß und die Fläche der Insel, die die Wollaffen mit den kleinen Krallenaffen teilen beträgt 448 m². Die kleinen Krallenaffen haben wir meist in ihrer Innenanlage angetroffen, die aus zwei Teilgehegen von je 6 m² besteht. Zusätzlich gibt es kleines abgetrenntes Außengehege, das neben dem Haus der der Wollaffen und Krallenaffen liegt, in dem die kleinen Äffchen selbst im Winter bei Schnee und Eis immer mal wieder frische Luft schnappen können.

Nilgänse im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Die dritte Insel bewohnen Klammeraffen. Hier konnten wir bei unseren Besuchen ein Jungtier mit seiner Mutter beobachten, das im Januar 2010 geboren wurde. Es war spannend zuzuschauen wie das Kleine immer selbstständiger wurde und im Laufe des Jahres lernte genauso geschickt wie sie seine Eltern, die zahlreichen Klettermöglichkeiten zu nutzen, die die Affen auf ihrer 824 m² Außenanlage vorfinden. Große Bereiche der Anlage sind von üppiger Vegetation bewachsen und so haben die Affen viele Rückzugsmöglichkeiten, um sich draußen den Blicken der Zoobesucher zu entziehen, man muss also manchmal etwas Geduld haben, bis man sie zu Gesicht bekommt. Es gibt sieben Arten von Klammeraffen, alle Arten sind vom Aussterben bedroht, da die Menschen immer mehr in ihren Lebensraum eindringen und die scheuen Tiere sehr empfindlich auf menschliche Störungen reagieren. In Kerkrade leben Rotgesichtsklammeraffen, deren natürliches Verbreitungsgebiet im nordöstlichen Südamerika liegt. Sie ernähren sich überwiegend von Früchten. Gefüttert werden sie, genau wie die anderen Affen in Monkey Islands in den Innengehegen. Ihr Futter wird in den Innenanlagen verteilt, damit auch die rangeniederen Tiere eine Chance bekommen zu fressen und die Tiere beschäftigt sind, nur die Krallenaffen werden auf einer Plattform gefüttert. Die Zoobesucher können einen Teil der Innenanlagen durch große Scheiben beobachten.

Wollaffe im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010 Weißkopf-Büschelaffe im Gaia Park Kerkrade

Rotgesichtsklammeraffe im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Rotgesichtsklammeraffe im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Der Besucherweg führt durch das Haus hindurch, ohne dass eine Tür geöffnet werden müsste, so hat man nicht den Eindruck in ein Tierhaus hineinzugehen. Dieses Prinzip wird bei allen Tierhäusern des Parkes – mit Ausnahme des Giraffenhauses – angewendet. Der umbaute, geschützte Raum steht in erster Linie den Tieren und nicht den Menschen zur Verfügung. Dahinter liegt der „Wald“ der Totenkopfäffchen. Ein großes Freigehege mit hohen Bäumen, das die Besucher betreten dürfen, ist ihr Reich. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis ohne Zäune, Gräben oder Scheiben den kleinen, flinken Affen beim Klettern, Fressen und Spielen zuschauen zu können. Oft findet man sie ganz oben in den Baumwipfeln und muss sich ganz schön anstrengen, sie zu entdecken. Ein Rascheln in den Blättern verrät, wo sie gerade sind. Sie springen oft scheinbar bedenkenlos in die Blätter der tiefer liegenden Äste, landen aber stets zielsicher auf Ästen, die stabil genug sind, um sich unter dem Gewicht der kleinen Äffchen nicht allzu sehr zu beugen. Und selbst wenn der Ast schwächer war, als die Äffchen gedacht haben kommt es zu keinem Absturz. Die Tiere rutschen irgendwie durch die Blätter und Zweige gebremst herunter und landen am Ende doch sanft auf dem Boden.

