Tiergarten Mönchengladbach

Klein aber fein

Wenn wir uns nicht für die Geschichte der Eisbärenhaltung im Zoos interessieren würden, hätten wir vermutlich dem kleinen Tiergarten in Mönchengladbach nie einen Besuch abgestattet. Doch dann hätten wir einen besonders schönen Zoobesuch verpasst.

Pfau im Tiergarten Mönchengladbach

Am 3. August 1957 wurde er eröffnet. Etwas mehr als zwei Jahre davor hatten Jäger, Tier- und Naturfreunde einen Verein gegründet und die Stadt Mönchengladbach hatte im Stadteil Odenkirchen ein kleines Grundstück zur Verfügung gestellt. Zunächst konnten die Besucher Kaninchen, Ziegen, Vögel und Ponys bewundern. Im Laufe der Zeit kamen andere Tierarten dazu und das Gelände des Tierparks wurde vergrößert. Heute umfasst es 4,3 ha, auf denen rund 500 Tiere aus 125 Arten leben.

Javaneraffe im Tiergarten Mönchengladbach Javaneraffe im Tiergarten Mönchengladbach Javaneraffe im Tiergarten Mönchengladbach

Am Eingang freuten wir uns zuerst über den wirklich sensationell niedrigen Eintrittspreis. Erwachsene müssen 2,50 € bezahlen, der Eintritt für ein Kind zwischen 4 und 14 Jahren kostet nur 1 €, Jugendliche von 14 bis 17 Jahren bezahlen 1,50 €. Und dafür bekommt man eine ganze Menge geboten.

Gleich hinter dem Eingang liegt das Büro des Tierparkleiters Norbert Oellers, der sich viel Zeit genommen hat, um unsere Fragen zu den Eisbären zu beantworten, die einmal im Tiergarten von Mönchengladbach gelebt haben. Nicht alle unsere Fragen konnten beantwortet werden, aber soviel haben wir immerhin erfahren. Im Frühjahr 1974 zogen ein männlicher und ein weiblicher Eisbär im Tiergarten Mönchengladbach ein. Zu dem damaligen Zeitpunkt war das Männchen zweieinhalb Jahre alt, das Weibchen war ein Jahr jünger. Es waren zwei Wildfänge aus Russland, die über die Tiergroßhandlung Schloß Krechting beschafft wurden. Sie kosteten damals 14.000 DM. Die beiden Eisbären blieben ihr ganzes Leben im Tiergarten. Nach dem Tod des Weibchens wurde die Eisbärenhaltung in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre aufgegeben. Die gesamte Bärenanlage wurde in den folgenden Jahren umgebaut und beherbergt seitdem Braunbären. Wenn jemand das liest und mehr über die beiden Tiere weiß, würden wir uns freuen, wenn er uns seine Informationen mitteilen könnte. Wir wüssten gerne die Namen der beiden Bären und etwas genauer, wann sie gestorben sind und über ein Bild der Bären würden wir uns natürlich auch sehr freuen.

Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach

Wir erfuhren auch eine ganze Menge über die Arbeit des Tiergartenleiters, der kaufmännischer und zoologischer Direktor in einem ist, sich um die Planung der Tieranlagen und das Wohl der Tiere kümmert und sich um die gärtnerischen Aufgaben im Park bemüht. Er betont, dass es sich um einen Tiergarten handelt und auch die Blumen, Sträucher und Bäume gehegt und gepflegt werden müssen. Er hat Erfolg mir seiner Arbeit, denn gerade die gärtnerische Gestaltung des Tiergartens mit vielen alten Bäumen und ansprechenden Blumenrabatten ist gut gelungen. Wenn Norbert Oellers einmal in Rente geht wird es nicht leicht sein einen Nachfolger zu finden, der alle diese Aufgaben so gut ausfüllen kann wie er.