Totenkopfaffen im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Ihre flinken Manöver stellen eine wahre Herausforderung für den Hobbyfotografen dar. Wir haben jede Menge Fotos auf denen nur ein Teil der Affen oder nur ein paar Blätter zu sehen sind. Strickleitern und Taue sind zwischen den Bäumen gespannt, die den Affen ermöglichen über den Köpfen der Besucher die Wege zu überqueren. Mitarbeiter der Zoos, bewaffnet mit Sprühflaschen, die mit Wasser gefüllt sind, stehen bereit um allzu engen Kontakt zwischen Zoobesucher und Affen zu verhindern. Ich habe allerdings noch nicht erlebt, dass die Flaschen zum Einsatz kamen. Die Äffchen schauen sich ihre menschlichen Besucher zwar neugierig an, halten aber immer einen kleinen Sicherheitsabstand ein. Ihre „Wächter“ beantworten auch gerne die neugierigen Fragen der Zoobesucher und so habe ich erfahren, dass 68 weibliche Tiere den Affenwald bewohnen, im Jahr 2011 soll ein neues Männchen einziehen, dann wird es sicher auch wieder Nachwuchs bei den Totenkopfäffchen in Kerkrade geben.

Totenkopfaffe im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Im Winter bewohnen die Tiere ein großzügiges Innengehege, in das man durch schmale Fenster hineinsehen kann. Manchmal können sie dann in einem kleineren Außengehege, in dem im Sommer Vögel und Goldenen Löwenkopfäffchen zu sehen sind, frische Luft schnappen. Wir hatten Anfang 2010 viel Spaß, als sie mit kleinen Schneebällen spielten, die ihnen die Zoobesucher durch das Gitter reichten.

Totenkopfaffe im Gaia Park Kerkrade

Hinter den kleinen Affen wechseln wir auf unserer Weltreise wieder den Kontinent. Jetzt sind wir in Afrika im Kongo angekommen. Die ersten Bewohner aus Afrika sind die Pinselohrschweine, die im Jahr 2010 für zahlreichen Nachwuchs gesorgt haben. Gleich dreimal gab es Nachwuchs und so konnten wir ein paar Mal niedlichen gestreiften Ferkeln beim Spielen zuschauen. Bei unserem Besuch im Oktober wimmelten gleich acht Jungtiere auf der großzügigen Anlage, in der den Schweinen ein großer Wassergraben zum Baden zur Verfügung steht, der auch ausgiebig genutzt wird. Im November zogen die zwei März geborenen weibliche Jungtiere in den Zoo Osnabrück um.

Pinselohrschweine im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Pinselohrschweine im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Pinselohrschweine im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010 Pinselohrschweine im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010

Auf der anderen Seite des Weges liegt die größte Anlage des Kongo-Teils des Zoos. Auf ihr leben die „Stars“ des Zoos, jedenfalls in unseren Augen, die Westlichen Fachlandgorillas des Gaia Parkes, die mit Schopfmangaben vergesellschaftet sind. Ihnen stehen im Affenhaus, dessen Dach begrünt ist, fünf Innengehege zur Verfügung, die 29, 36, 41, 44 und 50 m² groß sind. Die Schopfmangaben haben drei Innengehege – 11, 13 and 15 m² groß – die nicht für die Zoobesucher einzusehen sind. Zusammen bewohnen die Außenanlage, eine 3.443 m² große Insel. Um den Zoobesuchern das Gefühl zu vermitteln, dass sie ganz nah an die Affen herankommen, sind die Abgrenzungen zwischen ihnen und den Affen sehr subtil gestaltet worden. In die Innengehege der Affen schaut man durch Glaswände oder durch schmale Fenster in der Wand des Hauses. Dabei steht man in einem Gang, der durch das hinausragende Dach des Hauses geschützt ist und von dem man aus auch durch Glasscheiben auch auf die Insel der Affen schauen kann. Der Boden des Ganges ist mit demselben Substrat – Rindenmulch – bestreut, der auch im Innern der Gorilla Gehege verwendet wird. So entsteht der Eindruck, dass sich Zoobesucher im gleichen Lebensraum wie die Affen aufhalten.

Westlicher Flachlandgorilla Makula im Gaia Park

Große Tafeln informieren über Gorillas und ihren natürlichen Lebensraum und es wird auch die Gorilla Familie des Gaia Parkes vorgestellt, die sich 2010 über ein neu geborenes Familienmitglied freuen konnte, die aber auch einen Schicksalsschlag zu verkraften hatte. Boss der Familie ist der Silberrücken Makula. Er wurde am 10. Februar 1990 im Apenheul geboren. Er ist ein besonders sanfter Vertreter seiner Art, der zulässt, dass die kleinen Schopfmangaben auf ihm herumklettern und auch schon einmal vor seinen Frauen die Flucht ergreift. Anders als andere Silberrücken scheint er oft nichts dagegen zu haben, wenn die Zoobesucher ihn beobachten. Er lässt sich geduldig fotografieren und dreht sich nicht um und zeigt dem Fotografen den Rücken, wie es viele andere Gorillamänner machen. Er ist ein guter Vater, der sich liebevoll um seine Tochter Gaia gekümmert hat und auch seinem jüngeren Bruder Loango, der am 23. Dezember 2004 in Apenheul geboren wurde und seit dem 28. Februar 2007 in Kerkrade lebt, nach anfänglichen Schwierigkeiten ein guter Steifvater ist. Der Umzug des erst zwei Jahre alten Gorillajungen war notwendig geworden, da der Vater von Makula und Loango, Bongo, im August 2005 gestorben war, und der neue Silberrücken der Gorillagruppe in Apenheul dem Nachwuchs seines Vorgängers hätte gefährlich werden können. In der Natur töten Silberrücken den Nachwuchs ihres Vorgängers, der noch von den Müttern abhängig ist, damit sie ihre Mütter wieder decken können, und die eigenen Gene zum Fortbestand der Art beitrageb. Loango wurde von seiner Mutter getrennt und kastriert, damit er sich nicht zu einer Konkurrenz für den Silberrücken des Gaia Parks entwickeln würde und so sein gesamtes Leben in dem Tierpark in Limburg verbringen kann.

Westlicher Flachlandgorilla Loango im Gaia Park Kerkrade

Als Loango im GaiaPark ankam, lebte außer dem Silberrücken Makula auch noch ein weiteres junges, fast erwachsenes Männchen in der Gorillagruppe, M’tonge, geboren am 23. Februar 1999. Der schien während zunächst ein guter Kamerad für den kleinen Loango zu sein, doch dadurch entstand ein anderer Konflikt: nämlich zwischen Makula und dem M’tonge, der nun die Macht an sich reißen wollte. Loango geriet zwischen die Fronten und bezog ordentlich Prügel vom Silberrücken. So wurde nach einiger Zeit der Eingewöhnungsversuch abgebrochen und Loango wurde gemeinsam mit dem pubertierenden Gorillamännchen in einem separaten Gehege untergebracht. M’tonge wurde schließlich im April 2008 zurück nach Apenheul gebracht, wo er zunächst allein in einem abgetrennten Gehege lebte. Schließlich konnte ein Zoo für ihn gefunden werden, seit dem 28. August 2008 lebt er in einer Junggesellengruppe im Zoo von Warschau. Nach seinem Wegzug konnte Loango erfolgreich in der Gorillagruppe in Kerkrade integriert werden. Zunächst war er sehr vorsichtig und hielt Abstand zu Makula, er erinnerte sich wohl noch genau an die Prügel, die er von ihm hatte einstecken müssen. Mittlerweile hat er aber ein gutes Verhältnis zu seinem Stiefvater und die beiden spielen auch miteinander.

Westlicher Flachlandgorilla Gaia im Gaia Park Kerkrade

Eine fast gleichaltrige Spielkameradin gab es für ihn auch: Gaia, die am 10. August 2006 geboren wurde. Das erste Gorillababy des Tierparkes. In vieler Hinsicht ein ganz besonders Tier des Gaia Parkes, dessen Geschichte leider kein Happy End hat. Gaias Mutter Irala musste am 12. Mai 2009 eingeschläfert werden, da sie an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung litt, die man nicht mehr behandeln konnte. Von da ab kümmerte sich Makula liebevoll um seine Tochter. Sie schliefen zusammen in einem Schlafnestzund Makula spielte oft mit ihr. Alles schien sich zum Guten zu wenden. Doch am 3. Juli 2010 kam es zu einem folgenschweren Unfall.