Waldkäuze im Tiergarten Mönchengladbach

Hinter dem Eingang begrüßte uns ein Pfau, der sich dekorativ auf einer Parkbank präsentierte. Rechts vom Eingang blieb ich an den Eulenvolieren stehen, in denen Schleiereulen, Waldohreulen und Waldkäuze zu sehen sind. Im August 2009 wurden vier Steinkäuze, die im Tiergarten geboren und aufgezogen wurden mit Unterstützung des NABU in die Freiheit entlassen.
Dieser Bereich des Tiergartens soll als nächstes neu gestaltet werden. Es soll eine große neue Voliere entstehen, die den Vögeln mehr Platz bietet und vielleicht auch von den Zoobesuchern betreten werden kann.

Gehaubter Kapuziner im Tiergarten Mönchengladbach

Gehaubter Kapuziner im Tiergarten Mönchengladbach Gehaubter Kapuziner im Tiergarten Mönchengladbach

Als nächstes schauten wir uns das Affenhaus an, das im Jahr 2007 ein neues Außengehege erhalten hat. Im Haus werden vier Affenarten gezeigt: Gehaubte Kapuziner, Hulman Languren, Grüne Meerkatzen und Javaneraffen. Die Gehege der Primaten sind nicht sehr groß, aber es werden auch nur wenige Tiere gehalten. Es gibt viele Klettermöglichkeiten und Spielzeug für die Beschäftigung. Die Kapuziner Affen haben gerade neuen Nachwuchs bekommen. Eine Informationstafel am Außengehege stellt die Kapuzineraffen des Tiergartens vor. Alle vier erwachsenen Tiere stammen aus dem Allwetterzoo Münster: Marie, die Mutter der kleinen Nils, Lucy, Albert und Oskar wurden 1991/92 geboren. Die Tiere kletterten munter draußen herum, doch dann entschloss sich die Mutter mit ihrem Baby auf dem Rücken zurück ins Haus zu gehen, um sich etwas zu Fressen zu holen.

Wisent im Tiergarten Mönchengladbach

Hinter dem Affenhaus liegt eine große Tieranlage, auf der in abgeteilten Gehegen Damwild, Sikahirsche, Mufflons und Burenziegen leben. Besonders die zierlichen Sikahirsche haben uns gut gefallen. Ihr graziler Nachwuchs entdeckte neugierig die Welt und schaute am Zaun nach, wer sie denn da so alles bewunderte. Auf der anderen Seite des Weges gab es Kamerunschafe und Waliser Ziegen zu beobachten. Auch in der Anlage der Wisente gab es Nachwuchs, der noch recht vorsichtig durch die Welt stakste.

Braunbärenanlage im Tiergarten Mönchengladbach Braunbärenanlage im Tiergarten Mönchengladbach

In einer Ecke am Rand des Parks liegt die Anlage der Braunbären, die aus zwei Gehegen besteht, die durch einen Gang, der durch den ehemaligen Aufzuchtkäfig führt, mit einander verbunden sind. Seit Februar 2007 können die Bären nun beide Anlagen so nutzen, wie sie Lust haben. Im linken Gehege ist der Wassergraben nun trocken und mit Mutterboden und Mulch gefüllt. Auch auf den oberen Betonflächen hat man Erde aufgeschüttet und es wächst jetzt Gras. Das Gehege ist grüner geworden und man hat große Baumstämme in den Gehegen verankert, über die die Braunbären klettern und an denen sie ich schubbern können. Gerade diese Baumstämme haben den kleinen Tierpark vor eine große technische Herausfordrung gestellt. Ein Kranwagen musste anrücken und sie ins Gehege zu wuchten. Auch die Befestigung musste sehr sorgfältig ausgeführt werden, schließlich müssen sie den beachtlichen Kräften der Raubtiere widerstehen.

Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach

Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach

Die Tiere haben natürlichen Boden erhalten auf dem sie sich wälzen können, Spielzeug, um sich zu beschäftigen, Klettermöglichkeiten und auch Ecken und Winkel, in die sie sich vor den Blicken der Zoobesucher zurückziehen können. Sicher gibt es schönere Braunbärenanlagen, aber bei den beschränkten Mitteln des kleinen Tiergartens ist eine gute Lösung gefunden worden. Drei Braunbärinnen bewohnen nun diese Anlage und bei unserem Besuch schien es so, dass sie sich wohlfühlen. Es soll keinen Nachwuchs mehr geben, weil man nur sehr schwer einen guten Platz für Braunbären in einem Tierpark findet. Eine der Bärinnen posierte für meine Kamera im Wasserbecken des rechten Geheges, während eine andere im linken Teil der Anlage Faxen machte, um einen ehemaligen Aushilfstierpfleger zu begrüßen, den sie wiedererkannt hatte.

Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach

Im hinteren Teil des Tiergartens liegt die Anlagen für die ungarischen Steppenrinder – sie hatten gleich doppelten „Kindersegen“, Hausesel und Tarpane. Einen großen Teil nimmt eine Wiese mit Enten und Gänsen ein. An deren Rand auch die Volieren von den Uhus und Schneeeulen liegen. Auf der anderen Seite der Vogelwiese liegt eine Ponyweide.

Ungarische Steppenrinder im Tiergarten Mönchengladbach

Vorbei am Seehundbecken und einem Fischteich spazierten wir zu den Anlagen der Raubkatzen und Kleinbären. Seit der letzte Tiger des Tiergartens gestorben ist, wurde dieser Teil umgestaltet. Ozelots, Luchse, Nasen- und Waschbären und Füchse leben nun in Anlagen, die mit vielen Pflanzen, Baumstämmen, Mulch und Erdreich, abwechslungsreich gestaltet wurden. Als letztes wurde die Anlage der Rotfüchse neu errichtet. Im November 2009 war es so weit, nach einem Jahr Bauzeit konnten die beiden Füchse ihr neues Zuhause beziehen, das ihnen zwei unterirdische Baue bietet, in die man als Zoobesucher in einer dunklen Nische hineinschauen kann. Ausgehöhlte Baumstämme bieten ihnen eine weitere Rückzugsmöglichkeit, die sie bei unserem Besuch auch die ganze Zeit nutzten.
Die Nasenbären waren da schon besucherfreundlicher. Sie wieselten flink durch ihre Anlage, die ihnen viele Möglichkeiten zum Buddeln im Mulch und zum Pulen in morschen Holzstücken bietet.

Südamerikanischer Nasenbär im Tiergarten Mönchengladbach

Die Ozelots ließen sich sehen, aber es war nicht einfach durch den Zaun ein gutes Foto von ihnen zu machen. Bei den Luchsen hatte es vor wenigen Wochen Nachwuchs gegeben. Eine besondere Freude für den Tiergarten. Ist es doch der erste Luchsnachwuchs seit 15 Jahren! Die Mutter der beiden Jungtiere stammt aus einem Wildpark in München, der Vater, der bei unserem Besuch von Mutter- und Kindern getrennt ein eigenes Gehege bewohnte, kam aus Hellenthal nach Mönchengladbach. Auch hier war mir der Zaun im Wege, um die beiden hübschen Jungtiere, die an ihre Mutter gekuschelt schliefen gut ablichten zu können.

Europäischer Luchs im Tiergarten Mönchengladbach

So ein Rundgang macht hungrig. So gönnten wir uns im netten Zoorestaurant eine Stärkung. Auch hier fielen uns die familienfreundlichen Preise auf. Der Tiergarten ist sicher gerade für eine Familie mit kleineren Kindern eine gute Alternative zu einem viel teureren Besuch in einem großen Zoo. Zum Abschluss bewunderten wir noch in einer Voliere die Papageien des Tiergartens und machten noch einen Abstecher zu den Luchskindern, die miteinander spielten. Es war wunderschön anzuschauen. Und am Ende gelang mir auch noch ein Foto von den Waschbären, die gerade wach wurden.

Waschbären im Tiergarten Mönchengladbach

Uns hat der kleine Tierpark sehr gut gefallen. Man kann sehen, dass man sich bemüht, trotz beschränkter Mittel den Tieren ein gutes tiergerechtes Zuhause und den Zoobesuchern einen abwechslungsreichen, interessanten Zoobesuch zu bieten.