Westlicher Flachlandgorilla Gaia mit einer Schopfmangabe im Gaia Park

Gaias liebste Spielkameraden waren die Schopfmangaben. Die kleinen Affen verbringen den ganzen Tag im Innen- und Außengehege zusammen mit den Gorillas. Auch in der freien Natur teilen den Affen einen gemeinsamen Lebensraum mit den Menschenaffen. Dort treffen sie allerdings normalerweise selten aufeinander, da die leichten Schopfmangaben in den Baumwipfeln leben und nur selten auf den Boden kommen, wo die Gorillas leben. Im Gaia Park funktioniert das Zusammenleben allerdings sehr gut. Die Mangaben haben 2010 zwei Jungtiere geboren, die genau wie ihre Eltern wenig Respekt vor den großen Menschenaffen zeigen und fröhlich mit den jungen Gorillas spielen und die erwachsenen Affen ärgern, indem sie auf ihnen herumklettern. Sie sind viel flinker als die Gorillas und klauen ihnen sogar ab und zu das Futter.Die Nacht verbringen beide Primatenarten getrennt voneinander. Am Abend werden die Schopfmangaben dazu in ein vom großen Gorillagebäude abgetrennten Teil gelassen. Das geschieht über hydraulisch zu bedienende Schieber, die sich im Obergeschoß des Gorillagebäudes befinden. Nach dem Passieren der letzten Schopfmangabe werden die Schieber vorsichtig geschlossen.

Schopfmangaben im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Am Samstag, dem 3. Juli, kam es dabei zu dem Unfall. Mit ihrem jugendlichen Enthusiasmus rannte Gaia ganz plötzlich in vollem Tempo hinter den Schopfmangaben her. Der Tierpfleger, der den Schieber bediente, sah das Geschehen und öffnete diesen sofort wieder, doch Gaia war schon gegen den Schieber gerannt. Sie lag einige Minuten benommen oben im Gorillagebäude. Ihr Vater Makula nahm seine Tochter direkt in seine Arme, ließ sie aber vom Obergeschoss hinabfallen, dort blieb Gaia bewusstlos liegen. Nachdem die anderen Gorillas von Gaia getrennt waren, untersuchte der Tierarzt, der schnellstens in den GaiaPark gekommen war, den kleinen Gorilla. Er sah lediglich eine kleine Wunde auf ihrem Kopf und etwas Blut im Mund. Weiter konnte der Tierarzt keinen Bruch entdecken. Nach dem Verabreichen von schmerzstillenden und verschiedenen anderen Medikamenten schien Gaia langsam zu sich zu kommen. Diese Belebung blieb aber nur von kurzer Dauer, denn einige Minuten später starb sie in Anwesenheit der Affenpfleger und des Tierarztes. Bei einer anschließenden Untersuchung in der Veterinärmedizinischen Institut der Universität Utrecht wurde als Todesursache eine perforierte Lunge festgestellt. Während die Gorillagruppe recht schnell den Verlust ihres Familienmitglieds verkraftete – man hatte ihnen Gelegenheit gegeben, sich von Gaia zu verabschieden – war es für die Tierpfleger und die anderen Mitarbeiter des Zoos ein großer Schock, dass das fröhliche Gorillakind gestorben war. Trotzdem waren sie froh, als sie am Morgen nach dem Unfall Makula und Loango miteinander spielen sahen, als sei nichts geschehen.

Gorilla Jungtier im Gaia Park in Kerkrade

Doch es gab 2010 auch Grund zur Freude für die Tierpfleger, die sich um die Menschenaffen kümmern. Am 10. Februar, dem 20. Geburtstag seines Vaters, kam der kleine Mosi zur Welt. Der Name bedeutet auf Swahili „Erstgeborener“. Seine Mutter ist Sangha, die im März 2000 im Zoo Berlin zur Welt kam und seit dem 3. Juni 2006 in Kerkrade lebt. Sie kümmert sich sehr gut um ihren Sohn. Das ist nicht selbstverständlich, denn sie selbst ist eine Handaufzucht, die erst lernen musste, was eine Gorillamutter so alles können muss. Sie hat viel von Irala gelernt, der sie zuschauen konnte, als diese Gaia aufzog. Manchmal kann man beobachten, dass Sangha eine noch recht unerfahrene Mutter ist. So hat es fast das ganze Jahr 2010 gedauert, bis Mosi auf ihrem Rücken reiten konnte. Mosi scheint allerdings die manchmal etwas raue Behandlung seiner Mutter nichts auszumachen. Wir haben ihn das erste Mal gesehen, als er nur wenige Tage alt war. Bei jedem weiteren Besuch konnten wir mit Freude seine Fortschritte beobachten. Mittlerweile klettert er schon ganz geschickt, immer gut beaufsichtigt von seiner Mutter. Ab und zu dürfen Loango und die Schopfmangaben mit ihm spielen, wenn auch Sangha aufpasst, dass es nicht zu wild wird.

Westlicher Flachlandgorilla Sangha mit ihrem Sohn Mosi im Gaia Park Kerkrade Westlicher Flachlandgorilla Mosi im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Westlicher Flachlandgorilla Sangha mit ihrem Sohn Mosi im Gaia Park Kerkrade im Juli 2010 Westlicher Flachlandgorilla Mosi im Gaia Park Krekrade im Dezember 2010

Die 38 Jahre alte Dalila vervollständigt die Gorillafamilie des Gaia Parks. Sie wurde vermutlich 1972 in der Wildnis in Kamerun geboren und kam 1974 in den Zoo von Kopenhagen. Von Septemebr 1991 an lebte sie im Apenheul. Doch als dort er neue Silberrücken Jambo die Gruppe übernahm, bekam sie Probleme. So brachte man sie am 14. April 2009 nach Kerkrade, wo sie gut in die Gruppe integriert werden konnte. Sie schaut sich das muntere Treiben der großen und kleinen Affen meist mit einem nachdenklichen Gesicht an und ist vermutlich froh darüber, dass sie nun zu der Familie des „Softies“ Makula gehört.

Gorilla Dalila im Gaia Park in Kerkrade

Wir verbringen stets eine großen Teil der Zeit unseres Zoobesuchs in Kerkrade bei den Gorillas. Dabei gibt es in Kerkrade noch eine ganze Menge mehr zu sehen. Im Kongoteil des Zoos leben auf einer Wiese drei wunderschöne Bongos, die sich ihre Anlage mit Helmperlhühnern teilen, deren lautes Gackern schon von weitem zu hören ist. Gegenüber leben Feuermangusten und Klippschliefer zusammen. Eine Tafel neben den Gehege informiert über die kaninchengroßen Säugetiere, die erstaunlicherweise nahe mit den Elefanten und Seekühen verwandt sind.

Bongos im Gaia Park in Kerkrade

Ein Stück weiter liegt die Anlage der Zwergflusspferde. Hier hat es schon mehrfach Nachwuchs gegeben. Das letzte Jungtier wurde am 8. Oktober 2010 geboren. Es lebt allerdings zunächst noch im Innengehege, das die Zoobesucher nicht einsehen können. Erst im Frühjahr 2011 wird es der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In Volieren kann man Geierperlhühner und Palmgeier beobachten. Wenn wir hier angelangt sind, ist es meist Zeit für eine längere Pause im nahegelegenen Zoorestaurant, in dem man zu recht vernünftigen Preisen aus einem recht abwechslungsreichen Angebot auswählen kann. Meist stärken wir uns mit einer schmackhaften Suppe oder einem leckeren, frisch zubereiteten Sandwich und natürlich einer Tasse Kaffee. Hier gibt es auch Picknickplätze, von denen aus man einen tollen Blick auf das Becken der Zwergflusspferde hat. Bei unserem letzten Besuch 2010 wäre allerdings ein Essen im Freien wirklich nur etwas für extrem wetterunempfindliche Naturen gewesen. Hohe Schneehauben bedeckten Tische und Stühle.

Zwergflusspferd im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Auf der anderen Seite des Restaurants kann man mit Blick auf die Afrikasavanne des Zoos seinen Imbiss genießen. Im Winter ist hier ein Zelt aufgebaut, das Schutz vor der Witterung bietet, das allerdings den Schneemassen, die Weihnachten 2010 gefallen waren, nicht widerstehen konnte. Bei schönem Wetter macht es viel Spaß den Rothschildgiraffen zuzuschauen, die ihre großzügige Anlage mit großen Kudus, Springböcken und Straußen teilen. Auch in diesem Teil des Zoos, der den Namen Nambia trägt gab es 2010 zahlreichen Nachwuchs. Gleich fünf Jungtiere wurden bei den Großen Kudus geboren und zwei Rothschildgiraffen erblickten das Welt. Bei beiden hatte ich das Glück, sie ganz kurz nach der Geburt das erste Mal sehen zu können. Der am 13. August 2010 geborene Jimiyu war gerade einen Tag alt und hatte noch große Probleme auf seinen langen Beinen zu stehen. Und auch die am 27. Dezember 2010 geborene weibliche Giraffe hatte einige Probleme ihre Gliedmaßen unter Kontrolle zu bringen. Ihre Beine mussten oberhalb der Knie mit Verbänden stabilisiert werden, damit sie aufstehen konnte. Sie trinkt viel bei ihrer Mutter, am 6. Januar hatte sie bereits 11 kg zugenommen.