Europäischer Luchs im Tiergarten Mönchengladbach Graupapagei im Tiergarten Nürnberg Braunbär im Tiergarten Mönchengaldbach

Die Informationen stammen von
von den Internetseiten des Tiergartens Mönchengladbach

Mehr Bilder vom

Tiergarten Mönchengladbach
und den Braunbären

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7 Antworten zu “Tiergarten Mönchengladbach

  1. ich kann ihnen leider nichts nützliches zu den eisbären sagen….. hmpf! aber ich kann ihnen sagen, dass ich das großartig finde, dass sie all diese zoos und tiergärten besuchen und sie leuten wie mir vorstellen. jawohl!

    und ich kann mit fug und recht sagen, dass sie ein wunderschönes weblog haben!

  2. hallo ulli
    von mir auch einen herzlichen glückwunsch
    zu deiner zoo-safari. 🙂
    ich finde das outfit echt top.

    und das ist wirklich ein kleiner feiner zoo.
    das bärengehege weckt in mir erinnerungen,aber es scheint den tieren da gut zu gehen.die fotos sind ja klasse. 🙂
    vielleicht sollte man sich öfters auch mal die kleinen zoo’s anschauen.
    zu entdecken gibt es da auch genug. :yes:
    bis zur nächsten „safari“
    martina

  3. Hallo Ulli,

    ich bin immer wieder begeistert, welche Informationsfülle du über jeden einzelnen Zoo hast. Der Tiergarten scheint wirklich einen Besuch wert zu sein. Schön, dass er auch von den Preisen her so familienfreundich ist. Die Fotos sind wie immer toll.

    Ich hoffe, die Safari geht weiter. :yes:

    Danke!

    LG Elke

  4. Hallo Ulli,

    das ist aber ein feiner kleiner Tiergarten!
    Danke fuers Zeigen und
    baerige Gruesse aus Kanada
    Christa

  5. Liebe Ulli,

    Mir hat euer Besuch in Mönchengladbach ausnehmend gut gefallen, ich wusste gar nicht, es dort überhaupt einen Tierpark gibt, ich kannte ignoranterweise nur Borussia Mönchengladbach und auch das nur aus den Zeiten Günter Netzers…

    Das mit den beiden Eisbären finde ich spannend, habe gleich wie wild versucht zu googeln,aber das habt ihr wahrscheinlich schon selbst zur Genüge getan und erstmal , genau wie ich, nichts gefunden.

    Dass der Tierpark aber so gar kein Archiv von den Eisbären oder andere Unterlagen hat,will mir gar nicht richtig in den Kopf. Man hat doch damals wirklich schon Fotos gemacht, das überrascht mich immer wieder.

    Deine Fotos machen Lust ,sich die Bären und anderen Tiere zu bbesuchen und die Gehege selbst zu inspizieren. Dass die Eintrittspreise so familien-menschenfreundlich sind, toppt ds Ganze noch.

    Ich freue mich schon auf die nächsten Rundgänge mit euch.

    Weiterhin viel Glück mit diesem schönen und ansprechenden Blog.

    Birgit aus Rodrigues

  6. Hallo liebe UlliJ,

    Euer blog ist ein Kleinod.Abgesehen von den herrlichen Fotos schreibst Du auch so, dass es keine Minute langweilig wird.Es lädt auch zum Nachhaken ein, z.B.habe ich nach „Gehaupten Kapuzinern“gegoogelt, da ich noch nicht mal den Namen jemals gehört habe.
    Ja, ich bin total begeistert.
    Dass ich Euer Wissen über die Eisbären in deutschen und europäischen Zoos sensationell finde, wißt Ihr ja schon, denn ich habe ja schon einige Male nach dem einen oder anderen gefragt.
    Ich sage D a n k e bis bald hoffentlich, Liebe Grüße, Brigitte

  7. Liebe Ulli,
    herzlichen Glückwunsch, das ist ein großartiges Werk, ich bin total begeistert.
    Vielen Dank auch zum Oma-link, das ist höchst interesssant.
    Kommt gut in die neue Woche und seid herzlich gegrüßt,
    caren

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