Hier gibt es  ein Video von dem neuen Mitglied der Giraffenherde des Gaiaparks.

Rothschild Giraffe Jimiyu im Gaia Park Kerkrade im August 2010Rothschild Giraffe  im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Rothschild Giraffe  im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Bei den Breitmaulnashörnern, deren Anlage auf der anderen Seite des Besucherweges liegt, wird es ganz bestimmt keinen Nachwuchs geben. Es sind drei männliche Tiere, von denen zwei, Bantu und Rafiki, aus dem Zoo von Whipsnade in England stammen. Der dritte im Bunde ist Stan, der aus dem Safari Park Beekse Bergen stammt. Die drei liegen meist entspannt auf ihrer Anlage zusammen oder nehmen ein Schlammbad in ihrem Wasserloch. Im Oktober konnten wir allerdings auch einen kleinen Schaukampf beobachten.

Breitmaulnashörner im Gaia Park Kerkrade im Oktober 2010

Sie teilen sich ihre Anlage mit Damarazebras, einer Unterart der Steppenzebras, die am den helleren, sogenannte Schattenstreifen zu erkennen sind, die neben den schwarzbraunen Hauptstreifen ihr Fell schmücken. Am 14. Dezember 2010 kam das erste Jungtier in Kerkrade zur Welt. Bei der kalten Witterung ist es erst einmal für die Zoobesucher nicht zu sehen, weil es im warmen Stall bleibt. Ich freue mich schon darauf, wenn man es im Frühjahr draußen sehen kann.

Damara-Zebra im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Der Besucherweg führt um die Savannenanlage der Giraffen und Antilopen herum, die tiefer als der Weg liegt und mit Kunstfelsen gegliedert ist. Am Rand ist die Anlage der Erdmännchen untergebracht, die bei jedem Wetter nach draußen können, wenn sie wollen. Rotlichtlampen, die in Kunstfelsen eingelassen sind, sorgen das ganze Jahr über für die notwendige Wärme. Zu ihrer „WG“ gehört ein ungewöhnlicher Mitbewohner. Eine Fuchsmanguste lebt einträchtig mit den Erdmännchen auf der Anlage. Im hinteren Bereich der Savanne ist der Höhenunterschied zwischen Weg und Anlage ausgeglichen und man kann durch einen Zaun aus dünnen Holzstämmen die großen Kudus beobachten, die sich hier in einem Rückzugsbereich, den die Giraffen nicht erreichen können, oft ausruhen.

20100216 b (244) Erdmännchen im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Fuchsmanguste im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010 Erdmännchen und Fuchsmanguste im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Gegenüber kann man von einer Holzplattform aus in die Nashornanlage hineinschauen und in das Gehege der Löffelhund blicken. Auch hier gab es 2010 Nachwuchs, der aber leider nicht überlebt hat. Man kann von hier aus auch einen ersten Blick auf die Afrikanische Wildhunde werfen, die ein langgestrecktes, bewaldetes Gehege bewohnen.

Löffelhund im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010 Afrikanischer Wildhund im Gaia Park Kerkrade

Großer Kudu im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Springbock im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Am Ende des Namibia Teil des Zoos liegt die Anlage der Geparden, auf der drei männliche Tiere leben. Bei den kommentierten Fütterungen kann man beobachten, wie schnell die Raubkatzen beschleunigen können. Ein besonderer Anblick sind die schlanken Tiere im Winter, wenn sie durch den Schnee streifen. Obwohl sie solches Wetter kaum in ihrer natürlichen Heimat erleben würden, sind die Geparden des Gaia Parkes offenbar jeder Witterung gewachsen.

Gepard im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Auf dem Weg zurück zum Zoorestaurant lag bisher die Anlage, wo die sehenswerten Greifvogelshows stattfinden. Hier wird seit Beginn 2011 die neue Löwenanlage gebaut. Wir haben die Flugshows allerdings bei den meisten unserer Zoobesuche verpasst. Es gibt einfach zuviel zu sehen. Im Bauernhof des Tiergartens warten alte Haustierrassen: Hereford Kühe, Pietrain Schweine, Poitou Esel, Mergelland Schafe, Zeigen usw. auf uns. In Volieren kann man Uhus und Raben beobachten und der Weg zurück zum Eingang führt an den Przewalski-Pferden und Auerochsen vorbei. In einem Gehege wieseln Eichhörnchen so schnell herum, dass ich noch kein einziges scharfes Foto machen konnte, die wir aber mit viel Freude beobachten. Auch bei der Anlage der europäischen Nerze hatte ich bisher nur einmal Glück beim Fotografieren. Es gibt auch Europäische Fischotter und Biberanlagen. Deren Bewohner haben wir bei unseren Besuchen allerdings noch so gut wie nie zu Gesicht bekommen. Von den Ottern konnten wir bisher nur Spuren im Schnee beobachten und einmal einen kurzen Blick auf die munteren Gesellen werfen und die Biber haben wir nur schlafend in ihrer Höhle, in die man hineingucken kann, angetroffen.

Hereford Rind im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010 Piétrain Schwein im Gaia Park Kerkrade im Februar 2010

Europäischer Nerz im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010 Auerochse im Gaia Park Kerkrade im Mai 2010

Meist beenden wir unseren Zoorundgang in Kerkrade mit einem Besuch bei Sangha und Mosi und einem letzten Blick auf die Luchse.

Wir haben im Dezember das Angebot, das bis zum 31.1.2011 gilt, genutzt unsere Jahreskarte für nur 39,90 € zu verlängern. Wir freuen uns schon auf viele weitere Besuche bei den Tieren im Gaia Park in Kerkrade. 2011 werden Löwen in den Gaia Park einziehen. Wir sind schon ziemlich neugierig, wie die neue über 2000 m² Löwenanlage aussehen wird. Es sollen dort Löwen aus dem Zoo von Kopenhagen einziehen, außerdem plant man, dass südamerikanische Buschhunde den Amazonasteil bereichern sollen. Es gibt also 2011 wieder viel Neues für uns zu entdecken. Besonders aber freuen wir uns darauf Mosi heranwachsen zu sehen.

Westlicher Flachlandgorilla Mosi im Gaia Park Kerkrade im August 2010

Die Informationen habe ich hier gefunden:

http://www.gaiapark.nl/index.php?id=109

http://www.schueling.dienstleistungen.ws/tiergarten-rundbrief.de/htdocs/download/Gaiapark.pdf

http://www.zoosite.nl/site/zoo/ned/gaiapark
http://nl.wikipedia.org/wiki/GaiaPark
http://de.wikipedia.org/wiki/Gaiapark
http://de.wikipedia.org/wiki/Gaia-Hypothese
http://www.grenzecho.net/zeitung/aktuell/schlagzeilen_detail.asp?a={ACEBDF9A-A04C-43FF-8860-7A0AA631265D}
http://de.wikipedia.org/wiki/Iberischer_Wolf
http://www.wwf.ru/about/where_we_work/asia/closed/bukhara_deer/eng/doc878/page3/
http://de.wikipedia.org/wiki/Bucharahirsch
http://www.eaza.net/News/EAZA_Magazine/EAZA%20NEWS%20Magazine/ZA71.pdf
http://www.zoonews.co.uk/IZN/380/IZN-380-gaiapark.html
http://www.tiergarten.com/
http://vroegevogels.vara.nl/nieuws-item.131.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=349863&tx_ttnews[backPid]=842&cHash=164db008a64bf6ea1b85f8e97f2cbd45
http://www.gaiapark.nl/actueel/nieuwsarchief/gorilla-gaia-overleden/2010/07
http://www.zoonews.co.uk/IZN/380/IZN-380-gaiapark.html

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2 Antworten zu “Gaia Park Kerkrade – Vier Jahreszeiten im Park von Mutter Erde

  1. Liebe Ulli

    Ein wunderbarer Bericht mit vielen herrlichen Fotos zum Stöbern – ich will jetzt gar nichts beonders herausheben, so viele schöne Tiere, jedes auf seine Art faszinierend. Diesen Blogeintrag werde ich sicher noch das eine oder andere Mal anschauen. Da hast Du dir bestimmt viel Arbeit gemacht – Danke für deine Mühe!

    Herzliche Grüsse
    Chris

  2. Hallo Ulli,

    was mir deinen ausführliche Reportage wieder mal zeigt ist, wie nah in einem Zoo doch immer Freud und Leid beeinander liegen. Ich denke, dass Kerkrade sicher noch viele Besuche wert ist. Schön wäre es auch, wenn du dann mal Fotos vom Zwergflusspferdkind mitbringen könntest.

    Ach: Das sind doch Kosakenzipfel, keine Schopfmangaben. 😉

    LG Elke

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